- Schärhorn 3295 m: Erstbesteigung
Der markante Gipfel des 3295 m hohen Schärhorns mit seiner "Schere".
Die Erstbesteigung des Gross Schärhorns erfolgte 1842. Zwei Jahre vorher war der Basler Georg Hofmann von Unterschächen aus, wenigsten bis auf Schärhorn- Griggeli vorgestossen, zweimal hatte er die Möglichkeit vom Hüfliälpeli aus erwogen. Den vierten Anlauf unternahm er wiederum vom Schächental aus und zwar mit dem ledigen Wirt und Gemeindevorsteher Jost Gisler, (Jochi- Jost) aus dem Stamm der "Schwanders" (1808-1870), Wirt zur Rose in Unterschächen, der noch den erfahrenen Urnerbödeler Gemsjäger Peter Leonz Imholz (1803-1871) anheuerte. Auf dem Südgrat blickten sie überrascht zum Hälsifirn hinab: "Auf der schwindelnden Höhe in die schauerliche Tiefe von vielen hundert Fuss zu beiden Seiten hinabschauend, wanderten wir nun über den scharfkantigen Grat wie über den First eines riesenhaften Daches. Wer auch nur der geringsten Neigung zu Schwindel unterworfen gewesen wäre, hätte hier zurückbleiben müssen"." Den rastlosen Bemühungen Gislers, der nicht nur die ermüdende Herbeischaffung von Mundvorrat und Gerätschaften bereitwillig besorgte, sondern auch mit meiner anfänglichen Unentschlossenheit zu kämpfen gehabt hatte, verdanke ich grossenteils das Gelingen der Besteigung." Auch für den Gemsjäger Peter Imholz war er voll des Lobes. Auf dem Gipfel errichteten sie eine vier Fuss hohe Steindaube, Hoffmann schrieb den üblichen Gedenkzettel und stopfte ihn in eine Flasche. 21 Jahre später, 1863 startete der Basler Finniger um 4.07 Uhr vom Hüfiälpli aus. Engagiert hatte er die Bergführer Josef Maria Tresch- Exer, und Ambros Zgraggen, den Karli Breseler. Hinzu kam noch der Träger Sebastian Zgraggen, der bitternötig war, denn die Fracht, zusammengestellt durch die Frau Wirtin im Kreuz in Amsteg, bestand aus acht Flaschen Wein, einer Flasche Kirsch, Schafbraten, Brot, Kaffee. Zucker, Pfeffer, Salz, achtzehn gesottenen Eiern, Wolldecken und Zigarren. Um 10 Uhr erreichten sie den Gipfel und fanden im Steinmann den "Gedenkzettel": "9. August 1842, mittags 11 Uhr. Mit der Hülfe Gottes hat der Schreiber dieses, Georg Hofmann an der Eisengasse in Basel, unter Begleitung des Herrn Jost Gysler, Präsident und Rosenwirth in Unterschächen, und Peter Leonz Imholz, zwei wackeren und vertrauten Bergsteigern, zum erstenmal die Spitze des Scheerhorns erreicht. Gott gebe, dass wir die Gefahren der Rückreise glücklich überstehen mögen."
Quelle: Urner Namenbüchen Band I - III, Nünlist : Das Maderanertall;
Geschlechter aus dem Schächental, Staatsarchiv URI,
G. Horffmann, Wanderungen in der Gletscherwelt:
Bild oben: Aus Website Berggasthaus BielBearbeitung: Sepp Huber