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Das abgeschiedene Urner Fellital mit den kleinen Nebenästen Chlüser- Börtli - und Wicheltal, öffnet sich bogenförmig zwischen 'Meitschligen' und Gurtnellen und erstreckt sich in südlicher Richtung zwischen dem Rienzenstock und der Crispaltgruppe hinauf zur Fellilücke, die zum Oberalppass weiterleitet. Das nahezu unberührte Felllital wurde im Jahr 1936 vorerst mit einer Grösse von 12, 2 km2 zum eidgenössischen Jagdbanngebiet erklärt und 1941 erweitert. Die gesamte Fläche umfasst heute rund 29 km2. 1947 beschloss die Urner Regierung, das Tal vorläufig 50 Jahre auch als Pflanzenschutzgebiet zu erklären. Damit wurde das Fellital ein grossartiges Naturschutzgebiet, das für den Kanton Uri gleichsam die Bedeutung eines Nationalparks gewonnen hat. Es bildet eine topographische Einheit und ist vom Massentourismus bis heute glücklicherweise weitgehend verschont geblieben. Das Schongebiet verfolgt den Schutz der Pflanzen, der Natur und Wiederaufbau eines gesunden Wildbestandes. Besonders lohnend ist ein botanischer Rundgang durch das Fellital. Im September 2003 wurde auf dem Gipfel des Taghorns ein neues Gipfelkreuz eingeweiht.
Der Zugang erfolgt von der
Fellibrücke steil hinauf durch den Wald zu den
Hütten 'Felliberg' und dann sanfter ansteigend
zum Rhonastutz (1370 m) und weiter zur Treschhütte
(1475 m) Ein
guter Pfad führt durch das Fellital
weiter nach Süden über Vorder- und Hinter
Waldi hinauf zur Alp Obermatt, der letzten grünen Alpweide. Nach der
nächsten Steilstufe, bei Murmetsbüel, dringt
der Pfad endgültig in eine steinerne Welt ein.
Rauer werdend, aber durchwegs markiert, steigt
er durch eine schuttgefüllte, im Früsommer oft
schneebedeckte Mulde zur Fellilücke an; 2478 m,
3 h15'. Der Hüttenwart gibt gerne Auskunft
über die momentanen Schneeverhältnisse, aber
auf jeden Fall sind Wanderstöcke sehr zu
empfehlen. Müde Wanderer können von hier aus
in 45 Minuten den Oberalppass gewinnen und dort
den Zug besteigen. Lohnend ist, die
Wanderung von der Fellilücke bis zum Nätschen
ob Andermatt fortzusetzen. Hoch über dem
Oberalpsee durch führt der Weg fast horizontal
um den Schneehüenerstock herum. Am kleinen,
glaklaren Lutersee vorbei, immer nur wenig absteigend,
weitet sich der Blick ins liebliche Urserental. Nach dem
Stöckli wird der Weg zum Strässchen und führt
hinunter zum Nätschen; 1841 m, Station der
Furka - Oberalp - Bahn. Wer die Tour
verlängern will, wählt bei Stöckli -
Nätschen die makierte Route durch den Bannwald
hinunter zum Bahnhof Andermatt. Treschhütte - Pörtlilücke- Etzlihütte Von der Hütte auf dem markierten Weg nach Vorder Waldi wo ein Steg über den Fellibach führt. Der Weg steigt nun steil an, überquert den Pörtlibach am oberen Ende der Felsen auf ca. 1775m und erreicht die Ruinen von Pörtlistäfeli 1872m. Erneut den Bach querend über einen steilen Hang hoch zum ebenen Boden von Hinter Pörtlistäfeli. Vorbei an grossen Blöcken in E-Richtung, über eine weite Geröllhalde und zum Schluss durch eine Schuttrinne zur Pörtlilücke 2506m. Von hier kann der Ruchen 2812m in nicht allzu schwieriger Felskletterei bestiegen werden (SAC Clubführer Urner Alpen Ost). Von der Lücke auf markierten Wegspuren durch grosse Blöcke und durch eine schuttige Grasrinne. Am Hubel vorbei und einen Bach querend zur Hütte von Hinter Spillaui P 2355. Auf dem Weg nördlich der Hütten von Spillaui vorbei