Geschichte der Kröntenhütte

Nach der Gründung der Sektion Gotthard SAC, vom 24. April 1881 im Gasthaus „Kreuz“ in Amsteg, befassten sich die „Gotthärdler” bereits 1884 mit dem Bau  einer Clubhütte im Maderaner- oder Erstfeldertal. (UW.1885) Vorerst begann unter dem damaligen Sektionspräsidenten, Betriebs- Inspektor von Röder, Erstfeld, ein  vorsichtiges Abtasten mit der Sektion Pilatus SAC, um die Übernahme der Hüfi-Älpeli-Hütte. Schließlich erhielt der Vorstand der Sektion Gotthard für einige Jahre (1886- 1896) das Aufsichtsrecht über die „Luzerner Hütte“, eine angestrebte Übernahme blieb jedoch erfolglos. Kein Erfolg war auch dem Plan einer Clubhütte im Maderaner- Brunnital beschieden, der Standort erwies sich als ungeeignet. Doch die Gotthärdler wollten ihre „eigene Hütte“ und setzten 1885 dafür eine Kommission ein.

1885     

Ratsherr Franz Huber, Kantonsförster Müller und Säckelmeister Püntener wurden beauftragt, Terrainstudien für eine passende Baustelle sowie Pläne  und Kostenberechnungen vorzunehmen.

1887       

glaubten die Erstfelder, mit der Miete einer Unterkunftshütte im Erstfeldertal eine Lösung gefunden zu haben, denn oberhalb des Fulensees befand sich eine Alphütte der Kuhplanggalp. Schliesslich regte Präsident Stocker an der Januar GV  

1899        

im Hotel Schlüssel in Altdorf, den Bau einer Clubhütte im Erstfeldertal an. Julius Becker in Ennenda, der Erbauer der Muttseehütte bewirbt sich unversehens um diesen Auftrag und  stellt einen Betrag von Fr. 500.-- eines ungenannt sein wollenden Spenders in Aussicht  und offeriert den Bau für Fr. 3300.-- Die Bedingungen scheinen nicht reif zu sein, der Sektion Gotthard fehlt für den Bau schlichtweg das notwendige Geld. Trotzdem erhielt die Sektion Gotthard vom „Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs im Kt. Uri “ an die Projektierungskosten im Falle einer Ausführung, Fr. 100.-- zugesichert. Am 20. Oktober  präsentiert der neue Vorsitzende, Oberförster Albert Müller, erneut den Plan einer Hütte im Erstfeldertal und konnte vom CC einen grosszügigen Kostenbeitrag erwirken, so dass am

1890        

an der Sektionsversammlung vom 18. Mai in der „Brauerei Reiser“ in Altdorf der Bau der ersten Kröntenhütte am Fusse des Oberseemandlis beschlossen wurde.

Der Baugrund gehört der Korporation Uri. Sie musste zuerst das Terrain zur Verfügung stellen.

Korporationsrat Uri“Die Sektion Gotthard des SAC wünscht zur Erleichterung von Bergtouren und zur Erhöhung des Fremdenbesuches im hiesigen Kanton den Bau einer Alpenclubhütte in der Nähe vom Obersee am Fusse des Krönten. Die Baukosten sollen sich auf Fr. 3’300.-- belaufen, ein Drittel davon entfällt auf den Transport. Der in Aussicht genommene Grund und Boden ist felsiges Terrain und befindet sich nicht in der Ebene vom Obersee sondern am Grat des Oberseemänntli auf einer Höhe von ca. 2000 m und nahe an der Gletschergrenze. Die Baustelle hat für alpwirtschaftliche Zwecke soviel wie keinen Wert. Mit Rücksicht auf die Gemeinnützigkeit des Unternehmens unter dem Vorbehalt einer Zweckentfremdung wir der Pendentin der erforderliche Baugrund von höchstens 80 m2 Fläche konzessionsweise zur Benützung für 30 Jahre bewilligt“.          

Mit verbindlichen Kosten von Fr. 2'580.-- erhielt der Erstfelder Baumeister Loretz den Bauauftrag.  Erstellt wurde ein als einfacher Holzbau konzipierter Blockbau auf gemauertem Bruchsteinunterbau mit dem Aussenmass 3.34 m Breite und 7.35 Länge.

