Eine ausdrucksvolle
Gipfelgestalt ist der Sunnig Grat nicht, eher eine kleine unscheinbare
Bergschulter. Die steht aber so dicht über dem Urner Reusstal,
dass man sich dort oben kaum satt sehen kann an dem frappierenden
Tiefblick ins Urnerland und zum tiefblauen Urner See. Offen liegt auch
das grüne, sonst so verborgene Fellital bis zu seiner Lücke gegen den
Oberalppass und natürlich auch das vielgerühmte Maderanertal mit
seiner gletscherreichen Hochgebirgswelt. Am besten kommt das alles im
Frühherbst zur Geltung. Dann ist das Riedland ringsum bunt, die
eingelagerten Seeaugen erscheinen tiefblau und die Urner Dreitausender wirken
im ersten Winterkleid wie Himalaya Riesen. Der Sunnig Grat eignet
sich auch für Familien mit bereits wandertüchtigen Kindern. Seilbahnen verkürzen den
Talaufstieg, der nahezu gefahrlose Bergwanderweg ist überaus abwechslungsreich und
außerdem steht am Fuße des Gipfels eine kleine, und im Sommer meist
bewirtschaftete Berghütte. Von Intschi im Reusstal,
das man über die Urner Kantonsstrasse mit Ausfahrt der "N2"
bei Amsteg erreicht, führt eine Seilbahn hinauf zum hübsch
in der Landschaft eingebetteten Arnisee. Dieser wurde in den
Jahren 1908 bis 1912 künstlich aufgestaut und dient seither zur
Energiegewinnung. Die Anreise ist auch über den ÖeV, mit der
Auto AG Uri gesichert, zudem bietet die Luftseilbahn Amsteg- Arni
eine zusätzliche Variante.
Die erste Etappe zieht
dicht am bewaldeten, malerischen Ufer des Arni- Sees entlang. Exorbitant steil ragen im
Osten scheinbar direkt hinter dem See der Bristen, der Oberalpstock und
die Windgällen auf. Ein beeindruckendes Bild, das immer wieder zum
Verweilen einlädt. Später verschwindet der Weg links im Wald und
windet sich in etlichen Kehren empor zum Rietboden (1778m). Herrlich
duften die kleinen Zapfen der niedergedrückten Legföhren, weiter geht
der Weg zwischen dichten Heidelbeersträuchern nochmals eine
Hangstufe hinauf nach der Grossgand mit seinen versteckten kleinen
Seelein. Bis zum Ziel der Wanderung ist es nicht mehr weit, die Route
holt jedoch noch etwas nach Westen aus und führt zunächst zur
Sunniggrätli- Hütte (1977m). Hier beginnt der eigentliche
"Gipfelanstieg", der diese Bezeichnung im alpinistischen Sinne
allerdings kaum verdient. Dafür verläuft das letzte Teilstück bis zum
Gipfelkreuz durch ein wahres Labyrinth vielfältig geformter Granitblöcke,
wo die jungendlichen Kinder unter Anleitung ihrer bergtüchtigen Erwachsenen
spielerisch ihre Geschicklichkeit im Fels
trainieren können.