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Naturereignisse im Kanton Uri |
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| In laufender Bearbeitung: Sepp Huber | |
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| Urserental | |||||||||||||||||||
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1478
Im Wintermonat 1478 zog nun das wohlgerüstete 10'000 Mann starke Schweizer Heer bei Schnee und Kälte über den wilden St. Gotthard. Voran mit den Urnern zogen die Zürcher. In Wassen hatten sie mit Mutwillen gezecht und wahrscheinlich auch noch in Göschenen getrunken und stürmten dann unter großem Lärm den Schauplatz zerrissener Natur, die Schöllenen hinan. Da brach, als ob des Berges Geist über den Mangel an Erfurcht erzürnte, von unbekannter Höhe eine gewaltige Schneelawine los und begrub von den Zürchern sechzig Mann rettungslos in einem Augenblick. Die Übrigen, dadurch in Schrecken gesetzt und gezähmt, rückten nun still über den St. Gotthard bis vor Bellez, wo 18'000 Mailänder unter Graf Borelli standen. ( Lusser, Geschichte des Landes Uri) 1528 1531
1601 1624 1640 1695 1699 1707 Im
Jahre 1720
Lawinenniedergang in Realp vom 23. März 1730 Am 23. März 1730, ungefähr 4 Uhr abends ist in Realp ein großes Lawinenunglück geschehen. Auf der Sonnenseite ob Realp ist eine gewaltige Lawine durch den ganzen Berg hindurch samthaft miteinander angebrochen. Hinter Realp hat sich die Lawine so auf die Güterfelder über den Büelen ausgebreitet und sich durch diese hinausgelassen und zugleich die, welche durch das Stockertal und Brandt herunterkamen gegen das Dorf getrieben und in das Dorf gedrungen und hat 5 Häuser, 3 Ställe samt Vieh, 3 Speicher überrumpelt und darin nebst verschiedenem Vieh noch 17 Personen getötet. In dem Haus, das Bartholome Renner und Balz Regli gehörte, ist niemand getötet worden. Margret Nager, die darin überrascht wurde, konnte noch lebend herausgezogen werden. Im zweiten Haus der Simmigen, darin Hans Jacob Simmen des Raths samt seiner Tochter und Tochtermann Hans Kaspar Christen und deren Kinder, zugleich auch sein Schwager Kaspar Nager samt den Seinigen wohnte. Diese Haus ist gar übel hergenommen, da die Lawine alles zerschmettert hatte und darin 10 Personen ums Leben kamen, als Tochtermann Hans Christen und Frau und zwei Kinder und des jungen Hans Balz Simmen seine Ehefrau Anna Maria Christen samt fünf Kinder. Im dritten Haus des Matthäus Renners Frau Anna Barbara Kathrin, die in der Kindbette war, samt ihrem Knäblein im Arm tot gefunden, auch dessen Schwester Barbara Renner; und im Haus auf der anderen Hälfte des Josef Renners Mutter Anna Katharina Simmen unter dem Stubenfester tot aufgefunden wurde. Im vierten Haus war niemand als des Valentin Renners Frau und des jungen Josef Renners Frau Maria Agatha Müller von Hospenthal, welche dorthin geflohen ist und beide lebendig davonkamen, weil sie zum Fenster hinaus flüchten konnten. Aus demselben Haus wollte auch Johann Müllers Tochter entfliehen, ist aber in die Lawine geloffen und umgekommen. Im fünften Haus hinter der Kapelle konnten Leute entfliehen bis auf Melchiors Zoppen Frau, samt einem Kind des Anton Christen, welche in demselben Hause wohnten und von der Lawine verwütscht und getötet wurden. In den drei zertrümmerten Ställen ist sämtliches Vieh getötet worden . Anmerkung: Dass sowenig Männer bei dem Unglück beteiligt waren ist dem Umstand zu zu schreiben, dass zur Zeit des Lawinenniederganges die Männer mit der Besorgung ihres Viehs außerhalb des Dorfes beschäftigt waren. Schaller schreibt in seiner Chronik:" Es war ein furchtbarer Schrecken, denn niemand wusste ob noch weitere Lawinen das Dörflein niederstürzen würden. Drei beherzte Männer von Realp machten sich unter Lebensgefahr auf, um sich nach Hospenthal durchzuschlagen, wo sie um acht Uhr abends eintrafen. Dort wurde die Sturmglocke geläutet, man versammelte sich in der Kirche um zu beratschlagen, wie man in Realp Hilfe bringen könnte. Das war in der Nacht nicht mehr möglich und immer noch krachten Lawinen nieder. Auch in Andermatt wurde das Sturmgeläute gehört und eine Hilfsmannschaft eilte nach Hospenthal. Betend verbrachte man die Nacht in der Kirche und zog im Morgengrauen nach Realp. Zehn Tage schaufelt man bis das Dorf von der Lawine befreit war. Unter dem Schnee und den eingestürzten Firsten langen 19 Tote Lawinenopfer. Literatur: Chronik der Naturereignisse in Uri 1000 - 1800; Tagebuch des Talschreibers Johann Sebastian Schmid, Hospenthal 1766 1767 1770 1771 1776 1780 1817 1931 1942 1945 1951 Um 18.50 ging die Kirchberglaui in einer nie beobachteten Grösse und Breite nieder. Die Lawine zerstörte im Grind den großen Stall, im Gebiet der Kaserne Andermatt 8 Gebäude vollständig und beschädigte vier weitere Gebäude. Die Lawine fegte über den ganzen Kasernenplatz und trug die Trümmer bis 350 in die Ebene hinaus. Auch die Kantonsstrasse wurde überfahren und erfasste fünf Personen, die sich in die Kaserne in Sicherheit bringen wollten. Es war die Familie Rieter, Vater Armin und der Knabe Armin Rieter wurden dabei getötet, eine sofort eingesetzte Suchaktion konnte die drei anderen lebend aus den Schneemassen befreien. Der materielle Schaden wurde dabei auf 8 Millionen Franken geschätzt. Im Gebiet der Oberalp gingen am 20. Januar ebenfalls zwei Schadenlawinen nieder. Die Höerlilauwi nördlich der Rossbodenalp. Sie vernichtete fünf Alpställe und den Alpsteg. Dann löste sich auf der Nordflanke des Pazzolastockes die Pazzolalauwi, die über den ganzen Talboden fuhr und das Hotel Oberalp vollständig zerstörte und drei weitere Gebäude stark beschädigte. Die Tragik wollte es, dass das Ehepaar Paul und Ottilia Nager- Guili sich in ihrem Hotel aufhielten. Um 12.30 Uhr berichtete Paul Nager noch per Tel., dass die Voderfellilaui und die Seeplanggenlaui schadlos niedergegangen seien, und sie sich nun sicher fühlten. Eine Skipatrouille traf anderen Tages das Hotel zerstört und verbrannt an, denn die Lawine warf das Haus in Trümmer, das dann Feuer fing. Das Ehepaar Nager wurde nur noch versengt aufgefunden. Das Fazit des Lawinenwinters 1951
1687 1888 Nach ausgiebigen Schneefällen brach am 15. Februar am Fuss der Diedenfelswand über Wassen ein Schneebrett in einer Breite von nahezu einem Kilometer in die Tiefe und riss den darunter stehenden Schutzwald nieder. Auf dem Bahngeleise der Gotthardbahnlinie wurden 6 Mann verschüttet, fünf davon wurden getötet. Mehrere Arbeiter konnten sich in den Entschigtal Tunnel in Sicherheit bringen. 1937
Die Lawine aus den Geisstälern fliesst über Ruepenlingen bis Eilen (950 Meter) und fordert 10 Tote. 3 Häuser und 18 Ställe werden zerstört. 110 Stück Gross- und Kleinvieh kommen dabei um. 4 Personen werden lebend aus dem Lawinenschnee geborgen.