Einweihung der 1. Kröntenhütte am 28. Sept. 1890
Menue: Erbensuppe, Gämspfeffer, Murmeltierbraten, Risotto, Italiener und Champagner.

Bei schönstem Wetter wurde am 28. September 1890 die Klubhütte der Sektion Gotthard eingeweiht. Sie bietet Raum zu Übernachten für über 20 Personen und ist in der Reihenfolge die 86. Hütte welche der SAC erstellt, beziehungsweise subventioniert hat. Die Hütte liegt etwa 4 Stunden von Erstfeld, nahe am Ausflusse vom Obersee und bietet schon von weitem mit der talwärts gerichteten Giebelseite den Anblick einer Kapelle. Sie ist massiv in Holz gebaut und für die  notwendigsten Bedürfnisse mit durchgehenden Pritschen, Ofen, Kocherd und Ge­schirr recht freundlich eingerichtet. Zur Feier hatten sich etwa 25 Klubisten, nahezu die Hälfte Urner, eingefunden.  Der von der Sektionsversammlung bewilligte Kredit von Fr. 200.-- für die Einweihung wurde im allgemeinen für das Festmahl verwendet: Erbensuppe, Gemspfeffer, Murmeltierbraten, Risotto, Italiener und Champagner. Dann folgte die Einweihung durch den Vizepräsidenten des CC, Pfarrer Dr. Buss aus Glarus. In feierlicher Rede übergab er das gemeinnützige Bauwerk der Sektion Gotthard als Eigentum. Präsident Müller dankte mit einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte und als gewandter Fotograf gelang ihm von der Hütteneinweihung eine prächtige Gruppenaufnahme. Gegen Abend traten einige den Heimweg an, während 21 Personen in der Hütte übernachteten und am anderen Morgen den Taufpaten der Hütte, den Krönten bestiegen und dort die herrliche Fernsicht genossen. 

Im Führerbuch von Johann Gnos , Silenen, das 1868 beginnt und  1893 endet, findet sich der Eintrag:
„Führer Johann Gnos hat in Gemeinschaft mit anderen Führern vom SAC resp. die zur Einweihung daselbst versammelten Clubisten auf den Krönten begleitet und sich durch genaue Kenntnis des Gebirges und tüchtige, gewissenhafte und gefällige Erfüllung seiner Führerpflichten unsere volle Zufriedenheit erworben“.  

Dr. Ernst Buss, Vicepräsident des SAC     

A. Müller, Präsident  der Sektion Gotthard SAC  

1893      

bereitete die Restfinanzierung der Kröntenhütte Schwierigkeiten. Die GV beschloss, mit dem CC in Verbindung zu treten.  Ihre Vorstellung: „Es sollen wenigstens 80 % Unterstützung verlangt werden, ansonsten Liquidation der Hütte“!

1901        

bewilligt das CC an die restliche Schuld Fr. 175.-- Damit ist das Kröntenhütten und Clubdefizit beseitigt, was bei einigen guten Flaschen gebührend gefeiert wird, notiert der Aktuar Robert Epp.

1902        

Besucherfrequenz: 160 Personen.

1903         

Leider wird die Hütte von Bummlern und Bauern auf die traurigste Art und Weise ausgenützt und sogar auch beraubt, und solange diese Hütte ständig offen bleibt, bietet sich keine Garantie für die Zukunft, dass dieser Unfug aufhört“… „An einem Samstagabend erreichten wir freudig die Hütte. Zu unserem Befremden tra­fen wir eine arge Unordnung an, denn auf dem Tisch lagen noch Rückstände einer von Jägern ausgeweideten Gämse, schon etliche Tage alt.“ Empfehlung des Vorstands: Küchengeschirr nach Gebrauch auch zu reinigen, die Hütte zu schonen und mit dem Holz sparsam zu sein. Auch solle jedermann die billige Taxe für den Hüttenwart bezahlen.  

