| Zurück | |
|
Vom Bergführer Lussmann, der mehrmals schweissgebadet über der Herenlimi im Maderanertal einen Mann suchte. Als er einen Herrn Berther nach Bünden begleitete, starben beide im Sturm, Berther beim Kreuzstein. Das Unglück hatte sich angekündigt. Auch der wackere Bergführer Z'graggen ( Dubels ) wurde nicht verschont. Nach seiner Rückkehr über den Brunnipass folgte ihm ein Mensch ohne Kopf durch das ganze Brunnital hinaus und nur der zufällig im Hotel Alpenclub anwesende Einsiedler Pater konnte den Geist erlösen. Tresch, der Schwarze, auf dem Weg zu seiner Liebsten, sah sie talaus wandern, wo der Pfarrer das Mädchen auf dem Friedhof traf, doch es war daheim als Tresch erschien. Bald danach fiel das Mädchen beim Wildheuen zu Tode. Es hatte also seinen Tod angekündigt. Der 'alt Wyss' zu Bristen verbrannte in seinem Häuschen, wonach er durch die Stauden gegen den Kohlplatz als Gitziböcklein wandelte, " bis är sys Zyt erläbt het". Wildheuer Ein Wanderer, der durch die wilde Schöllenen schritt, betrachtet erstaunt die jähen Felswände, die sich beidseits der schäumenden Reuss auftürmen. Noch mehr erstaunt ist er, als er über die steilen Wände drei Männer herabsteigen sieht. Rücklings steigen sie auf den kleinen Felsvorsprüngen in die Tiefe. Ihnen voraus kommt ein schwarzes Hündchen, dem Wandersmann graut ob dem Schauspiel. Er wartet, bis die verwegenen Männer bei ihm anlangen und ihm Auskunft geben können. Sie haben droben Wildheu gemäht, getrocknet und in Tristen aufgeschichtet. Im Winter , wenn der Schnee die Schluchten und Krachen ausgefüllt, und ebene glatte Bahn wird geschaffen haben, werden sie das kräftige Heu in Garne zusammenfassen und über die Schneefelder hinuntergleiten lassen. Nun fragt der Wanderer wo denn das Hündchen sei. "Ein Hündchen? Wir haben kein Hündchen, wie sollte so ein Tierchen uns auch folgen können". Die Wildheuer waren die drei Gebrüder Gamma ab der Geissplatte zu Göschenen, zu ihrer Zeit weit und breit als die waghalsigsten und besten Strahler und Gemsjäger bekannt. Bergführerfamilie Gamma Der schwarze Kristall Drei Männer vom Geschlechte Gamma ab der Geissplatte zu Göschenen hatten oft ein nächtliches Licht beobachtet, das hoch oben in einer Felsenwand ob Wyggen blinkte. Sie suchten die Stelle auf und fanden eine grosse geräumige Höhle, die Sandbalm, und in deren Innerem einen mächtig grossen, prächtigen, schwarzen Kristall, der viele tausend Franken wert war. Voll Freude kehrten sie heim, holten Werkzeuge und machten sich an die Arbeit, den Kristall zu heben. In der Höhle rauschte es auffallend. Im Übermut sprachen die drei Gesellen zu einander: »Jetzt brauchen wir des Herrgotts Licht nicht mehr!«, vermachten den Eingang der Höhle mit Brettern und Decken und verwehrten es dem lichten Tag, da hineinzuschauen. Als sie dann in ihrer Arbeit vertieft waren, wurde das Rauschen stärker, am Eingang der Balm ging ein abscheuliches Gepolter auf, und in den Brettern rasselte und zerrte es. »Wer ist da?« riefen die Arbeiter, »hier hat niemand etwas zu suchen und zu befehlen, hier sind wir Meister!« Und sie klopften und pickelten weiter. Wieder rauscht es so geheimnisvoll, und vor der Höhle poltert und kracht es, als ob hundert Felsblöcke heranrollen würden. Der Schrecken schliesst den frechen Strahlern den Mund, dass sie kein Wörtlein mehr zu einander sprechen. Endlich ermannen sie sich und suchen den Eingang auf. Aber der ist jetzt hoch mit Steinen und Schutt geschlossen; sie sind nicht imstande, die ofengrossen Felsblöcke zu entfernen; zu Hilfe kommt niemand, denn sie hatten ihren Gang geheim gehalten. Die drei Gesellen sahen des Herrgotts Licht nie mehr und verhungerten elend in der Höhle. Müller, Sagen aus Uri
|