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Alpinwandern vom Erstfeldertal zum Sustenpass

Ihre Begleiter

In sechs Etappen vom Erstfeldertal über das  Leutschachtal- und Gornerental ins Meiental

 

Streifzug Erstfeldertal

Abseits vom hektischen Alltag und fern von jedem Rummel wandern wir über einsame Pfade und Pässe, von Hütte zu Hütte, und entdecken dabei unbekannte Seitentäler und verborgene Bergseen. Einmalige Gletscher und zackige Berggipfel umgeben die Route, zarte Alpenblumen lugen aus schmalen Felsritzen und scheue Grattiere beobachten misstrauisch die Eindringlinge. Wir bewegen uns fast ausschließlich auf weiss- blau- weiss markierten, alpinen Routen. Diese führen teilweise durch wegloses Gelände, steile Geröllhalden oder Runsen, über Schneefelder und Gletscher oder durch Felspartien mit kurzen gesicherten Kletterstellen, jenseits breiter und vielbegangener Wanderwege. Dazu werden etwas Bergerfahrung, eine gute körperliche Verfassung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt. Bei einzelnen Schnee- und Firnfeldern sind ein Pickel und leichte Steigeisen erforderlich. Für diejenigen, die mit dieser Art von wandern liebäugeln, wird diese Route mit Bergführerbegleitung   garantiert zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

1. TagGehzeit  3 Std. 30’

Individuelle Anreise nach Erstfeld (SBB). Von Erstfeld mit dem  Alpentaxi durch die kurvenreiche Strasse zur Ebene der Bodenberge (1000 m). Aufstieg Hüttenweg Richtung  Alp Chüeplangg entlang des ungebändigten Alpbaches dem tiefen Hintergrund des Tales entgegen und  über den Fulfad,  an der geschützten  Hochmoorebene Fulensee vorbei, mit dem Geschmack der würzig- herben Legföhren in der Nase, hinauf zur gastlichen Kröntenhütte der Sektion Gotthard SAC. Übernachtung in der Kröntenhütte 1903m. Es ist wunderschön, sich beim Aufstieg im hintersten und wilden Teil des unberührten Erstfeldertales auf die kommenden Tage einzustimmen.
(Alpentaxi Erstfeld:  079 413 91 15)

 

2. Tag:  Gehzeit 5 Std. 

 

 

 

 

 

 

Bilder Leutschachtal

Heute heisst unsere Route Panoramaweg. Anstieg über den Rücken des runden "Päuggen", dann durch wilden "Hundtschingel"- teils mit Drahtseil und Ketten gesichert - und über das nicht mehr bestossene Älpli hinauf  zum geheimnisumwitterten,  tiefschwarzen Leidsee, dann weiter zu den Gratzacken zum Leidseepass 2329m. Abstieg hoch über dem Leutschachtal - wieder zum Teil mit Drahtseil gesichert- durch die stotzige, gras- und felsdurchsetzte Flanke der "Chapferplanggen" zur schon lange "gesichteten" Leutschachhütte, 2208m der Sektion Zimmerberg SAC. Die Route geizt nicht mit landschaftlichen Reizen und Aussichten, etwas kraxlige Stellen bringen Abwechslung. Falls der Panoramaweg infolge viel Altschnee Probleme aufweist, nehmen wir den etwas weniger ausgesetzten Weg über das Steinchelenfurggi ( Ruchpass ) 2657m, Marschzeit 3h45’

 

3. Tag: Gehzeit  7 Std.

 

 

 

 

 

 

 

Bilder Gorneren

Mitte der Woche steht die Königsetappe auf dem Programm. Aufstieg von der Leutschachhütte zum Einkerbung Sasspass 2669m, Abstieg zum einsamen Sass Seeli und weiter nach grossen Steinen von Hobeng 1807m ins unbekannte Gornerental. Nun folgt der Aufstieg über Laucheren zum zweiten Pass, nämlich zum Rot Bergli 2407m. Gemütlich und nicht mehr so anstrengend wandern wir im Meiental über die Schafgand zur trutzigen Sewenhütte 2150m, vielleicht reicht’s noch für eine Abkühlung im Sewensee, Übernachtung in der Sewenhütte. Diese alpine Route schlängelt sich entlang dreier Bergseen, über zwei steile Pässe und durch drei einsame Täler. Ganz verschiedenen sind auf dieser Route die Gebirgsansichten, unterschiedlich sind unsere Gefühlswelten, einheitlich das Bergerlebnis: Fantastisch. Die Etappe stellt durchaus gewisse Anforderungen an Schuhwerk und Ausdauer.  

 

4. Tag: Gehzeit  3 Std. 45’

Ein bisschen gemütlicher nehmen wir's heute und bleiben im Sewengebiet, Aufstieg via alter Hütte (die den Lawinen nicht zu trotzen vermochte) zum Spitzplanggenstock 2822m, Abstieg zum Sewensee. Je nach Temperatur gibt’s hier ein ausgiebiges Bad, bis in der Sewenhütte das Nachtessen bereit ist, Übernachtung in der Sewenhütte. Der Spitzplanggenstock ist eine schöne Tagestour mit Rückblick auf die Etappe von gestern, der Blick ins unbekannte lang gezogene Gornerental, Heimat vieler Murmeltiere, ist einmalig.

 

5. Tag: Gehzeit  4 Std.

Für einen kurzen Moment geht’s hinunter zur Sustenpassstrasse 1613m, aber bloss um darauf den Gorezmettlenbach zu überqueren, von da Aufstieg via Hohberg zur Sustlihütte, Übernachtung in der Sustlihütte 2257m. Auf dem Höhenweg zur Sustlihuette.ch öffnet sich der Blick über den Sustenpass. Gwächtenhorn, Sustenhorn und die Tierberge ragen aus dem vergletscherten Hochplateau des nahen Berneroberlandes. Stolz spreizen die Fünffingerstöcke über dem Chli Sustli ihre steinernen Finger in den Himmel, bizarr steht neben seinem Muttergestein der abgespaltene Falkenturm im Spannortmassiv, silbern glitzert das markante Gipfelkreuz des Grassen über den Zentralschweizer Bergen, Abendstimmung über dem Meiental.

 

6.Tag: Gehzeit  4 Std.

 Endspurt zum Sustenpass.

Wir queren auf gleich bleibender Höhe über dem Einschnitt vom Sustenbrüggli den Kessel von Chli Sustli. Leicht ansteigend über einen kleinen Firn und eine mit Ketten gesicherte, kurze Felspassage gelangen wir zum steinernen Guferjoch 2551m. Über den Sustenlochfirn und unter dem Silberberg und und des Heuberge hoch über dem Urner Meiental erreichen wir den Sustenpass 2224m, wo wir auf dem Sustenpass- Hospiz  sicher einen kühlen Drink verdient haben. Hier ist die Alpine Wanderung offiziell zu Ende und wir verabschieden uns schon bald. Mit dem Postauto oder Alpentaxi begeben wir uns am Nachmittag individuell Richtung Wassen/ Göschenen, wo wir Anschluss an Bus oder SBB finden. Wer noch nicht genug hat, findet  im Hospiz Unterkunft und steigt mit sicher Bergführerbegleitung über die alpine Route vom Sustenjoch in das trogförmige Urner Voralptal. weiter zum Göscheneralptal.

Variante: Wer die alpine Route umgehen will, wandert von der Sustlihütte hinab gegen das Sustenbrüggli weiter gegen die hintere Hinterfeldalp und folgt neben dem Chalchtal dem alten Sustenweg. Auf der historischen Route erreicht man direkt das Hospiz auf dem Sustenpass.