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Naturereignisse im Kanton Uri

Quelleangabe und Literaturhinweise

In laufender Bearbeitung: Sepp Huber

    Lawinen-  Natur - und andere Ereignisse  im Urnerland

   Altdorf

   Göschenen/ Urseren

   Erstfeld/ Erstfeldertal

   Wassen/Meiental

  Fellital

   Gurtnellen

  Isenthal

   Silenen/ Amsteg/ Bristen

   Urnersee

   Schächental

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   Flüelen

 

  Bergunfälle

 

Urserental
 

1478
"..wurden am Gotthard 60 Soldaten von einer unversehens daherrauschenden Schnee-Lauwin überfallen und elendiglich verdruckt".

Im Wintermonat 1478 zog nun das wohlgerüstete 10'000 Mann starke Schweizer Heer bei Schnee und Kälte über den wilden St. Gotthard. Voran mit den Urnern zogen die Zürcher. In Wassen hatten sie mit Mutwillen gezecht und wahrscheinlich auch noch in Göschenen getrunken und stürmten dann unter großem Lärm den Schauplatz zerrissener Natur, die Schöllenen hinan. Da brach, als ob des Berges Geist über den Mangel an Erfurcht erzürnte, von unbekannter Höhe eine gewaltige Schneelawine los und begrub von den Zürchern sechzig Mann rettungslos in einem Augenblick. Die Übrigen, dadurch in Schrecken gesetzt und gezähmt, rückten nun still über den St. Gotthard bis vor Bellez, wo 18'000 Mailänder unter Graf Borelli standen. ( Lusser, Geschichte des Landes Uri)

1528
Überschwemmungen der Reuss in Ursern.  Die Brücken zu St. Peter und in Zumdorf wurden weggerissen.

1531
" Der Gerung zu Steg in Ursern erhielt 3 Gulden für einen erlegten Bären". 
Der Name " Gerung" taucht in der Geschichte von Urseren mehrmals auf.

1601
Kam eine "Lowi" durch das "Kilchertal" herab und ging über die Strasse, wobei sieben Personen den Tod fanden.
Iso Müller, Geschichte von Urseren

1624
In der Val Tremola soll gemäss Angaben von Leu eine Karawane von 300 Personen durch eine Lawine verschüttet worden sein. Am 3. Februar kamen in der Schöllenen neun Männer durch eine Lawine ums Leben ( Fünf Urschner, drei von Airolo und ein Bündner).

1640
Am 21. September begann in Urseren der große Regen. Viele Einwohner flohen mit Weib und Kind trotz anhaltendem Regen in die Berge. Bei der St. Johannkapelle musste man eine Wache stellen, dass niemand mehr über die Brücke ging, bis der Pfarrer mit dem hl. Sakrament die Fluten besegnete. Im Tale selbst wurden drei Brücken gebrochen und die Strasse bei St. Anna und am Gotthard bei den Köpfen und auf dem Sand unterbrochen. Viele Matten in Realp, Schmidigen Steinbergen, zu Risen, Bätz im Mattenfeld und Kirchenfeld wurden mit Geschiebe überlegt. Dem Pannerherren Johann Christen die Matte Obermarcht ganz versaart, hat 3000 Gulden geschadet. Amman Johannes Jungen Haus in der Vorstadt wurde der Hinterbau ganz eingefüllt. Die stiebende oder Twärrenbrücke und die Tanzenbeinbrücke in der Schöllenen wurden derart beschädigt, dass man vier Wochen lang  mit dem Vieh und den Saumpferden von Andermatt über den Berg und das Riental hinunter gehen musste, bis der Schaden behoben war. In Erstfeld wurde ein Bittgang nach der Jagdmatt angelobt wegen der Wasserfluten, die drei Tage und Nächte das Dorf bedrohten.

1695
Im Februar warf eine Lawine in Realp den Glockenturm samt den Glocken der St. Josefskapelle in die Reuss und zerstörte drei Gäden zu Steinbergen. Ebenso vernichtete eine Lawine in Andermatt einen Gaden mit viel Vieh. Im gleichen Monat kamen im Magggiatal 34 Personen durch Lawinen ums Leben.

1699
am 25. September, nachmittags um 2 Uhr, brach in Hospental Feuer aus, wodurch das Dorf bis auf das alte Oberhaus eingeäschert wurde. Das Feuer ging an in des Hans  Müllers Haus in dessen oberen Räumen. Der Föhn trieb den Brand über das ganze Dorf und brennende Schindeln bis nach Andermatt und bis hinaus in die Fleigern. Innert kurzer Zeit, bis 15.30 Uhr stund das ganze  Dorf Hospental in Flammen, nur ein Haus und zwei Ställe blieben verschont. Es konnte nur wenig gerettet werden, Menschenleben waren  glücklicherweise keine zu beklagen.

1707
entstand am 13. August  ein furchtbares Unwetter im Urner Oberland. Es regnete dermaßen, dass die Wasser in kurzer Zeit anschwollen. Um 1 Uhr nachmittags fing es an und um 5 Uhr ereichte die Flut die Brücke von Hospental. Eine Mühle samt Haus mit aller Fahrhabe des Meisters Johannes Schmid wurde weggerissen. Viele Strassen und Brücken verschwanden im den Fluten, viele Felder und Matten wurden mit Geschiebe überdeckt. Der Unteralpbach drohte bei Andermatt auszubrechen, in der Schöllenen wurde die Twärrenbrücke wieder weggerissen. Die Hochflut vernichtete talwärts viele Häuser, Mühlen, Schmieden Brücken und ganze Straßenteile und verursachte von Erstfeld an eine furchtbare Überschwemmung des Talbodens. Der Schaden wurde über 50'000 Gulden geschätzt. Dem Ereignis folgte der Bau und Durchbruch des Urnerloches. Der Chronist berichtet, das " durch ein ueberschwänglich wasserfluss der brig, so von Holz war, hinwägggenommen" und am 20. Herbstmonat beschlossen die gnädigen Herren von Uri: "durch den gähligen bärg durch zue brächen damit fürderhin die großen unkösten gedachter Holzinen brug Erspahrt werden".  In 11 Monaten gelang der Durchbruch durch dem Baumeister Moretti
ni aus dem Maggiatale um 8149 Urnergulden.

 

Das Urnerloch 1708  Ein Tinkgeld für Moretti

 Im Jahre 1720
am 18. Februar, an der Herrenfastnacht, am Morgen nach dem Wisiläuten, brachen zur gleichen Zeit ob Andermatt drei Lawinen los. Eine vom Tristel, eine vom Bätzberg, und eine neben dem Wald über die Brunnen hinunter in die Vorstadt. Diejenige vom Tristel und die vom Bätzberg stießen am Boden nicht nur zusammen, sondern türmten sich hoch gegeneinander und liefen noch ein gutes Stück neben - und durcheinander, was seit Mannesgedenken noch nie vorgekommen war. Es war ein großartiges Naturschauspiel, das glücklicherweise keine Opfer kostete, da die Bauern kurz vorher vom Hirten noch ins Dorf hinein gelangt waren. Eine der Lawinen brachte dem Johann Josef Wolleb ob der Gasse in Andermatt zur hinteren Tür seines Hauses eine ganze Tanne hinein und legte ihm dazu noch soviel Holz in den Garten, dass er zwei ganze Jahre davon genug hatte. Schlimmer traf es die Leute im Gomsertal, wo durch Lawinen 91 Personen verschüttet wurden. Die Andermatter gelobten zu ihrer Errettung den Bau einer Kapelle.

Lawinenniedergang in Realp vom 23. März 1730

Am 23. März 1730, ungefähr 4 Uhr abends ist in Realp ein großes Lawinenunglück geschehen. Auf der Sonnenseite ob Realp ist eine gewaltige Lawine durch den ganzen Berg hindurch samthaft miteinander angebrochen. Hinter Realp hat sich die Lawine so auf die Güterfelder über den Büelen ausgebreitet und sich durch diese hinausgelassen und zugleich die, welche durch das Stockertal und Brandt herunterkamen gegen das Dorf getrieben und in das Dorf gedrungen und hat  5 Häuser, 3 Ställe samt Vieh, 3 Speicher überrumpelt und darin nebst verschiedenem Vieh noch 17 Personen getötet.

In dem Haus, das Bartholome Renner und Balz Regli gehörte, ist niemand getötet worden. Margret Nager, die darin überrascht wurde, konnte noch lebend herausgezogen werden. Im zweiten Haus der Simmigen, darin Hans Jacob Simmen des Raths samt seiner Tochter und Tochtermann Hans Kaspar Christen und deren Kinder, zugleich auch sein Schwager Kaspar Nager samt den Seinigen wohnte. Diese Haus ist gar übel hergenommen, da die Lawine alles zerschmettert hatte und darin 10 Personen ums Leben kamen, als Tochtermann Hans Christen und Frau und zwei Kinder und des jungen Hans Balz Simmen seine Ehefrau Anna Maria Christen samt fünf Kinder.

