| zurück | ||
1896 - 1977 51 Jahre Hüttenwart der Windgällenhütte (1917- 1967) |
||
|
Gemäss dem Historisch-Biographische Lexikon ist Silenen der Stammort des Geschlechts Epp. Mit Landammann Johann Joachim Epp gelangte die Linie nach Flüelen. Nach dem Wohnsitz gab sich der Zweig den Namen "von Rudenz". Die Nachkommen verlegten den Wohnsitz nach Altdorf. |
||
|
Mit der Windgällenhütte eng verknüpft. ist das Geschlecht "Epp". Nicht weniger als 92 Jahre waren die Epp's für das Wohl der Gäste am Fusse der Windgällen als Hüttenwarte tätig. Doch der Reihe nach.
1905 gelang dem engagierten Victor de Beauclair die Überraschung. Einige ältere Mitglieder zeichneten die Summe von Fr. 10'070.-- als Fond für eine zweite Cubhütte unter der Bedingung, das diese innerhalb der nächsten drei Jahre an der Windgälle gebaut und einen öffentlich zugänglichen sowie einen privaten Hüttenteil aufweisen müsse. Die Eröffnung sollte auf das 10- Jahres Stiftungsfest möglich sein. Als Standort wurde der aussichtsreiche Hügel P. 2038, am Ostrand des Örtlibodens gewählt, der als absolut lawinensicher erachtet wurde. Ein verhängnisvoller Irrtum! 1906 Die Fundamente wurden schon im Herbst 1905 erstellt. Der Einheimische Franz Epp, der 1902 durch eine Schussverletzung ein Auge verlor, begleitete den Bau der ersten Hütte, der Ende Juli 1906 beendet war, und wurde erster Hütttenwart der Windgällenhütte. M. Guyer, Firma Gasser, Ibach amtete als Baumeister. Einweihungsfeier
Johann Loretz, Schreiner, Amsteg, Meinrad Fasser, Zimmermeister, Seewen (Schwyz).
Fertigstellung
1907 Totale Zerstörung der ersten Windgällenhütte am 4. März 1907 durch eine Staublawine aus dem Puchergebiet. Die 70.5 kg. schwere Hüttenkasse wurde aus dem Lawinenschnee ausgegraben und hernach nach Zürich ins Clublokal " Öpfelkammer" transportiert.
1908 Franz Epp begleitete auch den Bau der zweiten Hütte von Juni bis Oktober. und zwar diesmal am westlichen Hange des Hügels auf dem die erste Hütte stand und zwar soweit unten, dass der Dachfirst maximal einen Meter unter dem Rand des Hügels, also völlig im Windschatten liegt. Wiederum führte die Firma Gasser aus Ibach die Arbeiten aus. 1909 Einweihung der zweiten Windgällenhütte am 18. Juli 1909 mit geladenen Gästen. Höhepunkt war das Essen auf festlicher Tafel auf dem Örtliboden. Die grosse Lawinenmauer hinter der Hütte war unübersehbar. Wenn da noch mal was passiert, " dann müsste wohl der Tifel die Hand im Spiel haben " meinte Epp. Noch war das Jahr nicht zu Ende ,als die Hüttenkasse aufgebrochen und von den vorhandenen Fr. 300.-- ca. 100 Franken gestohlen wurden. Die Nachforschungen der Behörden blieben ergebnislos. 1915 Zum ersten Mal wird die
Frage der Bewirtschaftung der Hütte aktenkundig.
Dieser lehnte in völliger Unkenntnis der Sachlage mit der Begründung ab: " (...) Es ist nicht im Interesse der Freunde unverfälschter Natur, des Heimatschutzes und der Begünstigung des Bergsports, die modernen Trinksitten (...) in die schlackenfreie Alpenregion zu verpflanzen".