"Kund und zu wissen, wie uns der Allmächtige Gott, den 18. Jänner Anno 1687 auf unserem Gurtnällen heimgesucht hat mit einem schwären Schnö und grossen Lauwen um den obgemelten Morgent ungefähr um 8 ur, als man morgent zässen gsin ist, die Geisslaui bis gen eilen gangen und hat an denselben Gaden einen grossen stein geworfen, mit samt dem stock Heiw und 16 Geis darin verderbt, zu Roubeling hats 3 häuser brochen mit sammt allen Geisshütten über den Haufen geworfen, das haus und hof des Baschi Walkers hat es Stuben und Stübli zwischen den kammern und Kullern usen geschlagen, der Baschi Walker mit einem jungen Knaben und des Meisters Johannes Kruog ein Handwerker, ein Schneider wider grosse Arbeit läbändig uss grabä. Baschi Walkers Tochter mit namen Matlena und seine Frau Anna, von samstag bis dienstag todt funden, in den hus im usseren, welches alles ob der Hofstatt, mit samt dem Volch und was darin gsin, seint also indem selbig 5 personä Todt bliba, des Haus Vater Walker balteser und sein Tochter Sepen und seine frau und ein kleines Kind, welche am anderen tag funden und am 4.Tag zur kirchen bestattet, uff Grossfoltingen das grosse Haus in den Bifang aben gworfen, 2 Meitli und eine frau todt funden, die anderen sind, mit hilf und grosser arbet funden worden, also sin Zächen persohnen um Z'Läbä und in allem hundert und zächä haut Veh. An Gäderem erstlich:drei bärggäden, item der Hofstelligaden, im gross richligen der Geissgaden, der kleinfottiggaden mit samt dem geissgaden, der grabägaden, der mirggaden, item der haslägaden. Item man hat die Todten von forden Samstag bis am Donnerstag zur kirchen bestattet, wo si seint bim eis Grab zusammen gleit worden; Johann Walker bezeige, sowie es obstat. Obiges ab kopiert zu haben bescheine ich, Joseph Buma, des Raths, Abschrift vom 24. Hornung 1835 |
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7 Personen sterben, viel Vieh kommt um, Gebäude werden betroffen. Der Stanser Landamann Johann Lorenz Bünti schreibt:" Vergangenen Winter (..) haben die Lauwenen zue Ury grossen Schaden getan, sonderlich uf Gurtnellen, allwo 24 Fürsten, 7 Personen und vil Stück Vich geblieben - auch im Schächenthall. |
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Die Geissberglawine fordert 10 Tote und zerstört Häuser und Ställe. |
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Grosse Lawinen aus den Geisstälern und aus dem Balmtal: 2 Wohnhäuser werden beschädigt und 10 Ställe zertrümmert. |
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Bei mehreren grossen Lawinenereignissen werden insgesamt 5 Gebäude zerstört. |
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Mehrere Lawinen gehen vom Balm- und vom Wandelental bis zur Kirche und zur Stelli nieder. Die Breite der Schneeablagerung beträgt zirka 300 Meter. Es werden 4 Tote geborgen. 2 Wohnhäuser und 14 Ställe werden total beschädigt. Zudem kommen 12 Stück Vieh um. |
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Die Nassschneelawine aus den Geisstälern dringt bis zur oberen Halten, die Lawine aus dem Chrummlaui- und Balmtal bis zum Feld vor. Die zwei Ställe im Graben und ein kleiner Stall im Gapil wurden zerstört.
Aus dem ganzen Osthang des Geissbergs gehen schwere Lawinen nieder. Eine Lawine fliesst über die Terrasse von Gurtnellen Dorf hinaus bis zur Reuss. Ein vorbei fahrender Güterzug der SBB wird zum Stehen gebracht, 4 Güterwagen werden aus dem Gleis gehoben. Auf dem Gleis liegt bis zu 5 Meter Schnee. Um 3 Uhr nachts folgt ein schwerer Niedergang aus dem Chrumlaui- und Geisstal, begleitet von einem heftigen Föhnsturm. Die Lawine zerstört das Wohnhaus und den Stall in Eilen und kommt erst im Waldi zum Stillstand. Vom Unglück werden 7 Familien betroffen. Es müssen insgesamt 9 Tote geborgen werden. Insgesamt werden 3 Wohnhäuser und 21 Ställe in Mitleidenschaft gezogen. Im Stall in Eilen überlebt nur eine Kuh. 7 Stück Grossvieh und 4 Stück Kleinvieh kamen um. |
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Durch einen Lawinenniedergang aus dem Chrummlaui- und Balmtal erleiden 3 Wohnhäuser und 10 Ställe Totalschaden. |
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Ein Lawinenniedergang aus den Geisstälern verschüttet in Untermatt 3 Personen. Sie können aber gerettet werden. Es entsteht Schaden an 2 Ställen. 3 Stück Grossvieh werden erschlagen.
Der Lawinenschnee sperrt bei Fottigen, Richligen, Frohn und Acheribach die Güterstrasse.
Die Chrummtallaui und die Geisstallawine gehen bis Fottigen nieder. Zudem löst sich eine schwere Lawine aus dem Stock- und Wandelental. |
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Eine Lawine aus dem Brüsttal zerstört 3 Ställe in Butzen und Lauenen und sperrt die Güterstrasse. |
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Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse. Die Brüsttal- und die Stocktallawine dringen bis auf 1035 Meter über Meer vor. |
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Die Lawine aus dem Geiss- und dem Chrummlauital stösst bis Fottigen vor. Die Schneeablagerung weist eine Breite von 230 Metern auf. |
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Lawinenniedergänge aus dem Geisstal, Chrummlaui- und Balmtal beschädigen 6 Ställe und den Jungwald
Die Chrummlaui und die Lawine aus den Geisstälern stossen bis ins Gebiet Halten vor. Ein Wohnhaus in Halten, ein Ferienhaus und ein Viehstall werden zerstört. Eine Familie kann aus den Trümmern des Wohnhauses geborgen werden.