Im dritten Haus des Matthäus Renners Frau Anna Barbara Kathrin, die in der Kindbette war, samt ihrem Knäblein im Arm tot gefunden, auch dessen Schwester Barbara Renner; und im Haus auf der anderen Hälfte des Josef Renners Mutter Anna Katharina Simmen unter dem Stubenfester tot aufgefunden wurde. Im vierten Haus war niemand als des Valentin Renners Frau und des jungen Josef Renners Frau Maria Agatha Müller von Hospenthal, welche dorthin geflohen ist und beide lebendig davonkamen, weil sie zum Fenster hinaus flüchten konnten. Aus demselben Haus wollte auch Johann Müllers Tochter entfliehen, ist aber in die Lawine geloffen und umgekommen.

Im fünften Haus hinter der Kapelle konnten Leute entfliehen bis auf Melchiors Zoppen Frau, samt einem Kind des Anton Christen, welche in demselben Hause wohnten und von der Lawine verwütscht und getötet wurden. In den drei zertrümmerten Ställen ist sämtliches Vieh getötet worden .

Anmerkung: Dass sowenig Männer bei dem Unglück beteiligt waren ist dem Umstand zu zu schreiben, dass zur Zeit des Lawinenniederganges die Männer mit der Besorgung ihres Viehs außerhalb des Dorfes beschäftigt waren. Schaller schreibt in seiner Chronik:" Es war ein furchtbarer Schrecken, denn niemand wusste ob noch weitere Lawinen das Dörflein niederstürzen würden. Drei beherzte Männer von Realp machten sich unter Lebensgefahr auf, um sich nach Hospenthal durchzuschlagen, wo sie um acht Uhr abends eintrafen. Dort wurde die Sturmglocke geläutet, man versammelte sich in der Kirche um zu beratschlagen, wie man in Realp Hilfe bringen könnte.

Das war in der Nacht nicht mehr möglich und immer noch krachten Lawinen nieder. Auch in Andermatt wurde das Sturmgeläute gehört und eine Hilfsmannschaft eilte nach Hospenthal. Betend verbrachte man die Nacht in der Kirche und zog im Morgengrauen nach Realp. Zehn Tage schaufelt man bis das Dorf von der Lawine befreit war. Unter dem Schnee und den eingestürzten Firsten langen 19 Tote Lawinenopfer.

Literatur: Chronik der Naturereignisse in Uri 1000 - 1800;  Tagebuch des Talschreibers Johann Sebastian Schmid, Hospenthal

1766
Am 9. September bei Maria Geburt, am Morgen zwischen 2 und 3 Uhr entstand in Andermatt bei anfänglich starkem Föhne eine Feuerbrunst und bald ging das ganze Dorf in Flammen auf. Nur die Vorstadt und der Pfarrhof und sieben andere Häuser blieben verschont oder konnten mit großer Mühe gerettet werden. Auch der Chor mit den Altären der neu erbauten Kirche blieb unbeschädigt. Jedoch dessen Dachstuhl und im Turme die fünf ansehnlichen Glocken wurden vernichtet. Es verbrannten 56 Häuser mit 108  Feuerstätten, 106 Familien wurden obdachlos. Ein Raub der Flammen wurde die Peterskapelle, das Rathaus samt der Kanzlei mit den darin aufbewahrten Gültbriefen, das Zeughaus, das Fremdenspital, die Sust, 25 Ställe mit ca. 7000 Zentnern Heu für die Passpferde und Ochsen und zwei Speicher mit ca. 200 Zentnern Usrserenkäse nebst einem großen Vorrat an Wein und anderen Lebensmitteln. In zwei Stunden war der Brand nach hereinbrechender Bise beendet. Es hatte vorher fünf Wochen nicht geregnet sodass das Feuer im  Föhn rasend um sich greifen konnte.  Das ganze Dorf wurde in den nächsten Jahren wieder neu aufgebaut, zu welchem Zweck 1767 der Wald hart neben dem Bannwald geschlagen und verwendet wurde. Und man erinnerte sich daran, so dass die Feuerordnung wieder in der Pfarrkirche verlesen wurde.

1767
Am 27. März sind 14 Saumpferde, die mit Käse beladen von Altdorf kamen, in der Schöllenen herwärts der Teufelsbrücke von einer Lawine samt einem Säumer in die Reuss geworfen und getötet wurden.

1770
Viel Schnee  gab es im Jahre 1770.  Eingangs der Schöllenen lag der Schnee so hoch, dass man den oberen Rand mit der Hand nicht erreichen konnte.  Am  3. März ein zog ein  Säumer mit acht mit Käse beladenen Pferden durch die Schöllenen. Dort  wurde er von einer Lawine erfasst und mit  sieben seiner Tiere in die Tiefe und in den Tod gerissen.

1771
Anfangs Februar fiel im Gotthardgebiet währen drei Tagen außerordentlich viel Schnee, sodass der Gotthardpass vollständig gesperrt war. Bei der Öffnung zogen über 300 beladene Saumpferde über den Berg. Am 1. Mai musste ein Mädchen vier unbeladene Pferde von Amsteg nach Urseren führen. Dabei wurde sie in der Schöllenen von einer Lawine erfasst und wurde zusammen mit  zwei Pferden getötet.

1776
Am 10. April wurde das Hospiz auf dem  St. Gotthard samt der Kapelle und einen großen Stall von einer Lawine weggerissen.  

1780
Am 22. September spürte man abends um 7 Uhr bei de Kapelle auf dem St. Gotthard ein leichtes Erdbeben. Vier  Tage später wurden nach einem Schneesturm zwei Männer von Ursern eine Viertelstunde oberhalb Hospental im Schnee erstickt aufgefunden.

1817
Fürsprech Müller von Hospental  berichtet, das die Gspenderlawinen in Realp  wieder etlichen Schaden anrichteten. Im Talboden vor dem Dorf lag eine Schneehöhe von 10 franz. Fuß, dass heißt: es lag 3,25 m Schnee.

1931
Am 19. Januar 1931 ging in Realp die Gspenderlaui nieder. Sie erfasste fünf Skifahrer, die von der Furka gegen das Rütital fuhren.  Vier Mann konnten sich selber befreien, während der fünfte, Leo Christen von Realp, erst nach einigen Stunden tot ausgegraben werden konnte.

1942
Elf Bauern aus Realp waren am "Abfassen" der Wildheutristen auf der Isenmannsalp beim sogenannten Gerenstafel. Für den Abtransport des in Seile und Garne gepackten Wildheues benützten sie jeweils das mit Schnee ausgepolsterte  Gerental. Ein Teil  der Tristen brachten sie am 10. März ins Tal, den Rest holten sie nach einem Föhneinbruch am Samstag, den 14. März. Beim Abtransport durch die die gefährliche Spannungszone lösten sie  eine folgenschwere Lawine aus.  Das Schneebrett riss alle 11 Männer in die Tiefe.  Zwei konnten sich befreien, die anderen neun trug sie bis in den Talboden, wo sich vier befreien konnten. Die übrigen 5 Wildheuer  fanden den Lawinentod.  Trotz sofort eingeleiteter Suchaktion mit Lawinenhunden konnten Karl Simmen, geb. 1902;  Sefi Simmen- Christen, geb. 1892, Peter Simmen, geb. 1916,  Alois Simmen, geb. 1899 und Paul Renner, geb. 1917, nur noch tot aus dem tiefen Lawinenkegel geborgen werden.

1945
Ein schwerer Lawinenniedergang, der am 8.  März 1945  um 14. 45 Uhr am Kirchberg oberhalb Andermatt niederging, forderte elf Menschenleben. Im Anrissgebiet der Lawine lagen Schneemengen von bis zu 3. 8 Meter.  Stark betroffen waren auch die militärischen Anlagen. Die 184 außerordentlichen Lawinen- Niedergänge forderten in Uri 14 Menschenleben. 11 Tote  in Andermatt,  1 Opfer in Göschenen, in Wassen starben 2 Menschen den Lawinentod. Die Lawinen warfen 4'400 m3 Wald, zerstörten oder beschädigten schwer:  60 Firsten und überschütteten 3000 Aren Wies-  und gutes Weideland.

