Windgällen, Maderanertal

Karte Windgällen

Flug mit der Cesna über den Seewlisee mit dem darüberliegenden Seewligrat
rechts Gross Windgällen, in Hintergrund die Schächentaler Windgällen

Aufnahme vom Sunniggrätli mit Gross und Chli Windgällen und Schwarzsstockli, links

Name:  "Gälle, gellen" , heulen, schrill tönen, pfeifen, (beim Wind) dem Wind ausgesetzte Stelle. " .....Sein Name soll daher entstanden seyn, dass die Winde, namentlich der Nordwind mit furchtbarer Gewalt an die schroffen Felswände stossen und oft grosse Steinplatten in die Luft hinaus tragen".

Erstbegehung Gross Windgällen 1848

Josef Maria Tresch- Exer, Sohn des „Grossen“ Tresch, war in   jener Zeit einer der populärsten und aktivsten Urner  Führer. Zusammen mit Melchior Tresch, einem Bruderssohn des „Enziger“ gelang ihnen 1848 bei einer Rekognoszierung die Erstbesteigung. Erst 10 Tage später konnte der Sieg mit ihrem Zürcher Herrn Georg Hofmann geteilt werden, der sich vorher in Altdorf mit 75 Schuhnägeln eindeckte und in Amsteg noch ein Fusseisen erwarb. 

Nordwand über dem winterlichen Seewli  im Abendlicht   www.krim.ch Kalkstock wurde die Grosse Windgälle einst genannt,  Seewlistock  die kleine Windgälle.

Links Gross Windgällen, 3188 m,  rechts Klein Windgällen 2896 m,

Der Name ( Windgällen) "soll daher entstanden seyn, dass die Winde, namentlich der Nordwind mit furchtbarer Gewalt an die schroffen Felswände stoßen und oft große  Steinplatten in die Luft hinaus tragen".

     Beide Windgällen  und  Gross Ruchen vom Düssistock aus

1859: "Hier machte uns Epp auf ein niedriges, weinige Schritte von der Hütte entferntes Gestrüpp von Föhrenholz aufmerksam, dessen Zweige in der Richtung von Nord nach Süd wagrecht über den Erdboden sich ausbreiteten, so dass es schien, als ob man mit der Hand über die Zweige dieses Zwergbäumchens hingestrichen und sie so gegen den Boden niedergedrückt hätte. Epp schrieb diese  Erscheinung der Gewalt der Winde zu, die an diesem Berge häufig mit grosser Heftigkeit toben. Wirklich rührt der Name des Windgellen daher, dass die ungestümen Winde an den senkrechten Wänden der freistehenden Kuppen zurückprallen( urnerisch zurückgellen)."

Steil  streben die Windgällen über dem Arnisee in den Himmel

Blick hinunter zum Seewlisee

Rothorn 2822 m, und Schwarzhorn 2717 m, verbinden  die beiden Windgällen

Blick hinunter zum Seewlisee Richtung Erstfeld und Erstfeldertal

 

Seewlisee  2028m.  Er ist mit 9 ha der grösste und mit 20 m der tiefste aller natürlichen Bergseen im Kanton Uri. Die Chronik zeigt, dass er als erster im Kanton aktiv bewirtschaftet worden ist. Grosse kanadische Seeforellen mit über 10 Pfund Gewicht wurden hier schon gefangen.

 

Naturereignisse

Mit dem Bergsturz vom Pfaffenturm  anno 1875  ging der Vorstafel "Evital " zur Alp Seewli  für immer verloren. Nur noch der Name oberer und unterer Alpweg, der den Chilcherberg mit dem Evital verbindet, erinnert an diese Zeit.  

Am 10. August 1936 ereignete sich an der Südwestwand der Kleinen Windgälle ein grösserer Bergsturz. Felsmassen von 150'000 Kubikmeter lösten sich und verschütteten im Silener Gemeindegebiet den darunter liegenden Alpstafel Ribiboden und ein Teil der Liegenschaften Chieliger, Stock und Ländiberg.   Seit dieser Zeit werden die Felsmassen an der Kleinen Windgälle periodisch vermessen und überprüft.

 

Nachweis: UNB Bd. I - VI, Hofmann, Berg und Gletscherfahrten, Aufzeichnungen Hans Murer, alt Gemeindepräsident Silenen  Bilder H. Kieliger