nach Felli und weiter zur Etzlihütte 2052m. Wanderzeit: ca. 5 ,5 Std. Das abgeschiedene und bisher vom Massentourismus weitgehend verschont gebliebene Fellital mit den kleinen Nebenästen: Chlüser- Pörtli - und Wicheltal, beherbergt auf 1475 m ü. M. mit der Treschhütte die tiefstgelegenste SAC- Hütte der Zentralschweiz. Ähnlich wie im Voralptal beeindruckt der Kontrast zwischen dem lauten Haupttal und der Abgeschiedenheit des Tales, das für die Einheimischen Fellenen heisst. Begleitet vom Rauschen des Fellibachs zieht der recht steil angelegte und teils mit Granitblöcken durchsetzte Weg seine Kehren von der Kantonstrasse bei der Fellibrücke hinauf durch den Fichten-wald zu den Hütten vom unteren und oberen Felliberg. Jetzt erst öffnet sich das Tal, das sich vom oberen Felliberg (1130m) in mehreren Stufen bis zur 2840 m hohen Fellilücke hinaufzieht. Neben klotzigen Felstrümmern überquert eine Holzbrücke auf 1264 m den Fellibach, sanfter leitet der gut markierte Hüttenweg über Ronen weiter zur sagenumwobenen Treschhütte (1475 m) der Sektion Am Albis des Schweizerischen Alpenclubs. Je höher das Tal, desto deutlicher zeigen sich die Einflüsse der Naturgewalten. Der Fellibach wurde durch kleinere Bergstürze und Schuttmassen aus den kurzen, aber sehr steilen Seitentälern mehrmals gestaut, so dass bei Hütten (1264m), Ronen (1372m), Vorder Waldi (1508m) sowie Obermatt (1841m) und Murmetsbüel (2010m) ebene Flächen entstanden. Namenspate der Treschhütte ist der legendäre "Felli -Tresch" Zunächst lebte der 1835 als Sohn des "Grossen Tresch" geborene Johann Josef Tresch-Indergand mit seiner Familie, aus der drei Töchter geboren wurden, im Etzlital. Aus wirtschaftlicher Not wechselt er nach dem Tod seiner Frau das Tal und übersiedelte auf die hintere Seite des Bristenstocks ins Fellital, wo er mit vier noch verbliebenen Geissen in verschiedenen Etappen taleinwärts zog, bis er schliesslich am Ronastutz sein Refugium fand. Hier verbrachte der inzwischen "Felli- Latz" genannte, grossgewachsene Johann Josef Tresch viele Jahre in einsamer Klause. In Alpinistenkreisen war er trotzdem ein geschätzter Bergführer, dem man sich für fünf Franken Gipfeltarif ruhig anvertrauen konnte. Mit seinem Bruder Josef Maria, einer der Pioniere der Urner Alpen, stand er 1865 erstmals auf dem Piz Nair und die Urner Alpingeschichte nennt vom Fedenstock bis zum Sonnig Wichel über ein Dutzend Routen auf das Konto von "Felli- Tresch". Dieser war schon durch seine äussere Erscheinung ein Original. Über 180 cm gross, breit und schwer gebaut, einem alten Kittel, dem schweren Filzhut auf dem Haupt und riesige, mit Nägeln und Eisen beschlagene Holzböden an den Füssen, hat seine Gestalt manch mitleidiges Lächeln gefunden. Zu verschiedenen Malen war er mit dem Zürcher Alpinisten Carl Seelig, der 1917 am Chli Spannort tödlich verunglückte, in den Urner Bergen unterwegs. "Er hatte nicht etwa Bergschuhe -Nein- gewaltige Holzbodenschuhe, Riesendinger, wahre Kähne, sodass wir oft nicht begreifen konnten, wie der Alte durchkam". Wer ihn aber als Führer erleben durfte, wie er mit seinen unförmigen Schuhen die schwersten Hindernisse überwand, dem verging bald das Lachen. Als Strahler wies der Felli-Tresch beachtliche Funde aus, doch am Fedenstock verliess ihn das Strahlerglück, als sich ein Teil der Höhlendecke löste und ihm die rechte Hand und ein Teil seines Arms eindrückte. Erst nach