Bandlückli, eine Naturlandschaft von ganz besonderem Reiz

Salbithütte - Bandlückli - Rorbach – Gross See - Chli See – Rorspitzli - Widlauenen - Riedern - Wassen, so  heißen die unbekannten Namen dieser Tour durch eine unberührte, grandiose Gebirgslandschaft.  Gefangen wie in einer Muschel liegen zwei klare Bergseen im weiten Kessel des Rorbachfirns.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir von der Salbithütte auf, und erreichen auf neu markiertem Weg in einstündigem Aufstieg das Bandlückli (2357 m). Hier, im tiefsten Sattel zwischen den Kletterbergen Salbitschijen und Meiggelenstock, öffnete sich uns ein völlig neuer Anblick: die Rorplatten. Ein gigantisches Tal liegt vor uns, kilometerbreit, vom Gletscher geschliffener Granit.  Über dieses Naturwunder wandern wir auf einer längeren Strecke inmitten der riesigen Granitplatten mit sorgfältig angebrachten Markierungen sanft abwärts.  Nach  Überschreiten des noch jungen Rorbaches steigt der Pfad auf der anderen Talseite zwei Stunden an, bis wir vor dem  kristallklaren Gross See stehen. Der Rorsee, wie er genannt wird, liegt auf  2337 m, ist 4,5 ha gross und besticht durch seine karge Schönheit. Ausser im hintersten, 13 m tiefen Teil, sieht man durch das klare Wasser überall den Grund und auch die Fische von Auge ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten vermehrt sich dort die kanadische Seeforelle sehr gut. Ganz Mutige werden sich hier ein frisches Bad nicht nehmen lassen. Einen Geländerücken weiter liegt  auf 2205 m der kreisrunde Chli See. Er wird durch den Abfluss vom Gross See gespiesen, ist recht klein und wenig tief und hat einen geringen Fischbestand. Die Tour  über das Bandlückli ist  vom alpinen Erlebniswert her gesehen, sicher eine der schönsten Bergseewanderungen überhaupt. Unter den Felswänden des Höreli queren wir steile Grasflanken zum Widlauenengrat. Nun folgen imposante Lawinenverbauungen durch die sich ein guter Weg hinab zur Alp Riedern schlängelt. Üppige Preiselbeer- und Heidelbeersträucher säumen den Weg zur Jagdhütte. Sie steht kurz vor dem schützenden Bergwald, dort gönnen wir uns nochmals eine kurze Rast, denn es geht jetzt talwärts "nids". Unsere Knie wissen das noch nicht, doch viele Serpentinen erleichtern den  Abstieg durch den steilen Wald zur alten Sustenstrasse hinab. Müde und mit etwas zittrigen Knien, aber um ein tolles Erlebnis reicher, liegt auf 916m unser Wanderziel, das Bergdorf Wassen vor uns.

 

 

Aufstieg 450 m;  Abstieg 1630 m , Wanderzeit  6  bis 7 Std.     

Karten 1: 25'000        1211  Meiental  sowie   Wanderkarte Uri Blatt   Gotthard  zurück

Schwierigkeit              weiss-blau-weiss