1904      

Die Unordnung auf der Hütte führte seitens der Mitglieder, Touristen, Führern und selbst vom Centralkommitee zu verschiedenen Klagen. Dennoch erfolgte ein weiterer Ausbau der Hütte. Feiner Triebschnee gelangte durch Dach- und Verschalungslücken in den Innenraum, ebenso wurden Feuchtigkeitsschäden entdeckt. Eine bessere Untermauerung und erhöhte Sockelmauern sollten dies beheben. Die Erstfelder Maurermeister Dietrich und Tresch übernahmen die notwendigen Arbeiten in Regie  Kosten Fr. 800.--, CC Beitrag Fr. 550.--

1905       

Urner Führer 1905: Kröntenhütte: Fassungsraum  26- bis 28 Personen. Mit Brennholz versorgt, Wasser am Bach neben der Hütte. An der Jahresversammlung der Sektion Gotthard in Altdorf wurde ein Pflichtenheft für den Hüttenwart der Kröntenhütte genehmigt, dessen Anstellung das CC befürwortete. Vom Sommer 1905 an wird Sepp Huber- Wipfli, der als „Michi-Sepp“ bekannte Älpler und Bergführer auf der Kuhplanggalp, die Hütte bewarten. Er soll jeweils samstags und sonntags auf der Hütte sein und an den übrigen Tagen die Hütte abends besuchen, ebenso ist eine einfache Verproviantierung geplant. Er durfte „Lebensmittel zu offiziellen Preisen“ abgeben um sich neben Holz- und Küchentaxen etwas Verdienst zu verschaffen. Die Abgabe von alkoholischen Getränken war nicht gestattet. Vom Begehen des durch Gebüsch führenden, schlechten und nicht ausgetretenen Geissfads wurde abgeraten.

1907        

Der Zugang zur Kröntenhütte wird nach der Stäubenbrücke in der so genannten "Wasserstiege" mit erheblichen Mitteln von Bund und Kanton verbessert. Trotzdem bemängelt der Alpinspektionsbericht Uri den Viehweg, der an einzelnen Stellen immer noch bedeutend zu wünschen übrig lasse.

1910        

An der GV vom 22. Januar im Hotel Hof in Erstfeld, stellt der Architekt Oskar Jauch von Altdorf sein Projekt zur Vergrösserung der Kröntenhütte vor. Sein Kostenvorschlag mit Fr. 3’300.-- wurde wegen der prekären Finanzlage von einer CC- Subventionierung abhängig gemacht.

1911        

Nachdem das CC an den geplanten Erweiterungsbau 60 %, maximal jedoch Fr. 2000.-- bewilligte, war das Bauvorhaben beschlossene Sache.

Umbau 1912

Die Erweiterung der Kröntenhütte erfolgte nach den Plänen der Firma Püntener und Sohn, dem „Sagen - Püntener“ Erstfeld. Dem ersten Bau wurde ein zweiter, gleich großer angegliedert und über das ganze ein hohes Dach erstellt. Die Kosten beliefen sich auf Fr. 4’795.-- Nun stehen 70 Schlafplätze mit zusätzlichen Fenstern zur Verfügung. „Püntener hat ein tüchtiges und solides Werk erstellt“. Die Einweihung fand am 8. September 1912 mit einem saftigen Festmahl in einfachem Rahmen statt, die markante Bergpredigt hielt der Erstfelder Pfarrhelfer Kälin. Ebenso wurde der „Fulfad“ neu markiert und der Fulensee gangbar gemacht. Nachtgefährliche Bachübergänge und trügerische Sumpfstellen erhielten eisenbetonierte Brücken.  

Alte, erweiterte Hütte 1912.  Bild: A. Püntener

1913          

die erweiterte Hütte wird durch den neuen Hüttenwart  Hans Herger aus Attinghausen durchgehend bewartet und verzeichnet einen Besuch von 737 Touristen.  