1951
Der 20. Januar 1951 wurde zum Katastrophentag des Urserentales. Um 13.45 Uhr ging die Geisstalaui östlich des Gurschenwaldes nieder. Sie brach in einem dicht von Erlen besetzten Hang auf 1900 m ab und nahm Richtung Fliesshubel im Unteralptal, fuhr westlich an diesem vorbei und fand den Ablauf durch ein 1913  erbautes Chalet teilweise versperrt. Das Chalet wurde weggestoßen und zerstört,  die Lawine leicht nach links geleitet, direkt gegen die Mühle, die seit über 100 Jahren am Ausgang des Unteralptales stand. Das Haus wurde total in Trümmer gelegt, desgleichen westlich daneben zwei kleine Ställe sowie das Haus Fryberg beschädigt.  Die Lawine fegte über die Unteralpreuss, warf einen großen Viehstall bergwärts und nahm Richtung West, wobei das Hotel Drei Könige aus allen Fugen gestoßen und zerstört wurde.  Im Haus zur  Mühle fanden den Tod: Vater Stefan Theus, 1901; Mutter Theresia Theus- Christen; 1903 und ihre Kinder Marcel Theus, 1936 und Stefanie Theus, 1945, Frau Julia Lutz- Huonder, 1915, und ihr Söhnchen Florian Lutz, 1948; Alfred Simmen, 1921; Frau Rosa Züllig- Bächler, 1917.  Der Knecht Josef Maria Zgraggen, geb. 1898, mit dem Zunahmen "Bell",  wurde beim Schneeschaufeln ebenfalls von der Lawine getötet und erst 5 Tage später gefunden.

Um 18.50 ging die Kirchberglaui in einer nie beobachteten Grösse und Breite nieder. Die Lawine zerstörte im Grind den großen Stall, im Gebiet der Kaserne Andermatt  8 Gebäude vollständig und beschädigte vier weitere Gebäude. Die Lawine fegte über den ganzen Kasernenplatz und trug die Trümmer bis 350 in die Ebene hinaus. Auch die Kantonsstrasse wurde überfahren und erfasste fünf Personen, die sich in die Kaserne in Sicherheit bringen wollten. Es war die Familie Rieter, Vater Armin und der Knabe Armin Rieter wurden dabei getötet, eine sofort eingesetzte Suchaktion konnte die drei anderen lebend aus den Schneemassen befreien. Der materielle Schaden wurde dabei auf 8 Millionen Franken geschätzt.

Im Gebiet der Oberalp gingen am 20. Januar ebenfalls zwei Schadenlawinen nieder. Die Höerlilauwi nördlich der Rossbodenalp. Sie vernichtete fünf Alpställe und den Alpsteg. Dann löste sich auf der Nordflanke des Pazzolastockes die Pazzolalauwi, die über den ganzen Talboden fuhr und das Hotel Oberalp vollständig zerstörte und drei weitere Gebäude stark beschädigte. Die Tragik wollte es, dass das Ehepaar Paul und Ottilia Nager- Guili sich in ihrem Hotel aufhielten.  Um 12.30 Uhr berichtete Paul Nager noch per Tel., dass die Voderfellilaui und die Seeplanggenlaui schadlos niedergegangen seien, und sie sich nun sicher fühlten. Eine Skipatrouille traf anderen Tages das Hotel zerstört und verbrannt an, denn die Lawine warf das Haus in Trümmer, das dann Feuer fing. Das Ehepaar Nager wurde nur noch versengt aufgefunden.

Das Fazit des Lawinenwinters 1951

Schadenlawinen

82

Getötete Menschen

13

Rindvieh, Schafe und Ziegen

175

Zerstörte Häuser

17

Beschädigter Wald

52 Hektaren

Dr. hc Max Oechslin
alt Kantonsoberförster

1687
Am 16/17. Januar ging im Meiental eine Lawine nieder, die 4 Ställe und 2 Häuser vernichtete und  im Lawinenwinter
1730, am 23. März, wurden eine Frau und zwei Mädchen von einer Lawine getötet.

1888

Nach ausgiebigen Schneefällen brach am  15. Februar am Fuss der Diedenfelswand über Wassen ein Schneebrett in einer Breite von nahezu einem Kilometer in die Tiefe und riss den darunter stehenden Schutzwald nieder.  Auf dem Bahngeleise der Gotthardbahnlinie wurden 6 Mann verschüttet, fünf davon wurden getötet. Mehrere Arbeiter konnten sich in den Entschigtal Tunnel in Sicherheit bringen.

1937
ging am 25. Februar ging im Meienmtal die Kartigellaui in einer nie beachteten Größe nieder. Dabei wurden 2. 4 Hektaren  Land überdeckt. Der Talboden war bis zum alten Talweg ausgeebnet und im Güetli wurde der Stall eingedrückt.  Mit einem  Schnee- Tunnel von 30 Meter Länge und bis zu 20 Meter Tiefe konnten die Tiere, die unversehrt im Untergaden standen, gerettet werden.

Der mit grossen Lawinenverbauungen versehene Geissberg  ob Gurtnellen ist seit altes her Schicksalberg

  • 18. Januar 1687 

Die Lawine aus den Geisstälern fliesst über Ruepenlingen bis Eilen (950 Meter) und fordert 10 Tote. 3 Häuser und 18 Ställe werden zerstört. 110 Stück Gross- und Kleinvieh kommen dabei um. 4 Personen werden lebend aus dem Lawinenschnee geborgen. 

  • 18. Jänner 1687:

"Kund und zu wissen, wie uns der Allmächtige Gott, den 18. Jänner Anno 1687 auf unserem Gurtnällen heimgesucht hat  mit einem schwären Schnö und grossen Lauwen um den obgemelten Morgent ungefähr um 8 ur, als man morgent zässen gsin ist, die Geisslaui bis gen eilen gangen und hat an denselben Gaden einen grossen stein geworfen, mit samt dem stock Heiw und 16 Geis darin verderbt, zu Roubeling hats 3 häuser brochen mit sammt allen Geisshütten über den Haufen geworfen, das haus und hof des Baschi Walkers hat es Stuben und Stübli zwischen den kammern und Kullern usen geschlagen, der Baschi Walker mit einem jungen Knaben und des Meisters Johannes  Kruog ein Handwerker, ein Schneider wider grosse Arbeit läbändig uss grabä. Baschi Walkers Tochter mit namen Matlena und seine Frau Anna, von samstag bis dienstag todt funden, in den hus im usseren, welches alles ob der Hofstatt, mit samt dem Volch und was darin gsin, seint also indem selbig  5 personä Todt bliba, des Haus Vater Walker  balteser und sein Tochter Sepen und seine frau und ein kleines Kind, welche am anderen tag funden und am 4.Tag zur kirchen bestattet, uff Grossfoltingen das grosse Haus in den Bifang aben gworfen, 2 Meitli und eine frau todt funden, die anderen sind, mit hilf und grosser arbet funden worden, also sin Zächen persohnen um Z'Läbä  und in allem hundert und zächä haut Veh.  An Gäderem erstlich:drei bärggäden, item der Hofstelligaden, im gross richligen der Geissgaden, der kleinfottiggaden mit samt dem geissgaden, der grabägaden, der mirggaden, item der haslägaden. Item man hat die Todten von forden Samstag bis am Donnerstag zur kirchen bestattet, wo si seint bim eis Grab zusammen gleit worden;  Johann Walker bezeige, sowie es obstat. Obiges ab kopiert zu haben bescheine ich, Joseph Buma, des Raths, Abschrift  vom 24. Hornung 1835

  • Januar 1726    

7 Personen sterben, viel Vieh kommt um, Gebäude werden betroffen. Der Stanser Landamann Johann Lorenz Bünti schreibt:"  Vergangenen Winter (..) haben die Lauwenen zue Ury grossen Schaden getan, sonderlich uf Gurtnellen, allwo 24 Fürsten, 7 Personen und vil Stück Vich geblieben - auch im Schächenthall.

  • 1756 / 1757

Die Geissberglawine fordert 10 Tote und zerstört Häuser und Ställe. 

  • 2. Februar 1844 

Grosse Lawinen aus den Geisstälern und aus dem Balmtal: 2 Wohnhäuser werden beschädigt und 10 Ställe zertrümmert. 

  • 1848 bis 1907 

Bei mehreren grossen Lawinenereignissen werden insgesamt 5 Gebäude zerstört. 

  • 22. April 1917

Mehrere Lawinen gehen vom Balm- und vom Wandelental bis zur Kirche und zur Stelli nieder. Die Breite der Schneeablagerung beträgt zirka 300 Meter. Es werden 4 Tote geborgen. 2 Wohnhäuser und 14 Ställe werden total beschädigt. Zudem kommen 12 Stück Vieh um. 

  • 1923  Ein Stall im Gapil erleidet einen schweren Lawinenschaden. 

  • 24. Februar 1937 

Die Nassschneelawine aus den Geisstälern dringt bis zur oberen Halten, die Lawine aus dem Chrummlaui- und Balmtal bis zum Feld vor. Die zwei Ställe im Graben und ein kleiner Stall im Gapil wurden zerstört. 