Im mittleren Geissberg sowie im Stock- und Brüsttal lösen sich Lawinen und beschädigen 2 Ställe. |
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Die Vorderegglawine gleitet aus dem schwarzen Berg ab. Ein Lawinenarm kommt knapp vor dem seitlichen Eingang der Bergheimatschule zum Stehen. Die Güterstrasse ist nach Niedergängen aus dem Balm- und Wandelental gesperrt. Die Chrummlaui und die Geisstallawine beschädigen das Wohnhaus Balm und richten Totalschaden an Sägerei und an 2 Ställen in Halten an. |
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Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse. Die Schneemassen liegen 2 bis 7 Meter hoch. Zur gleichen Zeit gehen die Brüsttal-, die Stocktal- und die Geisstallawine sowie die Chrummlaui nieder. |
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Eine Lawine aus dem Stocktal bringt grosse Schneemassen auf der Güterstrasse und oberhalb des Stalls im Feld. |
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Aus dem Balmtal und den Geisstälern bilden sich Schneebrettlawinen, die zu Grundlawinen werden und Steine und Schutt mitbringen. |
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Die Balmtallawine reisst unterhalb der Verbauung an und sperrt die Güterstrasse beim Acheribach. |
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2. Februar 1978 |
Eine Staublawine aus dem Stock- und Brüsttal, mit Anriss im Schontristel, verschütten die Güterstrasse. |
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9. Februar 1981 |
Die Güterstrasse wird durch die Balmtallawine zugedeckt. |
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20. Januar 1981 |
Die Lawine aus dem Stock- und Brüsttal verschütten die Güterstrasse. |
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24. März 1988 |
Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse auf einer Breite von 120 Metern. Die Schneemassen liegen 4 bis 6 Meter hoch. Die Chrummlaui und die Geistallawine gehen bis Fottigen nieder und zerstören die Ställe im Vogelholz, im oberen Graben und im Mirg. |
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1989 bis 1998 |
Die Strasse zwischen Dorf und Halten wird mehrmals verschüttet. |
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Februar 1999 |
Mehrere Lawinen zerstören praktisch den gesamten Bannwald im unteren Teil des Geissbergs. Die Wasserversorgung der Gemeinde wird beschädigt. Die Strasse zwischen Dorf und Halten bleibt während Wochen gesperrt.Quellen: Gemeinde Gurtnellen, Staatsarchiv Uri, Schaller Naturereignisse 1000- 1800 |
Ein dunkler Schicksalsschlag war der 12. April 1964. Auf einer Clubskitour im Fellital fanden vier Mitglieder, zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 26- und 33 Jahren auf tragische Weise den Lawinentod. Diese unergründliche Fügung Gottes bleibt als dunkler Schatten über der Clubgeschichte des Schwyzer Skiclubs Küssnacht haften.
1638
Am
Simon und Judastag brannte in Silenen die 14 Nothelferkapelle durch
Feuersbrunst in einem Nachbarhause nieder.
1660
Am
25./ 26. August wurde vom Luzerner Peter Bircher unter Führung
des Meisters des Erzbruchs, Christian Lunger, im schwarzen Erzberg des
Landes Uri ( Maderanertal) ein Amonshorn gefunden, das in der Mitte ein
Muttergottesbild aufwies. Bircher schenkte den Stein der
Wahlfahrtskapelle Hergiswald, von wo es seither spurlos verschwunden
ist.
1666
Am
12. Herbstmonat, um 2 Uhr nachts, enstand in Silenen eine Feuersbrunst,
die zwei Häuser und wieder die Nothelferkapelle vernichtete.
Feuer 1687
Am Pfingstmontag entstand am Abhang des Mittagstocks ob Silenen ein Feuer eines Walliser Geißbuben, andere sagen es wären zwei Geißbuben gewesen wegen Tabakrauchens. Das Feuer nahm eine große Ausdehnung an und als am Abend noch der Föhn einbrach, verbreiterte es sich wegen der Trockenheit immer mehr. Es entstand ein großer Funkenwurf, sodass man in Silenen die Häuser räumte. Selbst nach Altdorf wälzte sich ein dicker, stinkender Rauch und Asche und Funken flogen bis ins Kapuzinerkloster. Der Waldbrand dauerte an. Bei dieser Gefahr stellte man in Altdorf die Feuerleitern an die Häuser und stellte Wasser und Eimer bereit. Am Freitag waren an die 400 Männer damit beschäftigt, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Im Auftrag der Obrigkeit wurde eine große Strecke Wald niedergeschlagen, aber wegen dem Föhn half auch das nicht viel. Das Feuer fand immer wieder neue Nahrung und das Erdreich verbrannte klaftertief. Einige Männer erlitten Brandwunden, ein Mann, Namens Fedier kam in den Flammen um. Einige Bauernhäuser und etliche Gäden sollen vernichtet worden sein. Am gewaltiger Schaden entstand an den Waldungen. Man gelobte Kreuzgänge nach Einsiedeln und in die Jagdmatt gegen das Umsichgreifen der Gefahr.
1703
wurde
zwischen dem Ried und Meitschligen oberhalb Amsteg durch eine Lawine ein
Tross von 22 Pferden, der durch einen Offizier und einen Knecht der französischen
Armee in Italien zugeführt werden sollte, verschüttet. Es konnten
davon nur noch 4 Pferde gerettet werden.
1774
wurde
im Winter in Silenen ein Bär geschossen
1838
Berichtet Georg Hofmann, dass im Etzlital
in milder Frühlingssonne eine Frau mit drei Kindern auf einer
Felsplatte saß und Schafe scherte. Da wischte sie eine Lawine
weg. Menschen und Tiere waren tot.
1842
Am
16. Juli 1842 wurde vom Etzlibach die Heiligkreuz - Kapelle unter
der Flue weggeschwemmt. Das wertvolle Kruzifix konnte gerettet werden und ist seither
am Haus unter der Fluh angebracht.
1866
Fächerte
im Januar die Lawinenbahn beim Steintal aus und tötete Vater Zberg mit
seinen drei Söhnen, als sie auf Fußbrettern Tristheu holen wollten.
1910
In
Silenen wütete der Evibach, weil der Seewlisee überbordete. Das Urner
Bataillon 87 musste um Schutzhilfe angefordert werden.
1917
Der erste
Wart der Etzlihütte, Ratsherr Josef Maria Epp, genannt der "
Brennermygg " verunglückte am 1. Oktober 1917 beim Strahlnen,
als sich ein Felsblock am Piz Giuv löste und ihn auf den Fellifirn
hinabriss. Als der Geißbub den Hüttenwart nicht antraf, fand man auf
dessen Suche den stark unterkühlten Verletzten neben einer Spalte. Er
lebte noch wenige Tage in Silenen, starb jedoch 38-jährig trotz aller
Pflege.
1932
Am
20. September 1932 bedrohte ein Waldbrand das Gebiet ob Arni. Eine
Hilfsmannschaft der Feuerwehr Silenen verunglückte dabei mit der
Seilbahn des Arniwerkes. Einige Männer mussten mit schweren
Verletzungen ins Spital eingeliefert werden.
1936
Am
10. August 1936 ereignete sich an der Südwestwand der kleinen
Windgälle ein grosser Bergsturz. Ca. 150'000 m3 Felsmassen stürzten zu
Tal, der Ribiboden konnte den größten Teil davon aufnehmen,
beschädigt wurden die Chilcherberge.
1938
Ein
Eisabbruch an der Nordseite des Düssistocks von rund
300 000m3 verschüttet am 17. August 1938 den Weg zur Hüfihütte.
Gletschersturz Hüfi
1946
wütete
anfangs August auf Schwandi ein großer Waldbrand. Allein für das
Löschwasser musste über 1 km Wasserschlauch verlegt werden.
1957
schwoll
bei der Stauwehr der Etzlibach durch ein Naturereignis (
Ausbruch eines Moränen - oder Eissees im oberen Sellentobel) dermaßen
an, dass es den Stauwärter Felix Indergand durch den
entstandenen Luftdruck in die Fluten schleuderte. Seine Leiche wurde
erst bei Flüelen ans Ufer getrieben.
1967
In
der Stetten brannten bei heftigem Föhnsturm 2 Häuser nieder. Mit dem
Stettenhaus, in dem früher eine Oeltrotte untergerbacht war, ging ein
historisches Objekt aus den Jahren um 1540 verloren.