Alte Hütte

1920     

Am 22. Februar bemerkten Sektionsmitglieder auf einer Skitour, dass die Kröntenhütte durch einen vereisten Wächtenabbruch stark beschädigt war. Der Abbruch erfolgte vermutlich nach den starken Weststürmen im Januar des gleichen Jahres. Vom Felsen des Bergrückens des Oberseemändli beschädigte der Aufprall einer niederstürzenden Wächte die Hütte, verschob sie aus dem Fundament, drückte die Hüttenwandungen ein und ver­schob den ganzen Oberbau. Die Hütte wurde vorerst behelfsmäßig verankert und im Mai soweit wieder hergerichtet, dass sie für den kommenden Sommer wieder Unterkunft bieten konnte. Expertisen und Kostenbe­rechnungen führten jedoch dazu, auf die totale Instandstellung der Hütte zu verzichten und dem Neubau an einem sicheren Ort den Vorzug zu geben. Gustav Kruck war von der vergrößerten Hütte ohnehin wenig begeistert. „Die vergrößerte Kröntenhütte war äußerlich ein schmucker Holzbau und bot verhältnismäßig viel Platz: In der Anordnung und Ausgestaltung der Räume wies sie aber viele Mängel auf, dass 1919 ihr Umbau in Aussicht genommen wurde. Ihre Herrichtung in den früheren Zustand wäre vielleicht mit einem Aufwand von etwa Fr. 6000.--möglich gewesen, hätte aber nie befriedigen können. Sie gleichzeitig zweckmäßig umzubauen hätte mindestens 20'000.-- Franken erfordert. Aber auch dann wären noch Mängel vorhanden gewesen. Zu alledem kam der Nachteil und die Gefahr ihrer Lage“.

1921   

Wegverbesserungen

Der Engere Rat der Korporation Uri genehmigte einen Kredit für die Verbesserung des Alpweges ins Erstfeldertal. Die Sektion Gotthard des SAC sicherte ihrerseits einen Beitrag von Fr. 500.-- Das erforderliche Holz wurde von der Bürgergemeinde Erstfeld gratis abgegeben und der Älpler von Chüehplangg, Josef Huber hatte Fr. 100. -- zu leisten.

1921    Neubau der Kröntenhütte am heutigen Standort / Foto EPP 

      

Standortabklärungen ergaben, dass eine Verschiebung auf den Grat gegen das Oberseemanndli wegen zu hoher Baukosten verworfen wurde, wie auch der Standort auf die höchste Kuppe nördlich des Paukenstockes. Sand und Kies waren beim Obersee zu finden. Der Vorstand wählte das Projekt des Zürcher Stadtrats, Architekt Gustav Kruck. Ihm zur Seite stand dessen Berufsfreund Architekt Heinrich Bräm „freudig bereit wie seinerzeit für die Albert- Heim- Hütte und die Domhütte, meinem Projekt der neuen Kröntenhütte außen und innen in einfachster Gestaltung wohlerwogene künstlerische Formen zu geben”. Vorerst mußte jedoch die Finanzierung gesichert werden. Von den Mitgliedern der Sektion Gotthard erfolgte am 18. Sept. 1920 der Neubaubeschluss, den die DV des SAC in Schwyz mit einem Beitrag von Fr. 32’000.- bestätigte. Die Gotthärdler waren bereits im Herbst daran, für den vorgesehenen Bau am Obersee Sand zu rüsten.

 

Bilder: Nostalgie- Tour zum Jubiläum 100 Jahre Sektion Gotthard SAC 1981

Aus dem Blickwinkel des Architekten

Bei der Projektierung der Baute trachtete ich danach, die große Zahl von Pritschenplätzen ne­ben ausreichenden Wohnräumen in möglichst knappen umbauten Raum unterzubringen. Die Lösung lag in der Anordnung der Doppelpritsche im Dachgeschoss. Die 15 unter den Dachfirst gelegenen Pritschenplätze sind bequem und leicht zugänglich. Das genau der alten Kröntenhütte entsprechende, für Klubhütten etwas hohe Dach ermöglichte im Dachgeschoss auf einen Innenraum von nur 9 m Länge und 6 m Breite 40 Pritschenplätze bequem und mit guter Zugänglichkeit anzuordnen.

Die Hütte ist ein zweigeschossiger Giebelbau von 10, 30 Meter äußerer Länge und 7,3 Meter äusserer Breite. In rauhen vielfarbigem Hornbledeschiefer- Mauerwerk, das Zementmörtel zu eisenharter Masse verbindet, ragen die Umfassungen aus ihrem felsigen Untergrunde empor. Eine Terrasse mit Sitzbankbrüstungen und gemauertem Tisch verbindet den Bau mit dem Umgelände. Ein braunes Schindeldach deckt ohne Holzgesimse auf wenig vorspringender roher Steingurte aufruhend, den Bau.