  • 30. / 31. Januar 1942

Aus dem ganzen Osthang des Geissbergs gehen schwere Lawinen nieder. Eine Lawine fliesst über die Terrasse von Gurtnellen Dorf hinaus bis zur Reuss. Ein vorbei fahrender Güterzug der SBB wird zum Stehen gebracht, 4 Güterwagen werden aus dem Gleis gehoben. Auf dem Gleis liegt bis zu 5 Meter Schnee.  Um 3 Uhr nachts folgt ein schwerer Niedergang aus dem Chrumlaui- und Geisstal, begleitet von einem heftigen Föhnsturm. Die Lawine zerstört das Wohnhaus und den Stall in Eilen und kommt erst im Waldi zum Stillstand. Vom Unglück werden 7 Familien betroffen. Es müssen insgesamt 9 Tote geborgen werden. Insgesamt werden 3 Wohnhäuser und 21 Ställe in Mitleidenschaft gezogen. Im Stall in Eilen überlebt nur eine Kuh. 7 Stück Grossvieh und 4 Stück Kleinvieh kamen um. 

  • 8. Februar 1944 

Durch einen Lawinenniedergang aus dem Chrummlaui- und Balmtal erleiden 3 Wohnhäuser und 10 Ställe Totalschaden. 

  • 10. Februar 1944 

Ein Lawinenniedergang aus den Geisstälern verschüttet in Untermatt 3 Personen. Sie können aber gerettet werden. Es entsteht Schaden an 2 Ställen. 3 Stück Grossvieh werden erschlagen. 

  • 1954 / 1959 / 1961

Der Lawinenschnee sperrt bei Fottigen, Richligen, Frohn und Acheribach die Güterstrasse. 

  • 19. Dezember 1962

Die Chrummtallaui und die Geisstallawine gehen bis Fottigen nieder. Zudem löst sich eine schwere Lawine aus dem Stock- und Wandelental. 

  • 21. Dezember 1962 

Eine Lawine aus dem Brüsttal zerstört 3 Ställe in Butzen und Lauenen und sperrt die Güterstrasse. 

  • 13. Dezember 1965 

Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse. Die Brüsttal- und die Stocktallawine dringen bis auf 1035 Meter über Meer vor. 

  • 2. Januar 1966 

Die Lawine aus dem Geiss- und dem Chrummlauital stösst bis Fottigen vor. Die Schneeablagerung weist eine Breite von 230 Metern auf. 

  • 20. März 1967 

Lawinenniedergänge aus dem Geisstal, Chrummlaui- und Balmtal beschädigen 6 Ställe und den Jungwald

  • 8. Januar 1968 

Die Chrummlaui und die Lawine aus den Geisstälern stossen bis ins Gebiet Halten vor. Ein Wohnhaus in Halten, ein Ferienhaus und ein Viehstall werden zerstört. Eine Familie kann aus den Trümmern des Wohnhauses geborgen werden. 

  • 14. Januar 1968

Im mittleren Geissberg sowie im Stock- und Brüsttal lösen sich Lawinen und beschädigen 2 Ställe. 

  • 26. Januar 1968

Die Vorderegglawine gleitet aus dem schwarzen Berg ab. Ein Lawinenarm kommt knapp vor dem seitlichen Eingang der Bergheimatschule zum Stehen. Die Güterstrasse ist nach Niedergängen aus dem Balm- und Wandelental gesperrt. Die Chrummlaui und die Geisstallawine beschädigen das Wohnhaus Balm und richten Totalschaden an Sägerei und an 2 Ställen in Halten an. 

  • 3. Februar 1970

Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse. Die Schneemassen liegen 2 bis 7 Meter hoch. Zur gleichen Zeit gehen die Brüsttal-, die Stocktal- und die Geisstallawine sowie die Chrummlaui nieder. 

  • 20. März 1970

Eine Lawine aus dem Stocktal bringt grosse Schneemassen auf der Güterstrasse und oberhalb des Stalls im Feld. 

  • 7. Mai 1973

Aus dem Balmtal und den Geisstälern bilden sich Schneebrettlawinen, die zu Grundlawinen werden und Steine und Schutt mitbringen. 

  • 24. Januar 1976

Die Balmtallawine reisst unterhalb der Verbauung an und sperrt die Güterstrasse beim Acheribach. 

2. Februar 1978 

Eine Staublawine aus dem Stock- und Brüsttal, mit Anriss im Schontristel, verschütten die Güterstrasse. 

9. Februar 1981 

Die Güterstrasse wird durch die Balmtallawine zugedeckt. 

20. Januar 1981 

Die Lawine aus dem Stock- und Brüsttal verschütten die Güterstrasse. 

24. März 1988 

Die Balmtallawine verschüttet die Güterstrasse auf einer Breite von 120 Metern. Die Schneemassen liegen 4 bis 6 Meter hoch. Die Chrummlaui und die Geistallawine gehen bis Fottigen nieder und zerstören die Ställe im Vogelholz, im oberen Graben und im Mirg. 

1989 bis 1998

Die Strasse zwischen Dorf und Halten wird mehrmals verschüttet. 

Februar 1999

Mehrere Lawinen zerstören praktisch den gesamten Bannwald im unteren Teil des Geissbergs. Die Wasserversorgung der Gemeinde wird beschädigt. Die Strasse zwischen Dorf und Halten bleibt während Wochen gesperrt.Quellen: Gemeinde Gurtnellen, Staatsarchiv Uri, Schaller Naturereignisse 1000- 1800

Fellital

Ein dunkler Schicksalsschlag  war der  12. April 1964. Auf einer Clubskitour im Fellital  fanden vier  Mitglieder,  zwei Frauen und zwei Männer im Alter  zwischen 26- und 33 Jahren  auf tragische Weise den Lawinentod.  Diese unergründliche Fügung Gottes bleibt als dunkler Schatten über der Clubgeschichte des Schwyzer Skiclubs Küssnacht haften.

 

Maderanertal

1638
Am Simon und Judastag brannte in Silenen die 14 Nothelferkapelle durch Feuersbrunst in einem Nachbarhause nieder.

1660
Am 25./ 26. August wurde vom Luzerner  Peter Bircher unter Führung des Meisters des Erzbruchs, Christian Lunger, im schwarzen Erzberg des Landes Uri ( Maderanertal) ein Amonshorn gefunden, das in der Mitte ein Muttergottesbild aufwies. Bircher schenkte den Stein der Wahlfahrtskapelle Hergiswald, von wo es seither spurlos verschwunden ist.

1666
 Am 12. Herbstmonat, um 2 Uhr nachts, enstand in Silenen eine Feuersbrunst, die zwei Häuser und wieder die Nothelferkapelle vernichtete.

Feuer 1687 

Am Pfingstmontag entstand am Abhang des Mittagstocks ob Silenen ein Feuer eines Walliser Geißbuben, andere sagen es wären zwei Geißbuben  gewesen wegen Tabakrauchens. Das Feuer nahm eine große Ausdehnung an und als am Abend noch der Föhn einbrach, verbreiterte es sich wegen der Trockenheit immer mehr. Es entstand ein großer Funkenwurf, sodass man in Silenen die Häuser räumte. Selbst nach Altdorf wälzte sich ein dicker, stinkender Rauch und Asche und Funken flogen bis ins Kapuzinerkloster. Der Waldbrand dauerte an. Bei dieser Gefahr stellte man in Altdorf die Feuerleitern an die Häuser und stellte Wasser  und Eimer bereit.  Am Freitag waren an die  400 Männer damit beschäftigt, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Im Auftrag der Obrigkeit  wurde eine große Strecke Wald niedergeschlagen, aber wegen dem Föhn half auch das nicht viel. Das Feuer fand immer wieder neue Nahrung und das Erdreich verbrannte klaftertief. Einige Männer erlitten Brandwunden, ein Mann, Namens Fedier kam in den Flammen um. Einige Bauernhäuser und etliche Gäden sollen vernichtet worden sein. Am gewaltiger Schaden entstand an den Waldungen. Man gelobte Kreuzgänge nach Einsiedeln und in die Jagdmatt gegen das Umsichgreifen der Gefahr.

1703
wurde zwischen dem Ried und Meitschligen oberhalb Amsteg durch eine Lawine ein Tross von 22 Pferden, der durch einen Offizier und einen Knecht der französischen Armee in Italien zugeführt werden sollte, verschüttet. Es konnten davon nur noch 4 Pferde gerettet werden.

1774  
wurde im Winter in Silenen ein Bär geschossen

1838  
Berichtet Georg Hofmann, dass im Etzlital in milder Frühlingssonne eine Frau mit drei Kindern auf einer Felsplatte saß und Schafe scherte. Da wischte sie eine Lawine weg.  Menschen und Tiere waren tot.

