zurück

 Der  Älpler und Bergführer  Sepp Huber- Wipfli  (1868- 1953)  

Ein bemerkenswerter Älpler und Bergführer war Sepp Huber- Wipfli,  genannt "Michi- Sepp". Geboren wurde er 1868 in  Surenen, wo seine Eltern, die eingangs des Erstfeldertales wohnhafte Familie des Michael Huber- Furger die Alphirte besorgte. Lokale Bekanntheit erhielt er als Älpler der Erstfelder Alp Chüeplangg,  wo er seit 1885 engagiert,  im Jahre 1945 das 60-jährige Alpjubiläum feierte. Nach dem Bau der  ersten Kröntenhütte im Jahre 1890, lag seine Alp sozusagen  am Hüttenweg. Hier wurde gerastet, hier trank man Süffi aus dem Napf und Schwarzes aus dem Emailbeckäli. Ab 1905 bewartete er einige Jahre die Kröntenhütte und erwarb 1906 zusammen mit 15 Teilnehmern im 10-tägigen Urner Bergführerkurs das Urner Bergführerpatent. Als Lokalführer im  Erstfeldertal und Umgebung tätig, führte sein Weg mehrfach über die Schlossberglücke und auf die Gipfel der näheren Umgebung.

Urner Bergführerabzeichen 1888

Helena Huber- Wipfli, Gattin des Michi Sepp

Wappen der Urner Huber

Wappen des  Urner Geschlechts Wipfli

1901 wurde er bei der Nachschau seiner Schafherde Zeuge eines Bergunfalls. Zwei Alpinisten stiegen von der Schlossberglücke unter den Flühen der Schlossbergwand Richtung Chüeplangg ab, als der eine plötzlich ausglitt und in rasender Fahrt ca. 300 Meter weiter unten in einem Firnkessel verschwand. Huber organisierte Hilfe und begab sich zusammen mit vier Männern aus dem Tal zur Unglücksstätte wo sie tatsächlich auf eine weibliche Verunglückte stießen, die sie aus 80 Metern Tiefe nur noch tot bergen konnten. Die zweite Person verirrte sich unter Schock in die steile „Sackplangge“, von wo aus  man sie in Sicherheit brachte. Es waren die englischen Schwestern Jrafford, die Verunglückte war 26- jährig.  Die beiden weilten zusammen mit ihrem Vater in Engelberg und wollten nun führerlos über die Schlossberglücke nach Erstfeld und gleichentags wieder über den Surenenpass nach Engelberg marschieren. 

Verheiratet mit Helena Wipfli, (z’ Hechelers) die ihm fünf Kinder schenkte, wohnte der Michi Sepp nun in der "Chuchi" neben der St. Leonhardskapelle. Und erzählen konnte der Huber  Michi- Sepp. Von Herren und Welten, von Bergen und Stürmen, vom seinem premierten Stier Chaiser, seinem Tschägg, - von Politikern und Kirchgängern. Beide Hosenträger gespannt zwischen den Händen erzählte er:  Ix und wiä und tschäss“ - von seinem Erstfeldertal, „vom Petergness z’altä Stafel“ und der englischen Miss im Gletscherschrund, vom Russen „Peskin“ im Schlosschessel und seiner eigenen Lebensphilosophie. Z’Läbä gärn ging er z’Alp  auf seine Chüehplangg.

Nachdem allerdings die Sennhütte auf Chüeplangg infolge Fahrlässigkeit von Touristen bis auf die Grundmauern niederbrannte, machte „Michi Sepp“ vermehrt Kontrollgänge. Dabei traf er auf zwei verdächtige Typen, diese mussten vor ihm bis zum Polizeiposten marschieren, hinter Ihnen der Michi- Sepp mit vorgehängtem Gewehr. Seine Tochter Anna bewirtschaftete zusammen mit ihrem Mann, Hans Furrer, „z’Binis“ die Alp Chüeplangg weiter. Dann folgte ihr Sohn, Josef Furrer- Arnold, der “ Bini- Sepp“. 2003 endet die langjährige Alptradition.