Schwarz und gelb geflammt weisen die Fensterläden die stolzen Urnerfarben, Fenster und Türe und Wappen und Dachränder leuchten in satten Farben. Der Bau ist dreiteilig, zwei Pfosten tragen den ganzen inneren Raum und das Dach. Der ganze Bau, Wände Decken und Dachuntersicht ist innen getäfelt. Der Eingang ist in der Mitte der südwestlichen Längsfront. Vom Vorraum aus gelangt der Besucher durch einen Windfangabschluss in einen Mittelgang hinter dem sich die geräumige Küche befindet. Links des Vorratsraums hat der im Sommer ständig in der Hütte anwesende Hüttenwart seine abgesonderte Pritsche, rechts geht’s durch die Treppe in das Obergeschoß. Längs der nordwestlichen Giebelfront mit schönem Blick auf die Schlossbergkette und auf den Fulensee befindet sich der Wohnraum mit 30 Tischplätzen. Längs der südöstlichen Giebelfront ist, von Küche und Gang durch eine kleine Blockwand ab­getrennt der Winterraum angeordnet mit zwei kleinen Pritschen zu je fünf Schlafplätzen, einem Tisch und einem kleinen Kochherd. Im Obergeschoß befindet sich längs der nordöstlichen Längsfront eine dreiteilige Pritsche mit 15 Schlafplätzen. Längs der Eingangsfront sind im Obergeschoß zwei abgeschlossene Räume mit je fünf Pritschenplätzen, deren nordwestlicher als Damenraum dient. Über diesen Räumen ist in der ganzen Länge dem First nach eine wei­tere Pritsche mit 15 Schlafplätzen angeordnet, die vom Mittelgang aus bequem zugänglich ist. Insgesamt weist die Hütte 50 Pritschenplätze von je 60 cm Breite auf. Bei Massenandrang wer­den aber in der geräumigen Anordnung in der Hütte ohne Not 100 Mann untergebracht werden können.

Die freien Pritschen des Dachstockes sind durch Dachbinder in sechs Abschnitte abgeteilt, was dem Hüttenwart die Zuteilung an die Besucher sehr erleichtert. Der Winterraum im Erdge­schoss mit 10 Pritschenplätzen und der fünfplätzige Sonderraum und der Südostecke des ersten Stockes der Hütte sind ausschließlich für SAC Mitglieder bestimmt.

Im Juni 1921 begannen die Arbeiten für das neue Bergheim. Am 5. Juni war die Baustelle festgestellt und der Bau am heutigen Standort abgesteckt. Der Juni verging mit Vorbereitungen, Rüsten von Steinen, Transport von Geschirr, Werkzeug, Zement und Sand und Abräumen der Baustelle. Am 2. Juli wurde in der nördlichen Ecke des Baues der Grund­stein gelegt und am folgenden Tag die Höhenlage der Hütte bestimmt. Am 24. Juli waren die Umfassungen der Hütte schon auf Erdgeschosshöhe aufgemauert. Anfangs August wurde der Dachstuhl aufgerichtet, am 13. August war die Dachschindelung fertig gestellt.

Da das Holz der alten Hütte in weitgehendem Masse am Neubau Verwendung fand, mussten die Arbeiter die bis anhin in der alten Hütte gewohnt hatten, am 11. August in der neuen Hütte sich Unterkunft schaffen. Am 19. waren die Fenster angeschlagen, die Gebälke und Böden verlegt und die oberste Pritsche in Arbeit. Am 28. August waren die Maurerarbeiten im Wesentlichen fertig, die Schreinerarbeiten in vollem Gange. Es wurden die äusseren Anstriche bestimmt, die Umgebungsarbeiten angeordnet und Bildhauer Kappeler begann mit dem Aushauen der Wap­pen und Inschriften in der dafür bestimmten Nische der Eingangsfront. In der Woche vom 12. bis 17. Sept. wurden die inneren und äusseren Arbeiten zu Ende geführt. Der ganze Bau ist damit von der Grundsteinlegung an in der knappen Zeit von elf Wochen vollendet worden. Die Fassung einer Quelle, die Erstellung eines Reservoirs, die Leitung zur Hütte, ca. 300 m und die Installation in der Hütte besorgte der Hüttenchef Jean Oettli mit eifrigen Helfern. Seitens der Sektion Gotthard bestand für die Durchführung des Neubaues eine fünfgliedrige Baukommission unter dem Vorsitz des Sektionspräsidenten Baumeister J. Baumann in Altdorf, dessen aufopfernder Hingabe der Hüttenbau viel verdanken.