1842
Am 16. Juli 1842 wurde vom Etzlibach die Heiligkreuz - Kapelle unter  der Flue weggeschwemmt. Das wertvolle Kruzifix  konnte gerettet werden und ist seither am Haus unter der Fluh angebracht.

1866
Fächerte im Januar die Lawinenbahn beim Steintal aus und tötete Vater Zberg mit seinen drei Söhnen, als sie auf Fußbrettern Tristheu holen wollten.

1910
In Silenen wütete der Evibach, weil der Seewlisee überbordete. Das Urner Bataillon 87 musste um Schutzhilfe angefordert werden.

1917
Der erste Wart der Etzlihütte, Ratsherr Josef Maria Epp, genannt der " Brennermygg " verunglückte am 1. Oktober  1917 beim Strahlnen, als sich ein Felsblock am Piz Giuv löste und ihn auf den Fellifirn hinabriss.  Als der Geißbub den Hüttenwart nicht antraf, fand man auf dessen Suche den stark unterkühlten Verletzten neben einer Spalte. Er lebte noch wenige Tage in Silenen, starb jedoch 38-jährig trotz aller Pflege.

1932
Am 20. September 1932 bedrohte ein Waldbrand das Gebiet ob Arni. Eine Hilfsmannschaft der Feuerwehr Silenen verunglückte dabei mit der Seilbahn des Arniwerkes. Einige Männer mussten mit schweren Verletzungen ins Spital eingeliefert werden.

1936
Am 10. August 1936 ereignete sich an der Südwestwand der kleinen Windgälle ein grosser Bergsturz. Ca. 150'000 m3 Felsmassen stürzten zu Tal, der Ribiboden konnte den größten Teil davon aufnehmen, beschädigt wurden die Chilcherberge.

1938
Ein Eisabbruch an der Nordseite des  Düssistocks  von  rund 300 000m3 verschüttet  am 17. August 1938 den Weg zur Hüfihütte. Gletschersturz Hüfi

1946
wütete anfangs August  auf Schwandi ein großer Waldbrand. Allein für das Löschwasser musste über 1 km Wasserschlauch verlegt werden.

1957
schwoll bei der  Stauwehr der Etzlibach durch  ein Naturereignis ( Ausbruch eines Moränen - oder Eissees im oberen Sellentobel)  dermaßen an, dass es den Stauwärter Felix Indergand durch den entstandenen Luftdruck in die Fluten schleuderte. Seine Leiche wurde erst bei Flüelen ans Ufer getrieben.

1967
In der Stetten brannten bei heftigem Föhnsturm 2 Häuser nieder. Mit dem Stettenhaus, in dem früher eine Oeltrotte untergerbacht war, ging ein historisches Objekt aus den Jahren um 1540 verloren.

1977 
richteten Unwetter und Erdrutsche große Schäden an  Alpen und Fluren an. Alpstäfel im Etzlital  wurden betroffen, Erdrutsche in der Herrenlimi und Baumgarti, Ribenen im Schüpfen- Kirch- und Seldertal übersaarten viel Nutzland.  Ähnliches ereignete sich bereits 1982 wieder.

1987
Vom 24. auf den 25. August 1987 wurde das Land Uri von einem kaum je da gewesenen Unwetter heimgesucht, das Millionenschäden anrichtete.

 

Erstfeld

1762

Nach einem sehr milden Winter begann im Juli 1762 ein starker Regen, der in der Nacht vom 9. auf den 10. zu einem großen Schadenereignis führte. Schon in der Göscheneralp und im Meiental brachen Rüfenen aus, in Wassen stürzte ein Felsbruch ab, der mit der Meienreuss eine Mühle, eine Säge. die Brücke und einen Teil der Strasse mit sich riss. Im Maderanertal führte der Kerstelenbach den Eisenschmelzofen weg und riss bei haushohem Wellengang in Amsteg vier Häuser, die Mühle und die Hammerschmiede der Reuss zu. Dazu stürzten mehrere andere Häuser ein, so dass im ganzen 10 Häuser und einige Gäden verloren gingen. Fünf Personen fanden dabei den Tod. In Erstfeld wurden fast alle Häuser unter Wasser gesetzt und das Land mit Sand und Steinen überschüttet. Die Reuss erreichte um  9.00 Uhr dei Pfarrkirche, die lange stark bedroht war. Grosse Verheerungen erlitt die Seewade und der Leitschachen. Die Reuss durchbrach die Leitschachwehre, beschädigte auch die anderen Wehren und führte die Kapelle in der Seewade samt einem neuen Wohnhaus weg. Der Schaden allein in Erstfeld wurde auf 80'000. Gulden geschätzt. Die Reuss brach auch bei Attinghausen, Altdorf und Seedorf und setzte die ganze Talebene unter Wasser. Flüelen stand derart unter Wasser, dass man mit den Schiffen bis ins Moosbad fahren konnte. Von Wassen bis Seedorf waren fast alle Brücken weggerissen.  Im Schächental entschaden große Erdschlipfe, in Unterschächen wurden einige Gäden und eine Säge vernichtet und große Landstücke weggefressen. Die steinerne Brücke Loretto hielt stand, in der Hartmannsrütti wurde ein Gaden und in Bürglen die Säge und ein Wirtshaus vom Schächen mitgenommen. Dann brach der Schächen ob der Pulvermühle durch, lief durch die Kirchenmatte hinunter gegen die Allmenden und teilte sich dann in drei Ströme gegen die Reuss zu, das Gelände mit Geschiebe überdeckend.  In Hartolfingen wurden zwei Häuser, eine Mühle, ein Gaden und eine Oele vernichtet, eine Person fand dabei den Tod. Im Sichensand  wurde dem Nachtwächter sein Haus und Mätteli mitgenommen und weitere 16 Häuser mussten geräumt werden. Gegen Altdorf riss der Schächen ein Stück der großen Wehre bei der Rüti und eine Brücke weg. Die Leute in Riemenstalden erwarteten ihren völligen Untergang. Steine wie Häuser samt Schutt, Sand und Morast stürzten von den Höhen herab und ein gewaltiger Wasserstrom hinterließ grässliche Verwüstungen. Das Dörfchen Sisikon ging bei diesem Ausbruch fast zu Grunde. Das ganze Tal erzitterte wie bei einem Erdbeben. Insgesamt wurden in Uri 52 Gebäude, zwei steinerne und vier große hölzerne Brücken zerstört. Es entsprangen auch neue Quellen und es liefen neue Bäche, wo vorher keine waren.

1763
Die Reuss war so angeschwollen, dass sie das Geschiebe nicht mehr fortzubringen vermochte, so dass bei Ripshausen die Fluten das linke Ufer durchbrachen, einige Häuser zerstörte und sich ein neues geräumiges Rinnsal durch die schönsten Matten gruben. Der wilde Schächen fraß bei Bürglen mehrere Häuser weg und bedeckte die  Wiesen zwischen Altdorf und Schattdorf hoch mit Schutt.

1839
brach die Reuss beim sogenannten Schachen aus ihren Wuhren und überflutetet sämtliche diesseitigen Güter. In den Riethern bei Erstfeld musste man die Bewohner mit einem Schiffe holen. Hilfreich und nicht ohne Gefahr halfen dabei Ratsherr Kaspar Muheim und sein deutscher Knecht Simon. 

1887
Am Nachmittag des 1. August 1887 entlud sich über das Erstfeldertal ein schweres Gewitter, von dem der Chronist schrieb, dass sich damals kein lebender Bürger an ein solches Unwetter zu erinnern vermochte. Vom Hagel heimgesucht, tötete der Blitz auf Ämmetenberg zwei Personen. Dort durchzuckte ein "Doppelstrahl" die Fensterscheibe eines Hauses im ersten und zweiten Stock. Getötet wurde im Obergeschoss eine 26-jährige Frau und Mutter, im ersten Stock traf der Blitz eine 24-jährige, ledige Frau. Seit Jahrhunderten beklagte die Gemeinde Erstfeld die ersten Todesopfer durch Blitzschlag. Im gleichen Jahr verliert Valentin Bächler aus Buttisholz,  beim  Abstieg von der Flüe, im Alpbach sein Leben. 

1888  
Am 9. Februar wollten die Gebüder Johann und Josef Furger aus einem der hintersten Bergheimwesen Futter aus dem nahegelegenen Gaden herüberholen. Dabei wurden sie am frühen Nachmittag von einer niedergehenden Lawine verschüttet. Zur Hilfe herbeigeeilte Talleute fanden nach langem Suchen 1 ½ Stunden später eine Hand aus dem Schnee herausragen. Mit vereinten Kräften bargen sie den 60-jährigen Josef, der sich mit einem Taschenmesser durch die dicken Schneemassen bis an die Oberfläche herausarbeitet hatte. Der ältere Bruder, Johannes Furger konnte nur noch tot geborgen werden.