stunden-langem Zerren und Reissen gelang es ihm, seine zerquetschte Hand zu befreien die, ohne jegliche ärztliche Hilfe, verstümmelt blieb. Am 28. Sept. 1902 kehrte der junge Zuger Bergsteiger "Schilling", der zusammen mit dem Felli-Tresch am Sonntagmorgen von dessen Hütte zu einer Bergtour auf Bristenstock aufgebrochen war, allein ins Tal zurück. Johann Josef Tresch blieb, auf der Suche nach im Nebel hilferufenden Touristen, am Bristen verschollen. Erst 19 Jahre später, am 20. Oktober 1921, fand Albin Indergand aus dem Ried in Amsteg, im Etzlichlüser die sterblichen Überreste des verunglückten Felli- Tresch. Der Fund wurde handschriftlich fein säuberlich aufgezeichnet und die gebrochenen "Gebeiner" auf dem Friedhof von Amsteg beigesetzt. Heute erinnert der Name Treschhütte an den eigenwilligen und freiheitsliebenden Felli- Tresch. Hüttengeschichte 1905 nennt der Urner Führer die Treschhütte als Privateigentum von J.Jauch, Bristen und M. Wipfli in Silenen. Der 1875 in Seelisberg geborene und später in Silenen wohnhafte Bergführer Michael Wipfli- Zgraggen, seine Frau Berta war aus dem Stamm der "Dubels", gilt als einer der ersten Skihersteller. Während seine Berufskollegen den neumodischen Dingern noch skeptisch gegenüberstanden, liess Wipfli seine Skibretter 1911 bei Eidg. Amt für geistiges Eigentum patentieren. Vor der Auswanderung 1913 nach Kanada schenkte er seine Mineraliensammlung dem Kollegium Maria Hilf in Schwyz und verkaufte seinen Anteil Treschhütte an Josef Jauch, Wirt in Amsteg. "Möge diesem intelligenten Führer auch das weitere glücken", schrieb die Urner Presse. 1923 hat die im Bezirk Affoltern beheimatete Zürcher SAC - Sektion "Am Albis" von der Gemeinde Gurtnellen die frühere Behausung des Johann Josef Tresch erworben und ausgebaut. Anstelle der baufällig gewordenen Holzhütte wurde 1947 der heutige, massive Blocksteinbau ca. 100 m über dem früheren Standort, am Eingang zum Vorder Waldi gebaut und 1984 talseitig erweitert. Naturparadies für Gross und Klein Inmitten einer grossartigen Naturlandschaft ist das abseits aller Verkehrswege verborgene Fellital mit seiner Treschhütte ein beliebter Ausgangspunkt für Berg- und Wandertouren über die Fellilücke zum Oberalppass oder umgekehrt, wie auch über die Pörtlilücke zur acht Monate durchgehend bewarteten Etzli-Hütte. Die Umgebung rund um die Treschhütte ist ein kleines Naturparadies für Kinder: Im Wald unterhalb der Hütte laden grosse Steinblöcke zum gefahrlosen Spielen ein, zum Herumkraxeln, zum Anschleichen, zum Pirschen, der nahe Bach zum Plantschen und Götschen. Talaufwärts weitet sich das Tal zu einer stattlichen Alp mit Geissen und Kühen. Tresch Hütte 1'475 m, im Fellital bei Gurtnellen, Koordinaten 692.570/174.870 LK 1212 Amsteg, 256 Disentis 36 Schlafplätze Hüttentelefon: 041 887 14 07 Reservationen: beim Hüttenwart Besonders lohnenswert ist ein botanischer Rundgang durch das Fellital, beschrieben vom Max Rothenflh, dipl. Natw. ETH und nachzulesen bei www.top-of-uri.ch unter "Fellital". Quellen: Zeitschrift Alpina 1902/ 1921/1922/ Urner Führer 1905/ Seperatdruck Fellital 1972/ Max Rothenflh, dipl. Natw. ETH 6467 Schattdorf, Botanischer Rundgang durchs Fellital/ Gemeindearchiv Silenen/ Sektion am Albis, Webseite/ Private Angaben Frau Epp, Silenen/ Nachruf Michael Wipfli/ Archiv Sepp Huber/ CSS Versicherung, Höhenflüge/
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