www.top-of-uri.ch 

     Chrüzlistock

Tief schneidet die rauhe Val Strem, von der Oberalpstocklücke überkrönt, in den Gebirgsriegel ein. Der Zugang zum Krüzlipass  wird durch die Krüzlistöcke verdeckt , während seine rechte Begrenzung, der zweigipfelige Weitenalpstock, als Felspyramide gut sichtbar ist. Dessen Südgipfel, 3009 m, bestieg J. Sowerby 1866 zuerst, während der Nordgipfel, 3015 m, erst 1902 von P. Schucan und Fr. Weber erobert wurde. Mit breitem Vorbau fällt das Gebiet der Krüzlistöcke über durch Seelein unterbrochenen Fels und Schutt, Caschlè genannt (chischar = Käsen), und die Alp gleichen Namens, ins Tal ab gegen Rueras ab.  Zwischen dem Chrützlistock und dem Mutsch liegt der Übergang "Mittelplatten", der vom Etzlital ins Val Milar nach  Rueras weiterleitet. 1778 : "Im Kreuzlistock ist vor nicht langen Jahren ein reicher Kristallhafen entdeckt worden, der den Wert von  24 000 Gulden enthielt." (S. Gruner).  

Sage:  Johannes am Port, auch Portner genannt, ein armes Geissbäuerlein wohnte im Sommer und Winter weit hinten im Etzlital bei Porthüslenen. An einem nebligen Herbstabend klopfte ein fremdes Mandli an seine einsame Hütte und bat um Obdach.  Johannes wollte es nicht aufnehmen und nahm Zuflucht zu allerlei Ausreden.  Nachdem der Fremde versicherte, er werde gewiss keine Ansprüche machen, mit geringer Kost und einfachem "Gliger " zufrieden sein bot ihm der Geissbauer Einlass. Am nächsten Morgen bat ihn der Fremde ihn bis auf die Passhöhe zu begleiten, er werde sich erkenntlich zeigen und ihm für die Begleitung einen Gegendienst erweisen.  Ambort begleitete den Fremden bis zum Kreuz auf der Passhöhe. Dort zeigte ihm der Fremde eine weisse Platte an einer Fluh mitten im Kreuzlistock grad unter seiner höchsten Erhebung: " Sehet dort den weissen Fleck!  Dort suchet und ihr werdet einen grossen Schatz finden der Euch reich macht. Wenn ich dann wieder komme sollt ihr redlich mit mir teilen." Ambort versprach das hoch und heilig, der fahrende Schüler zog weiter. Der Geissbauer ging bald zur angewiesene Stelle und fand in einer Höhle eine ungeheure Anzahl der schönsten und grössten Kristalle, auch edle Metalle und einen Karfunkel von unermesslichem Wert. Man sieht heute noch etwas Gemäuer und Überreste einer Hütte, die es sich am Fundort erbaute und das Tröglein worin es die Kristalle wusch. Das Geissbauer Ambort wurde ein steinreicher Mann und stiftete in den Gotteshäusern zu Silenen und Amsteg grosse Jahrzeiten für sich und seine Frau Eva Dittli. Er soll in Amsteg das Gasthaus zum Hirschen sowie eine Bleue und eine Bleistampfe im Schachli (...) betrieben haben. Eines Tages begegnete ihm der fahrende Schüler ganz unerwartet und fragte, was er damals gefunden habe.  Eigentlich nicht viel ,"nit erträgs". So so, meinte der fahrende Schüler " Eine Zeit lang werdet ihr reich sein, deine Frau und Du, zuletzt aber werdet ihr arm sein, die Läuse und Flöhe werden dich auffressen." So kam es, das Glück verliess Johannes Ambort, der Reichtum verschwand, wie er gekommen war.  Nachweis: UNB Bd. I - VI   Müller, Sagen aus Uri