1917
 Schwere Lawinenniedergänge forderten 1917 im gesamten Alpenraum viele Todesopfer. Nicht verschont wurde das hintere Erstfeldertal. In den Bodenbergen besorgte Alois Huber, der "Michi- Wisi" 10 Stück Vieh, es hatte nach einem milden Winter früh ausgeapert. Anvertraut waren im auch zwei junge Knaben, sein Enkel Michael und dessen Gspändli, Marcel Tschopp. Dann änderte sich die Wetterlage, schwere Stürme und starker Schneefall setzte ein. In der Nacht vom 20. /21. April wurde das Schneetreiben beängstigend. Gegen Morgen wurde der Sturm zum Orkan, dann erschütterte eine Lawine das Heimwesen und fegte über Haus und Stall. Das weitgehend aus den Fugen gehobene Haus wurde nach vorne gedrückt, viel aber nicht in sich zusammen. Zwischen dem eingedrückten Vordach gelang es Huber Wisi, sich durch den gepressten Lawinenschnee nach oben herauszuarbeiten. Durch diesen Kanal befreite er auch die beiden Knaben. Der nur wenige Meter daneben lag der Stall unter den Schneemassen begraben. In Erstfeld machte man sich um die Leute Sorgen, verhältnismäßig früh traf mit 15 Mann Hilfe ein. Kaum war der Trupp an der Arbeit, wurde es im hinteren Erstfeldertal dunkel. Eine gewaltige Staublawine peitschte feinen Schneestaub über das Tal und schleuderte ganze Tannen und schwere Buchen durch die Luft, die Naturgewalten bedrohten Leib und Leben. Dann legte sich Stille über das Tal. In den Sonnigbergen, wo vorher zwei Häuser und mehrere Ställe standen, schien eine Bombe explodiert zu sein. Und wieder begann es zu stürmen, die Rettungsleute verließen, zusammen mit Alois Huber und den zwei Knaben eilends das lawinengeschwängerte Tal. Der Gemeinderat Erstfeld untersagte nach dem Rückzug vorerst jeden weiteren Rettungsversuch. Als es am Sonntagnachmittag aufhellte, organisierte nun der Gemeindepräsident einen Versuch, doch ein Schneesturm sandte die Hilfskräfte wieder zurück. Als am Montag die Retter in den Sonnigbergen auftauchten, waren sie auf einiges gefasst. Unter den Schneemassen bargen sie zwischen den Holzbalken eingeklemmt den 15-jährigen Sohn und die 20-jährige Tochter noch lebend, jedoch schwerverletzt. In der Küche, neben der bergseitigen Schirmmauer, lagen die beiden anderen Geschwister, der 11-jährige Emil und der 18-jährige Josef, sowie der 60-jährige Vater, Josef Huber - Lussmann, tot. Es wurde eine traurige Rückkehr. Unter Anteilnahme der Bevölkerung wurde Vater Huber mit seinen zwei jungen Söhnen in einem gemeinsamen Grab der geweihten Erde übergeben. 40 Mann des Rettungstrupps fanden in den Bodenbergen bei Alois Huber in mehreren Metern Tiefe sieben tödlich verletzte Kühe. Bei den getöteten Hubern im Sonnigberg war die gesamte Viehhabe vernichtet. Insgesamt wurden im hinteren Erstfeldertal sechs Häuser und sechs Ställe total zerstört. Darunter Gebäude, die jahrhundertlang als nahezu sicher galten. Verschiedene Besitzer mussten ihre versicherungslos, verwüsteten Bergheimet aufgeben. Zu gross war der materielle Schaden. Gemäss Kantonsoberförster M. Oechslin war es die "Brunnental Lawine", die in den Sonnigbergen die Zerstörungen anrichtete.

1917 forderte der Lawinenwinter im Kanton Uri 14 Menschenleben, 21 Wohnhäuser und 40 Ställe wurden zerstört. 38 Stück Vieh getötet, 27 Alprustigen (13 Hütten, 26 Ställe, 1 Käsgaden), eine Brücke und 195 ha Wald, wurden weggefegt.

Am 27. Sept. 1917
 ereignete sich am Chly Spannort ein schwerer Bergunfall. Der damals bekannte  Zürcher Alpinist, Karl Seelig mit Urner Bergführerdiplom, stürzte zusammen mit Walter Hurter, Zürich, und Fräulein Cabanis aus Berlin in eine tiefe Randspalte. Die Bergung der drei Leichen aus der tiefen Kluft gelang erst einige Tage später und der Abtransport forderte einen Grosseinsatz aller Rettungsleute.

1923/ 24
Der Winter 1923/24 brachte bei starken Schneefällen in den Tagen vom 26.- 28.Dezember einzelne Lawinenschäden. So ging hinter Erstfeld die Plattentallawine nieder und führte ziemlich viel Holz mit sich. Sie hatte im ordentlichen Bett  keinen Platz mehr, überbordete und drang bis auf die Bahnlinie vor, so dass der Verkehr eingestellt werden musste.

1968
Die Generalversammlung der Sektion Gotthard SAC  vom 27. Januar 1968 steht unter dem Eindruck der Lawinenkatastrophe, die am gleichen Wochenende in Uri  11 Todesopfer forderte.  In der seit alters her gefürchteten Wilerlauwi südlich von Erstfeld fand eine ganze Familie mit ihren  Kindern den Lawinentod - nur der beim Besorgen des Viehs nicht anwesende Familienvater überlebte. Die Lawine riss von den Flanken des Ruchälplistockes  und des Grossgander Stockes gleichzeitig ab und schoss über die  mit Schnee ausgefüllten Täler und Runsen in der Wilerlauwi gegen das Reusstal hinunter.  Dabei wurde das jahrhundertealte Haus der Familie Zgraggen zerstört.  Hart getroffen wurde der überlebende Ehemann, Anton Zgraggen. Er verlor bei diesem Lawinenniedergang seine Frau und seine 5 Kinder. Das Leben verlor auch der Landwirt  Oswald Indergand. Er war in einem nahe ob der Wilerstrasse stehenden Stall beim Besorgen des Viehs und wurde erdrückt.
Eintrag im Lawinenregister: 1968. 27.1. 06.10 Uhr. Wilerlaui (Gurtnellen/ Gemeindegrenze Erstfeld) 1 Wohnhaus zerstört, 7 Personen getötet. 

Schächental

1554
Ein Ratsbeschluss vom 25. August 1554 meldet, dass viele Wölfe im Schächental vorhanden seien und daher jedermann, der durch das Schächental wandere, seine Hunde bei sich haben solle, bis die Wölfe gefangen seien.

1573
Als Landesstatthalter Johannes Koun, Hauptmann in französischen Diensten, sich ein Haus in der Dörelen, am hinteren Mühlebach in Spiringen, ein Haus bauen wollte, ritt er mit einem Knecht gegen Schwanden. Unterwegs wurden die beiden auf der Rübi von einem Bergsturz überrascht. Der Knecht sprengte vorwärts und entkam, der Herr aber wandte sich rückwärts und ritt in den Tod.

1600
Der Schächenbach überflutete in diesem Jahr das Gelände von Altdorf, dass seine Bewohner in der Not eine Prozession mit allen Reliquien der Pfarrkirche von Altdorf veranstalteten und auf Sonntag, den St. Johannistag eine alljährliche Almosenspende gelobten. Zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde Sisikon wieder durch einen Ausbruch des Dorfbaches fast vernichtet.

1666
Auf einer Votivtafel in der Schwandenkapelle zu Unterschächen ist zu lesen: 
"Anno 1666 bin ich frantz Gisler in eine grosse lawin kommen/ die stein beim Stöck studen gfüherdt, / darunter ich eine ganze Ellen/ tieff gelegen in grosser lebensgefahr, da hab ich mich zue Gott /  Und seiner lieben Mutter und der hl. Jungfrau Maria, und zue der H - / grossmuetter Anna verlobt mit diesem tefelin durch für bitt / der S. Anna bin ich ohn geschädigt erhalten worden". Die Votiv- Tafel zeigt von oben links kommend eine Lawine mit Bäumen und Schneekugeln, rechts oben die Muttergottes mit dem Christuskind und die hl. Anna, links unten die Familie: Mann Frau und Wickelkind betend und rechts einen Mann, der halb in der Lawine versunken ist und die Arme hoch hält.
Vor  Allerheiligen regnete es mehrere Tage so heftig, dass im Brunnital durch einen Gletscher- und Felsabbruch die Alp Lammertal vernichtet wurde.

