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Die Madran – eine Bergbaudynastie

Seltsame Zeiten erlebte das Maderanertal während der Bergbauepoche mit der Dynastie der Madran. Als Überlieferung und Würdigung erhielt das frühere Rupletten- oder Kerstelental den Namen Maderanertal. Die Madran stammten aus dem gleichnamigen Dörfchen Madrano bei Airolo und kamen im 15. Jahrhundert nach Altdorf, wo Peter Madran 1509 das Urner Landrecht erhielt. Der bedeutendste Bergherr unter ihnen war Hans Jakob, Hauptmann im Regiment Beroldingen, Kirchmeier von Altdorf und 1587 Tagsatzungsgesandter in Luzern. 1576 erhielt er mit Romanus Bässler an der Landsgemeinde zu Bötzlingen für 100 Jahre das alleinige Bergbaurecht in der Gemeinde Silenen, sei es auf Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisen und alle Erze und Metalle. Die Abbaustellen auf Eisenerz befanden sich vorwiegend im Windgällengebiet des Maderanertales, sowie am Westhang des Bristenstockes. Das Erz wurde in Obermatt zu Hinterbristen geschmolzen, wo sich noch heute der im Jahre 1966 restaurierte Schmelzofen befindet. Das Umfassungsmauerwerk misst 8x8 m, die Ofenhöhe 7.4 m, der innere Ofenhohlraum 2.1 m. Es ist der grösste Schmelzofen aus dieser Epoche in der Schweiz. Die Eisenmassen wurden nach Amsteg in die grosse Hammerschmiede, die im Mühlemätteli stand, transportiert, daraus wurden verschiedene Werkzeuge, Kugellehren, sogar Granatmodelle für Kriegswerkzeuge hergestellt. Nach Peter Madran, gestorben 1631, sind einige Silener Bergherren nachgewiesen, bis die Wasserkatastrophe 1843 mit der Zerstörung der Werkanlagen – ausser dem Schmelzofen in Bristen – der Bergbauepoche ein Ende setzte.

Berühmt geblieben bis auf den heutigen Tag ist das Maderanertal und seine nähere Umgebung wegen den Vorkommen von Kristallen und seltenen Mineralien. Gar die alten Strahler von Bristen und solche aus dem Ried haben einen guten Namen hinterlassen. In vielen Museen in Europa sind wertvolle und seltene Fundstücke aus dem Maderanertal zu bewundern, die den Namen eines Bristner- oder Riederstrahlers als Finder nachweisen. In Amsteg gibt es noch zwei Strahler, die sich von diesem Erwerbszweig ernähren und sich im besonderen um die Mineralien in der Gemeinde Silenen bemühen.

Aus : Silenen, Amsteg. Bristen