Baukommissionspräsident:   Josef Baumann,  Baumeister,      Hüttenchef:    Jean Oettli  


Am Bau der Kröntenhütte beteiligte Firmen  

 

Bauarbeiten       

 Baufirma J. Bernath, Altdorf  

Zimmer-Schreiner und Glaserarbeiten

 Gebr. Gisler, Altdorf            

Schindeldach:    

 J. Püntener, Erstfeld 

Malerarbeiten:  

 C. Renner, Altdorf        

Kochherd:     

 Gebr. Denier, Altdorf  

Beschläge und Leuchter: 

 J. Baumann & Sohn, Altdorf  

Transporte:            

 Siegfried Gnos, Hofstatt, Erstfeld  

Dekorativer Schmuck:   

Heinrich Danioth, Kunstmaler, Altdorf  

 

 

Einweihung der 2. Kröntenhütte  am 24/ 25. September 1921

Bei prachtvollem Wetter waren am Sonntag der Einweihung gegen 300 Personen anwesend. Der schmucke Bau mit Gesamtkosten von Fr. 54’000.--,der Sektion Gotthard verbleiben nach Abzug der SAC Subventionen Fr. 22’000.--, wusste allgemein zu gefallen. Die Sektion Gotthard trägt die Last der Bauschuld gerne denn sie ist auf ihre neue Kröntenhütte stolz.

Von besonderem Wert ist, dass sich die Sektion entschlossen hat, die Hütte nicht zu bewirtschaften. Niemals soll sie Gelagen dienen. Schutz und Schirm will sie sein dem, der die Schönheit der Berge erleben, in ihrer Reinheit gesunden will.

     

1922          

Die neue Kröntenhütte braucht als Refugium auch eine Bewartung. Es wurde ein Hüttenwarts- Vertrag erlassen und die Stelle ausgeschrieben. Gewählt wurde aus sechs Bewerbern Emil Epp, Schreiner aus Bristen. Emil war bis Ende 1967 auf „seiner Hütte“, versah also 46 Jahre das Amt als Hüttenwart.  

Bild: Sepp Huber

1923          

Neuer Hüttenchef wird Hans Muff             

1927          

Für die Wegverbesserung zur Kröntenhütte wurde ein Kredit genehmigt. Damit hofft man, eine lange Vorgeschichte und Verhandlungen mit der Korporation Uri, achtbar zu beenden.  Nun konnte das "Fusswegrecht das ganze Jahr vom Bergweg in südlicher Richtung nach Geissfad zug. Kröntenhütte" im Jahr 1934 im Grundbuch zulasten des Metttlenberges eingetragen werden.  Dies galt auch für das Fusswegrecht übers Mettlenbächli nach dem Sulzwald "Wasserstiege" usw. zugunsten Kröntenhütte.  Grundbucheinträge.

1934          

Bei der Sektionsversammlung vom 26. Sept. 1934 in Erstfeld wird bereits wieder eine Vergrösserung der Kröntenhütte diskutiert. Im November wird dafür eine Kommission eingesetzt.  Im Vorjahr besuchten 1230 Besucher die Hütte. Hüttenchef wird Jakob Sigrist, Lokführer, Erstfeld.

1935        

Das Projekt des Architekten Walter Götz aus Erstfeld zur Vergrösserung der Kröntenhütte mit einem Aufwand von Fr. 30’500.-- wird vom Sektionsvorstand  besprochen und

1936        

als Hauptgeschäft an der GV in Altdorf vorgestellt. An die Kosten wird vom CC ein Beitrag von 40% erwartet. Gemäss Finanzplan sollte sollte die Schuld bis 1950 abgetragen sein.

