www.top-of-uri.ch 

In der Kinderstube des Rheins

Route: Oberalppass 2044 m – Pazolastock 2740 m – Badushütte – Lai da Tuma –
Maighelshütte - Oberalppass.( Variante: Lai da Tuma - Unteralptal- Vermigelhütte)


Ein  Stück Alpingeschichte:   
Die Erstbesteigung des Piz Badus
1785

  Bilder

Variante
Oberalppass – Pazolastock 1¾ Std.          
Pazolastock – Badushütte ¾ Std.                       
Badushütte – Lai da Tuma 25 Min.
Lai da Tuma – Oberalppass 1 Std.
Gesamt knapp 4 Std.
Mit dem Abstecher zur Maighelshütte knapp 5 Stunden.
Höhenunterschied: Jeweils 800 m im An-und Abstieg.
Unterkunft: Badushütte, Maighelshütte

Die reizvolle Wanderung zum Ursprung des Flusses führt uns zum idyllisch gelegenen Tomasee im zentralen Gotthardmassiv. Der geografischen Bedeutung entsprechend eine viel begangene Tour! An der Passhöhe des Oberalp (2044 m) weisen Schilder zum "Pazolastock/Lai da Tuma" einen anfangs noch gepflasterten Weg hinauf. Nach einem Holzkreuz wird der Weg zum Bergwanderweg, der als stellenweise ausgewaschene Rinne durch Matten von Alpenrosen steinig und zunehmend steil die Nordflanke des Pazolastocks hochführt. Je mehr wir an Höhe gewinnen, umso beeindruckender werden die Tiefblicke in die Surselva.Nach einer guten Aufstiegsstunde erreichen wir eine Gabelung. Rechts runter geht's Richtung Urserental. Im Hintergrund des weiten Urner Hochtales können wir die Route der Furkapassstrasse ausmachen, rechts von Andermatt ist der enge Einschnitt der Schöllenenschlucht erkennbarNach einer guten Aufstiegsstunde erreichen wir eine Gabelung. Rechts runter geht's Richtung Urserental. Im Hintergrund des weiten Urner Hochtales können wir die Route der Furkapassstrasse ausmachen, rechts von Andermatt ist der enge Einschnitt der Schöllenenschlucht erkennbar. Weiter geradeaus windet sich der stellenweise recht abschüssige Saumpfad oberhalb der Seeplanggenflüe (2572 m) im Zickzack zur Militärbaracke unterhalb des Pazolastocks (2740 m) hinauf. Zwei Minuten darauf schlagen wir an der Steinsäule auf dem Gipfel an und geniessen das grandiose Rundum- Panorama. Sedrun liegt wie eine Spielzeugstadt unter uns, bei guter Sicht lässt sich das Vorderrheintal bis Chur überblicken. Zurück an der Schutzhütte läuft der Pfad zunächst auf dem Südgrat ein kurzes Stück abwärts, um dann im Gegenanstieg nochmals steil anzusteigen. Die Passage sieht schwieriger aus, als sie ist, und kann  überraschend einfach gemeistert werden.  Vom Grat geniessen wir fulminante Aussichten hüben und drüben – zur Rechten auf Andermatt und Furka, zur Linken in die Surselva. 20 Minuten nach dem Pazolastock wird der der höchste Grat (2743 m) erreicht – höher geht es heute nicht mehr. Wir steigen nun unterhalb des felsigen Grates des Fil Tuma zur Badushütte (2503 m) ab. Die gerundete Kuppe des Pazolastocks nimmt sich trotz der Höhe von 2740m vor der umliegenden Felsenarena recht bescheiden aus – links der Schijenstock, rechts der Crispalt-Grat. Von der Berghütte führen zwei Routen zum See. Wir wählen die schönere und ein paar Minuten längere Variante, die von der Hütte rechts bergab an grossen Steinmännchen vorbei durch grüne Matten in ein sumpfiges Kerbtal läuft. In der Talsohle gehen wir am Bach entlang, queren diesen und blicken dann auf den von bizarren Felsblöcken umgebenen, idyllisch gelegenen Lai da Tuma (2343 m), den Quellsee des Vorderrheins. Der junge Rhein hat eine weite Reise vor sich: Noch 3000 km bis zur Nordsee, erklärt uns die Inschrift einer Bronzetafel. Obschon er dann als Vorderrhein als bereits stattlicher junger Fluss dem Dörfchen Tschamut  zueilt, hat seine Wasserführung die Fachleute der Energiewirtschaft kaum je beeindruckt. Er entstammt nicht dem blauschimmernden Schoss eines Gletschers und verfügt deshalb nicht uber die ungestüme Kraft der Schmelzwasserbäche. Gerade das vielleicht hat seinem Quellgebiet das Schicksal der benachbarten Täler erspart. Kurz vor dem See queren wir ein zweites Mal den durch Wollgraswiesen mäandernden Wildbach. Wir steigen links das Nordufer hinauf und treffen oberhalb des Sees auf den anderen von der Badushütte kommenden Pfad. Der nun breite felsige Weg läuft hangabwärts auf die unter uns liegende Passstrasse zu. Nochmals haben wir eine herrliche Aussicht in die Cadi. Wer den lohnenden Abstecher zur Maighelshütte unternimmt, zweigt bei der beschilderten Gabelung rechts ab, direkt zum Oberalppass halten wir uns links und erreichen eine halbe Stunde darauf auf einem sumpfigen Wiesenpfad wieder den Ausgangspunkt Oberalppass. Dort laden Hinweistafeln zu weiteren Taten: Fellilücke - Fellital- Treschhütte.  Bildernachweis: www.edlibaer.ch