1977
richteten
Unwetter und Erdrutsche große Schäden an Alpen und
Fluren an. Alpstäfel im Etzlital wurden betroffen, Erdrutsche in
der Herrenlimi und Baumgarti, Ribenen im Schüpfen- Kirch- und Seldertal
übersaarten viel Nutzland. Ähnliches ereignete sich bereits 1982 wieder.
1987
Vom
24. auf den 25. August 1987 wurde das Land Uri von einem kaum je da
gewesenen Unwetter heimgesucht, das Millionenschäden anrichtete.
1762
Nach
einem sehr milden Winter begann im Juli 1762 ein starker Regen, der in
der Nacht vom 9. auf den 10. zu einem großen Schadenereignis führte.
Schon in der Göscheneralp und im Meiental brachen Rüfenen aus, in
Wassen stürzte ein Felsbruch ab, der mit der Meienreuss eine Mühle,
eine Säge. die Brücke und einen Teil der Strasse mit sich riss. Im
Maderanertal führte der Kerstelenbach den Eisenschmelzofen weg und riss
bei haushohem Wellengang in Amsteg vier Häuser, die Mühle und die
Hammerschmiede der Reuss zu. Dazu stürzten mehrere andere Häuser ein,
so dass im ganzen 10 Häuser und einige Gäden verloren gingen. Fünf
Personen fanden dabei den Tod. In Erstfeld wurden fast alle Häuser
unter Wasser gesetzt und das Land mit Sand und Steinen überschüttet.
Die Reuss erreichte um 9.00 Uhr dei Pfarrkirche, die lange stark
bedroht war. Grosse Verheerungen erlitt die Seewade und der Leitschachen.
Die Reuss durchbrach die Leitschachwehre, beschädigte auch die anderen
Wehren und führte die Kapelle in der Seewade samt einem neuen Wohnhaus
weg. Der Schaden allein in Erstfeld wurde auf 80'000. Gulden geschätzt.
Die Reuss brach auch bei Attinghausen, Altdorf und Seedorf und setzte
die ganze Talebene unter Wasser. Flüelen stand derart unter Wasser,
dass man mit den Schiffen bis ins Moosbad fahren konnte. Von Wassen bis
Seedorf waren fast alle Brücken weggerissen. Im Schächental
entschaden große Erdschlipfe, in Unterschächen wurden einige Gäden
und eine Säge vernichtet und große Landstücke weggefressen. Die
steinerne Brücke Loretto hielt stand, in der Hartmannsrütti wurde ein
Gaden und in Bürglen die Säge und ein Wirtshaus vom Schächen
mitgenommen. Dann brach der Schächen ob der Pulvermühle durch, lief
durch die Kirchenmatte hinunter gegen die Allmenden und teilte sich dann
in drei Ströme gegen die Reuss zu, das Gelände mit Geschiebe
überdeckend. In Hartolfingen wurden zwei Häuser, eine Mühle,
ein Gaden und eine Oele vernichtet, eine Person fand dabei den Tod. Im
Sichensand wurde dem Nachtwächter sein Haus und Mätteli mitgenommen
und weitere 16 Häuser mussten geräumt werden. Gegen Altdorf riss der
Schächen ein Stück der großen Wehre bei der Rüti und eine Brücke
weg. Die Leute in Riemenstalden erwarteten ihren völligen Untergang.
Steine wie Häuser samt Schutt, Sand und Morast stürzten von den Höhen
herab und ein gewaltiger Wasserstrom hinterließ grässliche
Verwüstungen. Das Dörfchen Sisikon ging bei diesem Ausbruch fast zu
Grunde. Das ganze Tal erzitterte wie bei einem Erdbeben. Insgesamt
wurden in Uri 52 Gebäude, zwei steinerne und vier große hölzerne
Brücken zerstört. Es entsprangen auch neue Quellen und es liefen neue
Bäche, wo vorher keine waren.
1763
Die
Reuss war so angeschwollen, dass sie das Geschiebe nicht mehr
fortzubringen vermochte, so dass bei Ripshausen die Fluten das linke
Ufer durchbrachen, einige Häuser zerstörte und sich ein neues
geräumiges Rinnsal durch die schönsten Matten gruben. Der wilde
Schächen fraß bei Bürglen mehrere Häuser weg und bedeckte die
Wiesen zwischen Altdorf und Schattdorf hoch mit Schutt.
1839
brach
die Reuss beim sogenannten Schachen aus ihren Wuhren und überflutetet
sämtliche diesseitigen Güter. In den Riethern bei Erstfeld musste man
die Bewohner mit einem Schiffe holen. Hilfreich und nicht ohne Gefahr halfen
dabei Ratsherr Kaspar Muheim und sein deutscher Knecht Simon.
1887
Am Nachmittag des 1. August 1887 entlud sich über das Erstfeldertal
ein schweres Gewitter, von dem der Chronist schrieb, dass sich damals
kein lebender Bürger an ein solches Unwetter zu erinnern vermochte. Vom
Hagel heimgesucht, tötete der Blitz auf Ämmetenberg zwei Personen.
Dort durchzuckte ein "Doppelstrahl" die Fensterscheibe eines
Hauses im ersten und zweiten Stock. Getötet wurde im Obergeschoss eine
26-jährige Frau und Mutter, im ersten Stock traf der Blitz eine
24-jährige, ledige Frau. Seit Jahrhunderten beklagte die Gemeinde
Erstfeld die ersten Todesopfer durch Blitzschlag. Im gleichen Jahr
verliert Valentin Bächler aus Buttisholz, beim Abstieg von
der Flüe, im Alpbach sein Leben.
1888
Am 9. Februar wollten die Gebüder Johann und Josef Furger aus einem der
hintersten Bergheimwesen Futter aus dem nahegelegenen Gaden
herüberholen. Dabei wurden sie am frühen Nachmittag von einer
niedergehenden Lawine verschüttet. Zur Hilfe herbeigeeilte Talleute
fanden nach langem Suchen 1 ½ Stunden später eine Hand aus dem Schnee
herausragen. Mit vereinten Kräften bargen sie den 60-jährigen Josef,
der sich mit einem Taschenmesser durch die dicken Schneemassen bis an
die Oberfläche herausarbeitet hatte. Der ältere Bruder, Johannes
Furger konnte nur noch tot geborgen werden.