1916 Der Hüttenwart Franz Epp starb am 3. November an den Folgen seiner Schussverletzung. Lange Jahre war er allein zuständig für die Hütte, ab 1912 waltete er zusammen mit seiner Frau. 1917 Nachfolger von Franz Epp wurde dessen Neffe Gottfried Epp, "ein junger sympathischer Bursche von 20 Jahren" vorerst unterstützt von der Witwe des Franz Epp, ab 1921 zusammen mit seiner Frau Kathrin, geborene Gnos. Der neue Anstellungsvertrag sicherte eine Tagesentschädigung von Fr. 6.-- für seine Tätigkeit in der Hütte sowie Fr, 5.50.-- für sonstige notwendige Arbeiten. Ebenso stand ihm das Recht zu, für das Wassertragen pro Tausse 50 Rappen zu verlangen. 1920 wurden eine Lohnerhöhung für Hüttenwarte wirksam, im Gegenzug wurden sämtliche Hüttentaxen um 100 % erhöht. Sie betrugen nun auf der Windgällenhütte pro Nacht Fr. 1.50 und Fr. 4.-- sowie für Holz einen Franken pro Bündel. 1927
Neben vielen anderen Gipfeln seiner Heimat führt der ruhige Gottfried seine Gäste 236 mal auf die Grosse Windgälle und über 250 mal auf die Kleine Windgälle.
30-er Jahre Der immer populärer werdende Skisport, der sehr gegensätzlich polarisierte, wird in den Analen des AACZ als Zerreisprobe bezeichnet. In dieser bewegten Zeit bildeten der Quästor und die beiden Hüttenwarte Gottfried Epp auf der Windgälllenhütte und Philipp Kalbermatten auf der Mischabelhütte die ruhenden Pole des Zürcher Clubs. 1941 Zum Stiftungsfest empfing Hüttenwart Epp den AACZ mit einem stattlichen Fässchen Wein. Epp, die Hütte immer in bester Ordnung hielt, wurde geehrt: Die Feier " 25- Jahre treue Dienste des Hüttenwarts Gottfried Epp- Gnos fand in Zürich statt. 1946
1948 Mit der Trinkwasserversorgung aus einer extra dafür gefassten Quelle entfiel für den Hüttenwart das oft mühsame Wasserholen aus dem Ausfluss des Örtlbodens. Für seine Mitarbeit wurde Gottfried mit Fr. 1. 50 pro Stunde entschädigt. Neben der Hütte wurde ein WC- Häuschen erstellt. 1957/58 Mitte August 1957 wurde das Maderanertal durch ein heftiges Unwetter heimgesucht, die Schäden waren bedeutend. Epp übernahm die Verteilung des " schönen Betrages" der AACZ- Sammlung unter den Geschädigten. Zum 50- Jahr Jubiläum der Windgällenhütte verpasste ihr Hüttenwart Epp ein neues Schindeldach, hergestellt aus gut gelagertem Holz aus dem Maderanertal.
1962 Im Hinblick auf den voraussehbaren Hüttenwartswechsel von Vater Gottfried auf den Sohn Gottfried Epp erstellten diese überraschend ein Haus, die "Dependance" etwa 70 m südwestlich der Windgällenhütte. Für die Epps hattte der AACZ wohl zulange mit den Ausbau der Windgällenhütte zugewartet. Hinzu kamen Kommunikationsprobleme zwischen Zürich und dem Maderanertal. Die schliesslich gefundene Lösung lag in einem Mietvertrag mit Gottfried Epp- Loretz. 1966 Gottfried und Kathrin Epp blickten auf sage und schreibe 50- Jahre Hüttenwartstätigkeit zurück. Zudem war Gottfried im Vorjahr 70-jährig geworden. Das musste gefeiert werden und zwar gebührend. Das Fest fand den auch im bekannten " Saffren" in Zürich statt. Ein Gedicht, eine Anerkennungsurkunde sowie ein Aquarell der grossen Windgälle würdigten die Verdienste des Jubilars. Kathrin Epp erhielt eine praktische Festgabe! Beide erkllärten sich bereit, die Windgällenhütte auch 1967 wieder zu betreuen. 1967
Quellen: 100 Jahre Windgällenhütte AACZ September 2006/ 100 Jahre AACZ 1896- 1996 von Ruedi Kaiser ff Sepp Huber, Bergführer aus Uri im Wandel der Zeit; Amtsblätter des Kantons Uri, Urner Wochenblatter ( UW) |