CSS-Wandertipp für Familien: Camona da Maighels SAC        
Gesamt-Wanderzeit 6 ½ Std., auch für kleinere Kinder geeignet.


Auf dem Weg zum Lai da Tuma werden Sie sicher auch den einen oder anderen Glitzerstein finden. Strahler, wie Kristallsammler genannt werden, kennen das Hochtal bestens. Am Lai da Tuma entspringt der Rhein als munterer, klarer Bach, der träg und gross bei Basel schliesslich die Schweiz verlässt. Der Abstecher zum See ist aber nicht unbedingt notwendig. Den Aufstieg zur Maighelshütte starten Sie auf dem Oberalppass – also auf einer Höhe von 1987 Metern. Bis hier gelangen Sie ohne Probleme mit der Eisenbahn. Auf halbem Weg Richtung Hütte zweigt der Pfad zum See ab. Etwa eine Stunde müssen Sie für diesen Umweg einrechnen. Auf der Normalroute erreichen Sie die Camona da Maighels nach etwa 2 Stunden. Sie liegt auf 2314 m ü.M..
Ein sehr lohnenswerter Abstieg führt über den Maighels-Pass. Der Weg führt vorerst über eine Ebene, die durchzogen ist von Moorflächen und kleinen Tümpeln. Dann steigt er kurz an und erreicht schon bald die Passhöhe auf 2421 m ü.M.. Von hier oben wandern Sie zur Vermigelhütte hinunter. Ein Kaffee nach dem Pick-nick ist sicher nicht zu verschmähen! Durch das Unteralptal führt der gute Weg dann beschaulich nach Andermatt. Für diese Wanderung müssen Sie etwa 4 ½ Stunden einrechnen. An der Gotthardstrecke sind Sie dann bestens an das Zugsnetz angeschlossen.
Camona da Maighels CAS, bewartet von Mitte Juni bis Ende Oktober, 100 Schlafplätze, Tel. 081 949 15 51. Wanderkarte 1:50000, Nr. 256. Für weitere Wanderungen und Wandertipps bestellen Sie die kostenlose Broschüre HÖHENFLÜGE unter Tel. 041 368 22 40 oder unter www.css.ch/hoehenfluege

Variante
Vom Ursprung des Rheins, vom Lai da Tuma, steigen wir zuerst bis ca. 2260 m ab und queren dann in südöstlicher Richtung zum Westufer des Lai Urlaun (2248 m). Ohne Höhe zu verlieren folgen wir dem gut markierten Weg, der zum flachen Lolenpass empor führt (2399 m). Fast parallel liegt das Unteralptal vor uns. Westwärts geht's weiter bis Pt. 2310, dann abwärts  und  zwar  in mehreren Dutzend gut angelegten Wegkehren hinunter  in den Talgrund. In leichter Wanderung der Unteralpreuss entlang durch das alpwirtschaftlich genutzte Tal reussaufwärts erreichen wir  nach einem kurzen, letzten Steilstück die heimelige Vermigelhütte (2047 m).I

 

Bild:

Inschrift an der Vermigelhütte ( Bauunternehmer Hans Bonetti war 1962 - 1968 Präsident des Urner Bergführervereins. Auf seine Initiative entstand der Klettergarten in Bellinzona)

Weiter zu den Routen im Gotthardgebiet          

johu