1917
Schwere Lawinenniedergänge forderten 1917 im gesamten Alpenraum viele
Todesopfer. Nicht verschont wurde das hintere Erstfeldertal. In den
Bodenbergen besorgte Alois Huber, der "Michi- Wisi" 10 Stück
Vieh, es hatte nach einem milden Winter früh ausgeapert. Anvertraut
waren im auch zwei junge Knaben, sein Enkel Michael und dessen Gspändli,
Marcel Tschopp. Dann änderte sich die Wetterlage, schwere Stürme und
starker Schneefall setzte ein. In der Nacht vom 20. /21. April wurde das
Schneetreiben beängstigend. Gegen Morgen wurde der Sturm zum Orkan,
dann erschütterte eine Lawine das Heimwesen und fegte über Haus und
Stall. Das weitgehend aus den Fugen gehobene Haus wurde nach vorne
gedrückt, viel aber nicht in sich zusammen. Zwischen dem eingedrückten
Vordach gelang es Huber Wisi, sich durch den gepressten Lawinenschnee
nach oben herauszuarbeiten. Durch diesen Kanal befreite er auch die
beiden Knaben. Der nur wenige Meter daneben lag der Stall unter den
Schneemassen begraben. In Erstfeld machte man sich um die Leute Sorgen, verhältnismäßig
früh traf mit 15 Mann Hilfe ein. Kaum war der Trupp
an der Arbeit, wurde es im hinteren Erstfeldertal dunkel. Eine gewaltige
Staublawine peitschte feinen Schneestaub über das Tal und schleuderte
ganze Tannen und schwere Buchen durch die Luft, die Naturgewalten
bedrohten Leib und Leben. Dann legte sich Stille über das Tal. In den
Sonnigbergen, wo vorher zwei Häuser und mehrere Ställe standen, schien
eine Bombe explodiert zu sein. Und wieder begann es zu stürmen, die
Rettungsleute verließen, zusammen mit Alois Huber und den zwei Knaben
eilends das lawinengeschwängerte Tal. Der Gemeinderat Erstfeld
untersagte nach dem Rückzug vorerst jeden weiteren Rettungsversuch. Als
es am Sonntagnachmittag aufhellte, organisierte nun der
Gemeindepräsident einen Versuch, doch ein Schneesturm sandte die
Hilfskräfte wieder zurück. Als am Montag die Retter in den
Sonnigbergen auftauchten, waren sie auf einiges gefasst. Unter den
Schneemassen bargen sie zwischen den Holzbalken eingeklemmt den
15-jährigen Sohn und die 20-jährige Tochter noch lebend, jedoch
schwerverletzt. In der Küche, neben der bergseitigen Schirmmauer, lagen
die beiden anderen Geschwister, der 11-jährige Emil und der 18-jährige
Josef, sowie der 60-jährige Vater, Josef Huber - Lussmann, tot. Es
wurde eine traurige Rückkehr. Unter Anteilnahme der Bevölkerung wurde
Vater Huber mit seinen zwei jungen Söhnen in einem gemeinsamen Grab der
geweihten Erde übergeben. 40 Mann des Rettungstrupps fanden in den
Bodenbergen bei Alois Huber in mehreren Metern Tiefe sieben tödlich
verletzte Kühe. Bei den getöteten Hubern im Sonnigberg war die gesamte
Viehhabe vernichtet. Insgesamt wurden im hinteren Erstfeldertal sechs
Häuser und sechs Ställe total zerstört. Darunter Gebäude, die jahrhundertlang
als nahezu sicher galten. Verschiedene Besitzer mussten ihre
versicherungslos, verwüsteten Bergheimet aufgeben. Zu gross war der
materielle Schaden. Gemäss Kantonsoberförster M. Oechslin war es die
"Brunnental Lawine", die in den Sonnigbergen die Zerstörungen
anrichtete.
1917 forderte der Lawinenwinter im Kanton Uri 14 Menschenleben, 21 Wohnhäuser und 40 Ställe wurden zerstört. 38 Stück Vieh getötet, 27 Alprustigen (13 Hütten, 26 Ställe, 1 Käsgaden), eine Brücke und 195 ha Wald, wurden weggefegt.
Am
27. Sept. 1917
ereignete
sich am Chly Spannort ein schwerer Bergunfall. Der damals bekannte
Zürcher Alpinist, Karl Seelig mit Urner Bergführerdiplom, stürzte
zusammen mit Walter Hurter, Zürich, und Fräulein Cabanis aus Berlin in
eine tiefe Randspalte. Die Bergung der drei Leichen aus der tiefen Kluft gelang erst
einige Tage später und der Abtransport forderte einen
Grosseinsatz aller Rettungsleute.
1923/
24
Der
Winter 1923/24 brachte bei starken Schneefällen in den Tagen vom 26.-
28.Dezember einzelne Lawinenschäden. So ging hinter Erstfeld die
Plattentallawine nieder und führte ziemlich viel Holz mit sich. Sie
hatte im ordentlichen Bett keinen Platz mehr, überbordete und drang bis auf
die Bahnlinie vor, so dass der Verkehr eingestellt werden musste.
1968
Die
Generalversammlung der Sektion Gotthard SAC vom 27. Januar 1968
steht unter dem Eindruck der Lawinenkatastrophe, die am gleichen
Wochenende in Uri 11 Todesopfer forderte. In der seit alters
her gefürchteten Wilerlauwi südlich von Erstfeld fand eine ganze Familie mit ihren
Kindern den Lawinentod - nur der beim Besorgen des Viehs nicht anwesende
Familienvater überlebte. Die Lawine riss von den Flanken des
Ruchälplistockes und des Grossgander Stockes gleichzeitig ab und
schoss über die mit Schnee ausgefüllten Täler und Runsen in der
Wilerlauwi gegen das Reusstal hinunter. Dabei wurde das
jahrhundertealte Haus der Familie Zgraggen zerstört. Hart
getroffen wurde der überlebende Ehemann, Anton Zgraggen. Er verlor bei
diesem Lawinenniedergang seine Frau und seine 5 Kinder. Das Leben verlor
auch der Landwirt Oswald Indergand. Er war in einem nahe ob der
Wilerstrasse stehenden Stall beim Besorgen des Viehs und wurde
erdrückt.
Eintrag im Lawinenregister: 1968.
27.1. 06.10 Uhr. Wilerlaui (Gurtnellen/ Gemeindegrenze Erstfeld)
1 Wohnhaus zerstört, 7 Personen getötet.
1554
Ein
Ratsbeschluss vom 25. August 1554 meldet, dass viele Wölfe im Schächental
vorhanden seien und daher jedermann, der durch das Schächental wandere,
seine Hunde bei sich haben solle, bis die Wölfe gefangen seien.
1573
Als
Landesstatthalter Johannes Koun, Hauptmann in französischen Diensten, sich
ein Haus in der Dörelen, am hinteren Mühlebach in Spiringen, ein Haus
bauen wollte, ritt er mit einem Knecht gegen Schwanden. Unterwegs wurden
die beiden auf der Rübi von einem Bergsturz überrascht. Der Knecht
sprengte vorwärts und entkam, der Herr aber wandte sich rückwärts und
ritt in den Tod.
1600
Der
Schächenbach überflutete in diesem Jahr das Gelände von Altdorf, dass
seine Bewohner in der Not eine Prozession mit allen Reliquien der
Pfarrkirche von Altdorf veranstalteten und auf Sonntag, den St.
Johannistag eine alljährliche Almosenspende gelobten. Zu Anfang dieses
Jahrhunderts wurde Sisikon wieder durch einen Ausbruch des Dorfbaches fast
vernichtet.
1666
Auf
einer Votivtafel in der Schwandenkapelle zu Unterschächen ist zu lesen:
"Anno
1666 bin ich frantz Gisler in eine grosse lawin kommen/ die stein beim
Stöck studen gfüherdt, / darunter ich eine ganze Ellen/ tieff gelegen in
grosser lebensgefahr, da hab ich mich zue Gott / Und seiner lieben
Mutter und der hl. Jungfrau Maria, und zue der H - / grossmuetter Anna
verlobt mit diesem tefelin durch für bitt / der S. Anna bin ich ohn
geschädigt erhalten worden". Die Votiv- Tafel zeigt von oben links
kommend eine Lawine mit Bäumen und Schneekugeln, rechts oben die
Muttergottes mit dem Christuskind und die hl. Anna, links unten die
Familie: Mann Frau und Wickelkind betend und rechts einen Mann, der halb
in der Lawine versunken ist und die Arme hoch hält.