Naturereignisse 1706

Im Jahre 1706 wurde im ausgehenden Frühling im Wängiswald im Urnerboden, dort wo er an die Kammeralp stößt, ein Bär erlegt, der den Urnern großen Schaden angerichtet hatte. Den 150 aufgebotenen Urnern die die Treibjagd unternahmen, sind von Glarus und Schwanden auch 300 Mann zu Hilfe gezogen. Sie erhielten zu Zeichen des Dankes einer hinteren und vorderen Tatze des Untiers. Die Urner behielten, weil das Tier auf Urner Gebiet erschossen wurde den übrigen Teil, den sie unter Begleitung von 100 Schützen dem Landamann Püntener überbrachten und verehrten. Den ersten Schuss tat Jakob Gisler aus dem Schächental und noch weitere 10 Schützen schossen auf das Tier, bis es erlegt war.

1768
In der Neujahrsnacht fiel ein riesiger Schnee. Am 14. Juli brachen hintereinander drei starke Gewitter los, dann kam der Dimmerföhn, dem ein starker Regen folgte. In der Nacht vom 16. Juli gingen in Witterschwanden zwei Erdschlipfe los, die Steine wie Stubenöfen mit sich führten. Diese fielen in den Schächen, der selber schon stark angeschwollen war und nun durch die Steine gestaut wurde. Durch den Wasserschall wurde die Brücke bei der Schächenkapelle gebrochen und die Wehren ob und unter der Schattdorferbrücke zerrissen.

1772

In Hartolfingen verbrannte am 21. April ein großes hölzernes Haus, weil glühende Asche in einem Holzkübel aufbewahrt wurde. Eine alte Frau, ein lediges Mädchen und ein verheirateter Schuster starben in den Flammen. Nur dank großem Einsatz konnte die danebenstehende Gerbe gerettet werden. 

Eigenartig war das Jahr 1778
Weil im Schächental und auf dem Urnerboden Mitte Juni ein derart heftiger Schneefall einsetzte, dass man mit dem Vieh über den Klausen heimwärts wollte und dabei auf Vorfrutt und Balm von verschiedenen Lawinen überrascht wurde. Sie forderten zahlreiche Schafe, sodass  sich" das Blut der Lawinen rot färbte" (17. Juni 1778).

1797
Am 21. Januar 1797  gingen drei Jäger auf die Pernissen- und Gämsjagd gegen den Klausen.  Zwei davon, Johann Josef Arnold aus dem Gefreitenberg und Franz Josef Gisler aus dem Schwandenberg in  Unterschächen, letzterer der größte Mann aus  Uri,  kamen in den Heidmannseggköpfen in eine Lawine, die sie ins Tal hinunterriss. Der dritte Mann musste zusehen, wie die beiden, sich aneinander festhaltend zu Tode stürzten. Er selbst, ein Spirigner, brach sich dabei den Fuss, und konnte dennoch nach 6 Stunden im Schnee kriechend Hilfe errufen. Im gleichen Jahr kamen beim Wildheuen im Stöckli zu Ennetmärcht Franz Schuler und Josef Gisler durch Steinschlag ums Leben, Kaspar Gisler und Franz Bissig wurden dabei verletzt.

Lawinenwinter 1807/1808
Wegen Unglücksfällen durch Schneelawinen ist das Jahr 1808 wohl das Merkwürdigste. In der Nacht vom 11. Christmonat fielen bei heftigem Windsturm eine Menge Lawinen.  So kam eine Lawine in Spiringen bis ins Dörfchen und hätte sich sich nicht unweit davon geteilt wäre die Pfarrkirche samt den umliegenden Häusern in den Schächen gestürzt worden.  Auch in Unterschächen richteten die Lawinen große Verwüstungen an. Im Kirchgange Silenen hatten die Lawinen große Schutzwaldungen niedergerissen. 
In der Schwand in Bürglen war der Vater und eine Tochter im Stall und fütterten die Tiere, als die Lawine kam und das Wohnhaus wegriss. Zwei kleine Kinder wurden dabei getötet.

Im Sommer 1800 suchte eine schreckliche Viehseuche den Urnerboden heim. Kaum hatte man sich von diesem Schrecken erholt, wurde in  Äsch am 9. Februar 1807 eine Familie mit sechs Kindern unter einer Lawine begraben. Keine zwei Jahre später, am 8 Dezember 1808 erlebte Unterschächen abermals eine Lawinenkatastrophe mit 8 Toten und großen Verlusten an Vieh und Gebäuden. Pfrarrer Lusser beschreibt das Unglück wie folgt: "Die Lawine in Unterschächen, die in sogenannten Fulenstock oberhalb dem Schlänggen entstand und weiter unten in zwei Arme sich theilte, zerstörte vollständig sechs Häuser, beschädigte drei andere, warf dreiundzwanzig Stallungen von Thieren und fünf andere Gebäude, Speicher etc. über den Haufen und tödtete etwas über sechzig Stück Vieh. Bei dem Umfang des Lawinengebietes ist es fast zum Verwundern, dass nicht mehr als acht Personen, zwei Frauen, zwei erwachsene Jünglinge und vier Kinder ihren Tod fanden. Mehrere Personen, die von der Lawine ergriffen worden waren, wussten sich so oder anders zu retten. Ein Mann, den die Lawine hoch durch die Lüfte trug, konnte sich in den Ästen eines Baumes halten...". Im Sturnen kam der sechs Jahre alte Georg und die fünfjährige Katharina, des Karl und Katharina Arnold ums Leben. Hart betroffen wurde im Pliggerig die Familie des Johann Josef Bissig (1772- 1838), der Ehrliger, der seine 32-jährige Frau und zwei Töchter im Alter von sieben und vier Jahren verlor. (Quelle: UW 6. Dez. 2008; Josef Muheim- Büeler)

Insgesamt wurden  wurden 20 Häuser, 151 Scheunen und 17 Speicher zerstört.  
9 Häuser und 14 Scheunen wurden großteils ruiniert. 
105 Stück Rindvieh, 251 Stück Schmalvieh und 3 Pferde fanden den Tod.
In den Jahren 1817, 1819, 1814 und 1842 folgten in Uri weitere schwere Lawinenniedergänge.

1868
In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 1868 hatte eine am Schächentaler Windgällen abgebrochene Lawine "einen ungewöhnlichen Lauf durch den Schirmwald sich eine Bahn gebrochen und Haus und Stall des Berggutes Weid ergriffen, fortgerissen und vom Grund aus zerstört". Eine Magd und ein Knecht konnten sich retten, die junge Hausfrau  und ihr Kind, alle im Schlafe überrascht,  konnten nur noch als Leichen geborgen werden.  Johann Josef Schuler, das Familienoberhaupt,  war zufällig nicht anwesend. Seine Viehhabe, fünf schöne Kühe, zwei Rinder, fünf Ziegen und ein Schaf gingen zu Grunde.

1887
Der Bergsturz von der linken Talflanke der  Spitzen vom 29. Mai 1887 verschüttete  in Spiringen  zwei Heimwesen und tötete dabei 6  Menschen. Die Felsmassen stauten den Schächenbach zu einem See, der später bei seinem plötzlichen Durchbruch zusätzlich große Verheerungen anrichtete.

1910
Am 15. Juni 1910 erlebte Uri nach ausgiebigen Regentagen eine Wasserkatastrophe unheimlichen Ausmaßes. Der Schächenbach wurde zu einem reißenden Fluss, wälzte Schutt und Geröll zu Tal und setzte weite teile der Reussebene unter Wasser. Viel fruchtbares Land ging dabei zugrunde. 

1940
Am 12. Dezember 1940  ereignete sich auf dem Urnerboden ein schweren Lawinengang. Ganz außerordentlich ging die Träsplanggenlawine nieder, die bei Hinterhütten das große  Unglück brachte.  Von den 16 Firsten wurden 11 vollständig zerstört. Von den 14 Personen, die in 3 von 5 zerstörten Hütten wohnten und alle verschüttet wurden, fanden 4 Menschen den Tod:
Frau Witwe Müller und drei Kinder der Familie Schuler- Walker, während sich vier andere Kinder selber befreien konnten. Es war eine Staublawine, deren explosionsartiger Luftdruck die Zerstörung verursachte.

1945
Im Winter 1944/45  ging auf dem Pfaffen, im Gebiet Mättental, Bürglen eine Lawine vom Frutteg einen gänzlich ungewohnten Weg und zerstörte ein Berghaus und einen Stall, die über 150 Jahre schadlos auf freiem Hubel standen. Zu Unterschächen ging im Brunnital hinter Lammerbach die Ruchenplangglauwi in einem Ausmaß nieder, wie man sie nie gesehen hat , durchschlug sie doch einen 250-jährigen Tannenwald und und drang bis zum Brunnibach vor.

Isenthal

 Im Juni 1772 schoss der Jäger Balz Jauch einen Wolf im Isenthal.