1937        

Vom bereits beim Neubau tätigen Zürcher Architekt Brähm liegt nun ebenfalls Projekt vor, dass 6’660 Franken günstiger ist und die Verbreiterung auf die südöstliche Seite vorsieht. Dadurch würde primär der Aufenthaltsraum vergrössert. Der Vorstand beschließt, dieses Projekt der GV mit Kosten von Fr. 24’000.-vorzuschlagen. Damit war für Zündstoff gesorgt, denn an der GV

1938        

am 15. Jan. in Altdorf wurde der Antrag gestellt, auf das Umbauprojekt Kröntenhütte gar nicht einzutreten. Der Präsident begründete dies und das Projekt wurde zuhanden des Vorstands zwecks weiterer Studien zurückgewiesen. Eine ausserordentliche GV am 11. August erteilte dem revidierten Projekt Götz ohne Ausbau des Untergeschosses mit 70 Sitz- und 60 Schlafplätzen die Zusage. Das CC sicherte hierfür ein Beitrag von Fr. 8000.-- zu.  

Umbau  1939/ 1940

Den Arbeitsauftrag erteilte die Baukommission inkl. Transport am 26. Juli 1939 an die Firma Fridolin Gisler & Sohn, Zimmereigeschäft, Bürglen. Unverzüglich wurde für den Transport eine Seilanlage erstellt, Rohrarbeiten verlegt und Steine gerüstet. Für die Vergrösserung wurde die nördliche Seite abgerissen, dann  erfolgte am 1. September die Kriegsmobilmachung. Zusammen mit den wenigen dienstfreien Arbeitern, Fronarbeitern und dank außerordentlichen Anstrengungen des Hüttenwartes Emil Epp gelang es trotz früh einsetzender Schneefälle, den Rohbau Ende Oktober zu beenden. Das CC inspizierte durch den Zentralhüttenchef am 11./12. November die getätigten Arbeiten und überwies den zu­gesicherten Beitrag vonFr. 8000.-- Eine in Erstfeld stationierte Infanterie- Saumkolonne übernahm bereitwillig und gegen eine geringe Entschädigung den Transport des Inventars und des Dachmaterials bis in die Bodenberge. Noch vor Abbruch der Seilanlage konnte alles Material zu Aufbau des Ofens sowie alle Matratzen hochgezogen und in die Hütte transportiert werden.  

1940      

Nach den letzten Vorbereitungen des Hüttenchefs Jakob Sigrist fand am 1. September, ein Jahr nach Kriegsausbruch, die Einweihung der Kröntenhütte in Anwesenheit von rund 350 Personen statt. (Rund einen Monat später, am 6. Oktober 1940 wurde die neu erstellte Leuschachütte der Sektion Zimmerberg SAC, ebenfalls eingeweiht.) Clubkamerad Pater Franz Xaver Muheim stellte in seiner Bergpredigt das Refugium unter den Machtschutz Gottes. Für die geladenen Gäste war das Mittagessen in der Hütte vorbereitet, die Besucher konnten am grossen Wellchessi währschafte Suppe fassen. Ausnahmsweise wurde heute auch für den Durst gesorgt und das Alkoholverbot ausser Kraft gesetzt. An die erhöhte Bauabrechnung von Fr. 34’924.-- lei­stete das CC einen Zuschuss im Gesamtbetrag von Fr. 10'000.--

Die Einweihung wurde von einem tragischen Unfall überschattet. Drei Mitglieder der Sektion Gotthard, Eugen Hedinger, Heinrich Spoerrer und Dr. Burckhard mit seinem kleinen Töchterchen wollten am Tag der Einweihung von der Leutschachhütte über das Steinchälenfurggi zur Kröntenhütte gelangen. Dabei verfehlten sie die Abstiegsroute. Dr. Burckhard stieg mit seinem Töchterchen zurück, während die beiden anderen den falschen Abstieg fortsetzten. Dabei rutschte Eugen Hediger auf einem Schneefeld aus und fand dabei den Bergtod. Die Notsignale wurden von der Kröntenhütte her beobachtet, der Verunglückte lag an einer schwer zugänglichen Stelle in der Nordwand des Krönten. Die Leiche des Verunfallten konnte erst am Montag geborgen werden.           

1943     

während der Mobilmachung ist die Hütte öfters durch Militär belegt

1952       

Die Bauschuld der Kröntenhütte ist abbezahlt.

1953        

Neuer Hüttenchef: Toni Bless, Spenglerei, Erstfeld.