Vor
Allerheiligen regnete es mehrere Tage so heftig, dass im Brunnital durch
einen Gletscher- und Felsabbruch die Alp Lammertal vernichtet wurde.
Naturereignisse 1706
Im Jahre 1706 wurde im ausgehenden Frühling im Wängiswald im Urnerboden, dort wo er an die Kammeralp stößt, ein Bär erlegt, der den Urnern großen Schaden angerichtet hatte. Den 150 aufgebotenen Urnern die die Treibjagd unternahmen, sind von Glarus und Schwanden auch 300 Mann zu Hilfe gezogen. Sie erhielten zu Zeichen des Dankes einer hinteren und vorderen Tatze des Untiers. Die Urner behielten, weil das Tier auf Urner Gebiet erschossen wurde den übrigen Teil, den sie unter Begleitung von 100 Schützen dem Landamann Püntener überbrachten und verehrten. Den ersten Schuss tat Jakob Gisler aus dem Schächental und noch weitere 10 Schützen schossen auf das Tier, bis es erlegt war.
1768
In der Neujahrsnacht fiel ein riesiger
Schnee. Am 14. Juli brachen hintereinander drei starke Gewitter los,
dann kam der Dimmerföhn, dem ein starker Regen folgte. In der Nacht vom
16. Juli gingen in Witterschwanden zwei Erdschlipfe los, die Steine wie
Stubenöfen mit sich führten. Diese fielen in den Schächen, der selber
schon stark angeschwollen war und nun durch die Steine gestaut wurde.
Durch den Wasserschall wurde die Brücke bei der Schächenkapelle
gebrochen und die Wehren ob und unter der Schattdorferbrücke zerrissen.
1772
In Hartolfingen verbrannte am 21. April ein großes hölzernes Haus, weil glühende Asche in einem Holzkübel aufbewahrt wurde. Eine alte Frau, ein lediges Mädchen und ein verheirateter Schuster starben in den Flammen. Nur dank großem Einsatz konnte die danebenstehende Gerbe gerettet werden.
Eigenartig
war das Jahr 1778
Weil im Schächental und auf dem Urnerboden Mitte
Juni ein derart heftiger Schneefall einsetzte, dass man mit dem Vieh
über den Klausen heimwärts wollte und dabei auf Vorfrutt und Balm von
verschiedenen Lawinen überrascht wurde. Sie forderten zahlreiche
Schafe, sodass sich" das Blut der Lawinen rot färbte"
(17. Juni 1778).
1797
Am 21. Januar 1797 gingen drei
Jäger auf die Pernissen- und Gämsjagd gegen den Klausen. Zwei
davon, Johann Josef Arnold aus dem Gefreitenberg und Franz Josef Gisler
aus dem Schwandenberg in Unterschächen, letzterer der größte Mann aus Uri, kamen in den Heidmannseggköpfen in eine
Lawine, die sie ins Tal hinunterriss. Der dritte Mann musste zusehen,
wie die beiden, sich aneinander festhaltend zu Tode stürzten. Er
selbst, ein Spirigner, brach sich dabei den Fuss, und konnte dennoch
nach 6 Stunden im Schnee kriechend Hilfe errufen. Im gleichen Jahr kamen
beim Wildheuen im Stöckli zu Ennetmärcht Franz Schuler und Josef
Gisler durch Steinschlag ums Leben, Kaspar Gisler und Franz Bissig
wurden dabei verletzt.
Lawinenwinter
1807/1808
Wegen
Unglücksfällen durch Schneelawinen ist das Jahr 1808 wohl das
Merkwürdigste. In der Nacht vom 11. Christmonat fielen bei heftigem
Windsturm eine Menge Lawinen. So kam eine Lawine in Spiringen bis
ins Dörfchen und hätte sich sich nicht unweit davon geteilt wäre die
Pfarrkirche samt den umliegenden Häusern in den Schächen gestürzt
worden. Auch in Unterschächen richteten die Lawinen große Verwüstungen an. Im Kirchgange Silenen hatten die Lawinen
große Schutzwaldungen niedergerissen. In
der Schwand in Bürglen war der Vater und eine Tochter im Stall und
fütterten die Tiere, als die Lawine kam und das Wohnhaus wegriss. Zwei
kleine Kinder wurden dabei getötet.
Im Sommer 1800 suchte eine schreckliche Viehseuche den Urnerboden heim. Kaum hatte man sich von diesem Schrecken erholt, wurde in Äsch am 9. Februar 1807 eine Familie mit sechs Kindern unter einer Lawine begraben. Keine zwei Jahre später, am 8 Dezember 1808 erlebte Unterschächen abermals eine Lawinenkatastrophe mit 8 Toten und großen Verlusten an Vieh und Gebäuden. Pfrarrer Lusser beschreibt das Unglück wie folgt: "Die Lawine in Unterschächen, die in sogenannten Fulenstock oberhalb dem Schlänggen entstand und weiter unten in zwei Arme sich theilte, zerstörte vollständig sechs Häuser, beschädigte drei andere, warf dreiundzwanzig Stallungen von Thieren und fünf andere Gebäude, Speicher etc. über den Haufen und tödtete etwas über sechzig Stück Vieh. Bei dem Umfang des Lawinengebietes ist es fast zum Verwundern, dass nicht mehr als acht Personen, zwei Frauen, zwei erwachsene Jünglinge und vier Kinder ihren Tod fanden. Mehrere Personen, die von der Lawine ergriffen worden waren, wussten sich so oder anders zu retten. Ein Mann, den die Lawine hoch durch die Lüfte trug, konnte sich in den Ästen eines Baumes halten...". Im Sturnen kam der sechs Jahre alte Georg und die fünfjährige Katharina, des Karl und Katharina Arnold ums Leben. Hart betroffen wurde im Pliggerig die Familie des Johann Josef Bissig (1772- 1838), der Ehrliger, der seine 32-jährige Frau und zwei Töchter im Alter von sieben und vier Jahren verlor. (Quelle: UW 6. Dez. 2008; Josef Muheim- Büeler)
Insgesamt
wurden wurden 20 Häuser, 151 Scheunen und 17 Speicher
zerstört.
9 Häuser und 14 Scheunen wurden großteils
ruiniert.
105
Stück Rindvieh, 251 Stück Schmalvieh und 3 Pferde fanden den Tod.
In
den Jahren 1817, 1819, 1814 und 1842 folgten in Uri weitere schwere Lawinenniedergänge.
1868
In
der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 1868 hatte eine am Schächentaler
Windgällen abgebrochene Lawine "einen ungewöhnlichen Lauf durch
den Schirmwald sich eine Bahn gebrochen und Haus und Stall des Berggutes
Weid ergriffen, fortgerissen und vom Grund aus zerstört". Eine
Magd und ein Knecht konnten sich retten, die junge Hausfrau und
ihr Kind, alle im Schlafe überrascht, konnten nur noch als
Leichen geborgen werden. Johann Josef Schuler, das
Familienoberhaupt, war zufällig nicht anwesend. Seine Viehhabe, fünf
schöne Kühe, zwei Rinder, fünf Ziegen und ein Schaf gingen zu Grunde.
1887
Der
Bergsturz von der linken Talflanke der Spitzen vom 29. Mai 1887 verschüttete
in Spiringen zwei Heimwesen
und tötete dabei 6 Menschen. Die Felsmassen stauten den
Schächenbach zu einem See, der später bei seinem plötzlichen
Durchbruch zusätzlich große Verheerungen anrichtete.
1910
Am
15. Juni 1910 erlebte Uri nach ausgiebigen Regentagen eine
Wasserkatastrophe unheimlichen Ausmaßes. Der Schächenbach wurde zu
einem reißenden Fluss, wälzte Schutt und Geröll zu Tal und setzte
weite teile der Reussebene unter Wasser. Viel fruchtbares Land ging
dabei zugrunde.
1940
Am
12. Dezember 1940 ereignete sich auf dem Urnerboden ein schweren
Lawinengang. Ganz außerordentlich ging die Träsplanggenlawine nieder,
die bei Hinterhütten das große Unglück brachte. Von den
16 Firsten wurden 11 vollständig zerstört. Von den 14 Personen, die in
3 von 5 zerstörten Hütten wohnten und alle verschüttet wurden, fanden
4 Menschen den Tod:
Frau Witwe Müller und drei Kinder der Familie
Schuler- Walker, während sich vier andere Kinder selber befreien konnten.
Es war eine Staublawine, deren explosionsartiger Luftdruck die
Zerstörung verursachte.
1945
Im
Winter 1944/45 ging auf dem Pfaffen, im Gebiet Mättental,
Bürglen eine Lawine vom Frutteg einen gänzlich ungewohnten Weg und zerstörte
ein Berghaus und einen Stall, die über 150 Jahre schadlos auf freiem
Hubel standen. Zu Unterschächen ging im Brunnital hinter Lammerbach die
Ruchenplangglauwi in einem Ausmaß nieder, wie man sie nie gesehen hat ,
durchschlug sie doch einen 250-jährigen Tannenwald und und drang bis
zum Brunnibach vor.
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Isenthal |
Im Juni 1772 schoss der Jäger Balz Jauch einen Wolf im Isenthal.
1820
Am 29. Mai 1820, entdeckte ein Geissbub im Walde unter
dem Horn hinter den Dorf Isenthal einen ungeheuren Bären. Er hielt die
Bestie für den „Flüelerteufel“, womit man dort die Kinder
schreckt. Aber als sein Meister das Tier erkannte und darüber vor
Schrecken fast ohnmächtig ward, eilten 14 Mann von allen Seiten in den
Wald und erlegten ihn im 3. Schuss. Auf den ersten Schuss, den er vom
ältesten Jäger des Tales, Kirchenvogt Josef Anton Infanger erhielt,
brüllte er, dass die Felsen erbebten und gab einen Gestank vor sich,
den man im Dorfe roch und rollte in den Bach hinab, wo er vollends
getötet wurde. Den folgenden Tag wurde er im Triumph nach Altdorf
gebracht. Er wog 265 Pfund und hatte nichts im Magen, wohl aber noch
etwas Schafwolle im Darmkanal. Im Kiefer hatte er noch Reste einer
Bleikugel eingewachsen seit lange her. Der Pelz war graubraun, die
Extremitäten dunkler braun. Das Fleisch, wovon ich gebraten auch
verkostete, war weiss, aber ekelhaft süsslich.“ Infanger erhielt vom
Urner Landrat eine Abschussprämie von einem Louisdor.
1600
Der
Schächenbach überflutete in diesem Jahr das Gelände von Altdorf, dass
seine Bewohner in der Not eine Prozession mit allen Reliquien der
Pfarrkirche von Altdorf veranstalteten und auf Sonntag, den St.
Johannistag eine alljährliche Almosenspende gelobten. Zu Anfang dieses
Jahrhunderts wurde Sisikon wieder durch einen Ausbruch des Dorfbaches fast
vernichtet.
1629
Schwer
wütete die Pest in diesem Jahr in Uri. In Altdorf und Flüelen, die
damals zusammen noch eine Pfarrei bildeten, seien an dieser Seuche 1600
Menschen gestorben. Im Schächental starben bis im Februar 200 Personen
und ganze Familien wurden dabei vernichtet oder starben aus. Vom
5.August bis 22. November erlagen der Seuche in Erstfeld 100 Personen,
während im Kloster Seedorf, dank der getroffenen Vorsichtsmassnahmen,
nur zwei Nonnen daran starben. In Wassen mussten innert 5 Monaten 178
Menschen am Beulentod beerdigt werden und zwar von Wassen selbst 110,
Göschenen 40, Meien 8, Hägrigen 7, Reälper 2 und Walliser und
Graubündner 11, die der Tod in der Gemeinde ereilte. Vom Landrate von
Uri weiß man, dass dessen Mitglieder bis auf Landamann Sebastian. H.
Tresch und sechs Ratsherren gestorben sind. Die Lebenden hielten, um
nicht angesteckt zu werden, ihre Sitzungen auf dem Platze beim oberen
hl. Kreuz in Altdorf unter freiem Himmel ab und stellten sich dabei
möglichst weit entfernt voneinander auf.
1693
Am 26. April 1693 brach abends um 10 Uhr
in der Schmiedgasse in Altdorf eine Feuersbrunst aus, die nicht
nur die Häuser dieser Gasse, sondern auch die an der
Schächentalergasse vernichtete. Obwohl kein Wind wehte, gingen doch 76
Wohnungen, ohne die Nebengebäude und Stallungen innerhalb drei
Stunden vollständig in Flammen auf. Die Brandstädte umfasste
nach einer Urkunde im Türmli, das Gebiet vom von Rollschen Haus
aufwärts bis an das Haus des Landamanns Püntiners und und Carl Roman
Megnets Häuser einerseits und vom Rathaus, das mit knapper Note
gerettet werden konnte, aufwärts bis auf das Lehn. Die Gebäude
bestanden meist aus Holz und das Feuer fand leichte Nahrung. Neben der
Habe der Bewohner gingen vor allem viele eingelagerte Transitwaren:
Wein, Reis, italienischer Weizen von Händlern aus dem Aostatal zu
Grunde, daneben gingen auch einige Pferde, Geld und ihre
Rechnungsbücher verloren. Über 1000 Einwohner wurden durch den Brand
obdachlos.
1774
Es
war am 10. September 1774, ein heller und schöner Tag, als nach einigen
vorübergehenden Erschütterungen und nachdem vorher ein starker
Föhnsturm getobt hatte, nachmittags um, 4' 25 Uhr, ein heftiges
Erdbeben Uri und darüber hinaus auch Luzern, Stans, Engelberg und
Schwyz in großen Schrecken setzte. Ein unheimliches Getöse im Gebirge
ging dem Erdbeben voraus, das man in Altdorf als ein dumpfes
unterirdisches Donnern und Brausen gehört haben will. Dann kam
ein heftiger, erzitternder Stoss, dem zwei andere, ebenso starke
folgten, die ein Wiegen der Erde von zwei Minuten Dauer verursachten.
Man will dabei deutlich die Berge wanken gesehen haben. In Altdorf
stürzten beinahe zwei Drittel aller Kamine und Öfen ein. Die Türen
sprangen knallend auf, die Glocken schlugen an und die Mauern fast aller
steinernen Gebäude bekamen Risse. Die steinernen Fenstergerichte
zersprangen, die Wappen, Geländer und Zierarten ob den Portalen und
Balkonen fielen ab und Tausende von Ziegeln wurden von den Dächern
geworfen.