1956        

Auf Eingabe des Vorstandes beschliesst der Regierungsrat, die Umgebung der Kröntenhütte im Umkreis von 300 m als Jagdschutzgebiet für Murmeltiere zu erklären.

1964        

Mit dem geplanten Kraftwerkbau im Erstfeldertal soll auch die dringende Renovation der Kröntenhütte vorgenommen werden. Dies beschloss die GV vom 18. Januar in Erstfeld. Der Finanzierungsplan des Architekten Josef Utiger, der eine Erhöhung der Schlafplätze vorsieht, rechnet mit Kosten von Fr. 87’000.-und einer Subvention von Fr. 38’000.-- Für die verbleibende Restschuld wurde ein Sonderbeitrag von Fr. 2.-- beschlossen. Der geplante Kraftwerkbau der CKW fand allerdings nicht im Erstfeldertal statt.  

1967        Umbau

Im Juni wurden die Bauarbeiten begonnen und am 8. Okt. bei der Einweihung strahlte das neue Kupferdach mit der Sonne um die Wette. Das CC sicherte 40 % der Kosten, jedoch höchstens Fr. 33’000.-- zu.  Nach dem Umbau endete die Ära des Hüttenwartes Emil Epp, der als Hüttenwart 46 Jahre lang zum Bild der Kröntenhütte gehörte. Abgelöst wurde er durch den heute querschnittgelähmten Sepp  Huber und seiner  Frau und Marie Theres  aus Erstfeld.  

Die Übernachtungstaxe betrug damals für Mitglieder des SAC:  Fr. 2.50.--, 
die Holztaxe 70 Rappen pro Mahlzeit.  Die meisten Abrechnungen lauteten auf Fr. 3.90.--

1973       

Für die freie Hüttenwartsstelle sind keine Bewerbungen eingegangen. Als Hüttenwart amtet der Hüttenchef Walter Rufenener.   

1974        

Paul Brunner, Einsiedeln, später unterstützt durch Rita Wernli und Pius Fähndrich, Zug, heissen die neuen Hüttenwarte.

1975        

Neuer Hüttenchef:  Alois Z’graggen, Bergführer, Erstfeld.

1980        

Der 19- jährige  Markus Wyrsch wird „neuer“ Hüttenwart. 

Bilder: Nostalgie- Tour zum Jubiläum 100 Jahre Sektion Gotthard SAC 1981

Das heutige Ehrenmitglied der Sektion Gotthard SAC,  Franz Tresch 

Rechts Zberg Noldi, Mitte Erwin Furrer  verunglückt.1995, Links Hans Wipfli    Fotos: Resly Huber

1981          

Die Sektion Gotthard feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Dabei ist auch eine Tour auf den Krönten in nostalgischer „Ausführung“ vorgesehen. Sie endet in der Kröntenhütte, die Besteigung des Krönten fällt wegen Schlechtwetter einem Jass zum Opfer.

1986      

Mit dem Bau eines Wasserkraftwerkes für die Elektrifizierung der Hütte  wurde das Hauen der Legföhren endgültig hinfällig. 

Totalrenovation und Anbau  


 

1987         

Durch die Totalrenovation und einem Anbau wird die Kröntenhütte der Sektion Gotthard SAC zu  einer der besteingerichteten  SAC - Hütten. Es stehen nun 86 Schlafplätze zur Verfügung.

2003      

Mit dem Jahrhundertsommer erreicht die Kröntenhütte mit über 3000 Übernachtungen einen neuen Besucherrekord. Im August erhielt die Sektion ein Legat von 50`000 Franken und hat die stolze Anzahl von 1`601 Mitglieder.

 2004:  25 Jahre Hüttenwartsfamilie: Markus + Irene  Wyrsch- Walker 
Bild aus der Hompage: Sektion Gotthard SAC

Bilder Nostalgie: Foto Aschwanden, Karl Iten

 copyright Text + Paint by: Sepp Huber

Literatur: Clubchronik der Sektion Gotthard SAC  1981/ SAC - Jahrbücher/ Urner Wochenblätter/  Mitteilungen der Korporation Uri/ Urner Führer 1905/ Führerbücher/ usw. Bilder ua. R. Huber, A. Püntener.