Die Pfarrkirche St. Martin erhielt Risse und Brüche in den Mauern, der Glockenturm wurde gespalten und senkte sich auf einer Seite. In der hl. Kreuzkirche stürzte das Gewölbe im Langhaus gänzlich ein, und zerschlug dabei die neuen Altäre, Gemälde und Kirchenstühle. Auch an ihr wurde der Glockenturm von unten bis oben gänzlich gespalten. Der Chor der Frauenklosterkirche erlitt so schwere Schäden, dass er abgetragen werden musste. Das Rathaus, Zeugheus, Schulhaus und der Spital wurden übel zugerichtet. In der Metzgerei mussten wegen den schweren Beschädigungen des Gebäudes zwei Haushaltungen ausziehen. Ein Haus von Meister Kaspar Ringen stürzte in die Schälchentalergasse und der übrige Teil musste nachher abgetragen werden. In des Zollers Gisler Haus wurden die inneren Mauern derart zugerichtet,, das auch dieses geschlissen werden musste. .. Der Schrecken war gross, alle Leute flüchteten aus den Häusern und flohen auf das freie Feld hinaus. Der Pfarrer Ringwald zog mit dem hochwürdigen Gut in die Landleutematte und stellte dort Bussandachten und Prozessionen an. Als nach vier Stunden weitere Erdstösse erfolgten, wagten sich die Einwohner nicht mehr ins Dorf zurück und übernachteten im Freien, in Zelten oder errichteten kleine Hütten. Durch das starke Erdbeben wurden die Gewässer getrübt, im Gebirge lösten sich lose Felsen. Der See brauste von seiner Tiefe auf und schleuderte die Fluten an die Felswände. In Bürglen bekam die Kirche zwei Spalte und der Glockenturm einen Riss. In der Pfarrkirche Spiringen stürzte das halbe Gewölbe ein und traf eine betende Frau, die zwei Stunden später starb. Es soll keine Kirche unbeschädigt geblieben sein, besonders litten die Kirchen in Silenen Erstfeld, Isenthal und Sisikon.
Vom Gitschen und den Bauenstöcken sprangen Steine bis in den See, in Sisikon verschwand um 16'25 Uhr ein beträchtliches Stück Land in den See, in Flüelen bei der Ziegelhütte ein großer Apfelbaum. Im Bereich Seedorf bis Isenthal gingen ganze Stücke in den See. Die große Fluh am Axenfels wurde gespalten. Weitere Nachbeben wurden bis zum 7. Oktober fast täglich beobachtet.
1910
In der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1910 verschüttete eine Ribi das Haus der Familie Ziegler auf Brunegg und tötete eine ganze Familie. Altes, in der Rinne des Kapuzinertales angesammeltes Geschiebe kam durch die Gewalt des von den steilen Hängen niederströmenden Wassers ins Rutschen. Die Mutter Ziegler mit ihren 10 Kindern, Josef, Franz, Anton, Maria, Agatha, Paulina, Pius, Alois, Margaretha und Regine. starben in den den Trümmern der Stein- und Schlammlawine. Eine Tochter wurde noch lebend geborgen, starb aber kurz darauf im Urner Kantonsspital. Am 17. Juli wurden die zwölf zum teil schwer entstellten Opfer in acht Särgen in ein gemeinsames Grab auf dem Altdorfer Friedhof gesenkt
Im
März 1780 hörte ein Bergbauer am Gitschen beim Abendessen mit seiner
Frau und seinen sieben Kindern plötzlich ein großes Geräusch. Er
schickte einer seinen kleinen Knaben zur Türe hinaus und
nachzusehen. Kaum war der Knabe zurück um zu melden, dass eine
Lawine den Heugaden eingedrückt habe, als im selben Augenblick das
Hausdach eingedrückt wurde. Die Oberdiele und der Fußboden der
Stube mit samt dem Ofen, Stühle, Bänke, Bett, auf welchem ein Säugling
lag als auch der Tisch nebst dem Hausvater, seiner Frau und drei Kindern
wurden in den Keller hinuntergeschlagen. Nur die drei Kinder hinter dem
Tisch blieben unversehrt. Einige Nachbarn eilten zur Hilfe herbei. Nach
kurzer Zeit konnten die den Vater, seine Frau und die drei eingestürzten
Kinder unverletzt ausgraben, nur der kleine Säugling fehlte. Man fand
wohl sein Bett in Stücken. Als der Vater schließlich einen
hohlliegenden Laden umdrehte, fand man das Kind auf dem Gesichte liegend
und nur mit einem kleinen Hemdlein bekleidet, noch lebend.
In Seedorf
riss eine Lawine einem Mann ins Tobel hinunter.
1640
Im Januar war es so kalt, dass der Vierwaldstädtersee
fast ganz zufror. Von Gersau nach Beckenried konnte man
ungehindert zu Fuß über das Eis gehen.
1687
Am
23. September 1687 entstand nachts von 10 bis 12 Uhr ein schweres Wasserbeben
im Urnersee. Durch ein unterirdisches Ereignis wühlte sich plötzlich
das Wasser auf und wälzte sich wie eine Sturmflut über den See. In
Flüelen drang die Flut weit ins Dorf hinein und beschädigte die
Schiffswehren, ebenso an der Treib. Dort wurden in dem neu erbauten
Gasthause die Fenster und Fällladen eingeschlagen. Ein Tisch in der Gaststube wurde umgekehrt, der Wirt im Hausgang zu Boden geworfen, der
Hausgarten samt der Schiffswehre weggeschwemmt. Die Kellertüren und die
Mauern wurden eingedrückt, so dass der Wein in den Fässern auf den See
geriet, dergleichen der Anken und bei 80 Laib Käse, was alles zu Grunde
ging. Vom ganzen Seeport bis zum weiten Stein wurde die Erde, Wasen,
Stauden und das Holz samt den Wurzeln bis auf den Felsengrund weggeschwemmt.
|
Flüelen |
1935
Am
20. Dezember 1935 löste sich am Westhang des Rophaien die gefürchtete
Lauital- Franzenlawine. Das Schneebrett überraschte drei Holzer,
Meinrad Arnold, Balz Ziegler und Bernhard Ziegler, die dort im Lauital
beim Rüsten von Trämel beschäftig waren. Sie wurden samt den
Baumstämmen erfasst und ca. 40 Meter weit getragen. Bernhard Ziegler
gelang es dennoch zu alarmieren. Die kurz darauf eintreffende Hilfe fand die beiden
anderen Holzer, Meinrad Arnold und Balz Ziegler schwer verletzt und tot.
Die beiden Leichen lagen 1.80 m unter Schnee und zwischen Holz.
Eine
Stunde später, ging von der Nordseite des gleichen Berges, um 10. 30
Uhr, vom Buggigrat, die Fallzuglawine ob Sisikon gegen das
Riemenstaldental nieder. Das Schicksal wollte es, auch hier waren drei Holzer an der Arbeit:
Josef Maria Planzer- Zwyer, und dessen Sohn sowie Bannwart Franz
Zurfluh. Zurfluh konnte aus dem Lawinental springen. J. M.Planzer
- Zwyer und sein Sohn wurden in die Tiefe gerissen und konnten- durch
das Aufschlagen auf den Felsabsätzen- stark verletzt, nur
noch tot geborgen werden.