1820
Am 29. Mai 1820, entdeckte ein Geissbub im Walde unter dem Horn hinter den Dorf Isenthal einen ungeheuren Bären. Er hielt die Bestie für den „Flüelerteufel“, womit man dort die Kinder schreckt. Aber als sein Meister das Tier erkannte und darüber vor Schrecken fast ohnmächtig ward, eilten 14 Mann von allen Seiten in den Wald und erlegten ihn im 3. Schuss. Auf den ersten Schuss, den er vom ältesten Jäger des Tales, Kirchenvogt Josef Anton Infanger erhielt, brüllte er, dass die Felsen erbebten und gab einen Gestank vor sich, den man im Dorfe roch und rollte in den Bach hinab, wo er vollends getötet wurde. Den folgenden Tag wurde er im Triumph nach Altdorf gebracht. Er wog 265 Pfund und hatte nichts im Magen, wohl aber noch etwas Schafwolle im Darmkanal. Im Kiefer hatte er noch Reste einer Bleikugel eingewachsen seit lange her. Der Pelz war graubraun, die Extremitäten dunkler braun. Das Fleisch, wovon ich gebraten auch verkostete, war weiss, aber ekelhaft süsslich.“ Infanger erhielt vom Urner Landrat eine Abschussprämie von einem Louisdor.

 

Altdorf

1600
Der Schächenbach überflutete in diesem Jahr das Gelände von Altdorf, dass seine Bewohner in der Not eine Prozession mit allen Reliquien der Pfarrkirche von Altdorf veranstalteten und auf Sonntag, den St. Johannistag eine alljährliche Almosenspende gelobten. Zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde Sisikon wieder durch einen Ausbruch des Dorfbaches fast vernichtet.

1629
Schwer wütete die Pest in diesem Jahr in Uri. In Altdorf und Flüelen, die damals zusammen noch eine Pfarrei bildeten, seien an dieser Seuche 1600 Menschen gestorben. Im Schächental starben bis im Februar 200 Personen und ganze Familien wurden dabei vernichtet oder starben aus. Vom 5.August bis 22. November erlagen der Seuche in Erstfeld 100 Personen, während im Kloster Seedorf, dank der getroffenen Vorsichtsmassnahmen, nur zwei Nonnen daran starben. In Wassen mussten innert 5 Monaten 178 Menschen am Beulentod beerdigt werden und zwar von Wassen selbst 110, Göschenen 40, Meien 8, Hägrigen 7, Reälper 2 und Walliser und Graubündner 11, die der Tod in der Gemeinde ereilte. Vom Landrate von Uri weiß man, dass dessen Mitglieder bis auf Landamann Sebastian. H. Tresch und sechs Ratsherren gestorben sind. Die Lebenden hielten, um nicht angesteckt zu werden, ihre Sitzungen auf dem Platze beim oberen hl. Kreuz in Altdorf unter freiem Himmel ab und stellten sich dabei möglichst weit entfernt voneinander auf. 

1693
Am 26. April 1693 brach abends um 10 Uhr in der Schmiedgasse in Altdorf  eine Feuersbrunst aus, die nicht nur die Häuser dieser Gasse, sondern auch die an der Schächentalergasse vernichtete. Obwohl kein Wind wehte, gingen doch 76 Wohnungen, ohne die Nebengebäude und Stallungen innerhalb  drei Stunden  vollständig in Flammen auf. Die Brandstädte umfasste nach einer Urkunde im Türmli, das Gebiet vom von Rollschen Haus aufwärts bis an das Haus des Landamanns Püntiners und und Carl Roman Megnets Häuser einerseits und vom Rathaus, das mit knapper Note gerettet  werden konnte, aufwärts bis auf das Lehn. Die Gebäude bestanden meist aus Holz und das Feuer fand leichte Nahrung. Neben der Habe der Bewohner gingen vor allem viele eingelagerte Transitwaren: Wein, Reis, italienischer Weizen von Händlern aus dem Aostatal zu Grunde, daneben gingen auch einige Pferde, Geld und ihre Rechnungsbücher verloren. Über 1000 Einwohner wurden durch den Brand obdachlos.

1774
Es war am 10. September 1774,  ein heller und schöner Tag, als nach einigen vorübergehenden Erschütterungen und nachdem vorher ein starker Föhnsturm getobt hatte, nachmittags um, 4' 25 Uhr,  ein heftiges Erdbeben Uri und darüber hinaus auch Luzern, Stans, Engelberg und Schwyz in großen Schrecken setzte. Ein unheimliches Getöse im Gebirge ging dem Erdbeben voraus, das man in Altdorf als ein dumpfes unterirdisches Donnern und Brausen gehört haben will.  Dann kam ein heftiger, erzitternder Stoss, dem zwei andere, ebenso starke folgten, die ein Wiegen der Erde von zwei Minuten Dauer verursachten. Man will dabei deutlich die Berge wanken gesehen haben. In Altdorf stürzten beinahe zwei Drittel aller Kamine und Öfen ein. Die Türen sprangen knallend auf, die Glocken schlugen an und die Mauern fast aller steinernen Gebäude bekamen Risse. Die steinernen Fenstergerichte zersprangen, die Wappen, Geländer und Zierarten ob den Portalen und Balkonen fielen ab und Tausende von Ziegeln wurden von den Dächern geworfen.

Die Pfarrkirche St. Martin erhielt Risse und Brüche in den Mauern, der Glockenturm wurde gespalten und senkte sich auf einer Seite. In der hl. Kreuzkirche stürzte das Gewölbe im Langhaus gänzlich ein, und zerschlug dabei die neuen Altäre, Gemälde und Kirchenstühle. Auch an ihr wurde der Glockenturm von unten bis oben gänzlich gespalten. Der Chor der Frauenklosterkirche erlitt so schwere Schäden, dass er abgetragen werden musste. Das Rathaus, Zeugheus, Schulhaus und der Spital wurden übel zugerichtet. In der Metzgerei mussten wegen den schweren Beschädigungen des Gebäudes zwei Haushaltungen ausziehen. Ein Haus von Meister Kaspar Ringen stürzte in die Schälchentalergasse und der übrige Teil musste nachher abgetragen werden. In des Zollers Gisler Haus wurden die inneren Mauern derart zugerichtet,, das auch dieses geschlissen werden musste. .. Der Schrecken war gross, alle Leute flüchteten aus den Häusern und flohen auf  das freie Feld hinaus. Der Pfarrer  Ringwald zog mit dem hochwürdigen Gut in die Landleutematte und stellte dort Bussandachten und Prozessionen an. Als nach vier Stunden weitere Erdstösse erfolgten, wagten sich die Einwohner nicht mehr ins Dorf zurück und übernachteten im Freien, in Zelten oder errichteten  kleine Hütten.  Durch das starke Erdbeben wurden die Gewässer getrübt, im Gebirge lösten sich lose Felsen. Der See brauste von seiner Tiefe auf und schleuderte die Fluten an die Felswände. In Bürglen bekam die Kirche zwei Spalte und der Glockenturm einen Riss. In der Pfarrkirche Spiringen stürzte das halbe Gewölbe ein und traf eine betende Frau, die zwei Stunden später starb. Es soll keine Kirche unbeschädigt geblieben sein, besonders litten die Kirchen in Silenen Erstfeld, Isenthal und Sisikon. 

Vom Gitschen und den Bauenstöcken sprangen Steine bis in den See, in Sisikon verschwand um 16'25 Uhr ein beträchtliches Stück Land  in den See, in Flüelen bei der Ziegelhütte ein großer Apfelbaum. Im Bereich Seedorf bis Isenthal gingen ganze Stücke in den See. Die große Fluh am Axenfels wurde gespalten. Weitere Nachbeben wurden bis zum 7. Oktober fast täglich beobachtet.

1910

 In der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1910  verschüttete eine Ribi das Haus der Familie Ziegler auf Brunegg und tötete eine ganze Familie. Altes, in der Rinne des Kapuzinertales angesammeltes Geschiebe kam durch die Gewalt des von den steilen Hängen niederströmenden Wassers ins Rutschen.  Die Mutter Ziegler mit ihren 10 Kindern, Josef,  Franz, Anton, Maria, Agatha, Paulina, Pius, Alois, Margaretha und Regine. starben in den den Trümmern der Stein- und Schlammlawine. Eine Tochter wurde noch lebend geborgen, starb aber kurz darauf im Urner  Kantonsspital. Am 17. Juli wurden die zwölf zum teil  schwer entstellten Opfer in acht Särgen in ein gemeinsames Grab auf dem Altdorfer Friedhof gesenkt

Seedorf

 Im März 1780 hörte ein Bergbauer am Gitschen beim Abendessen mit seiner Frau und seinen sieben Kindern plötzlich ein großes Geräusch. Er schickte einer seinen kleinen Knaben zur Türe hinaus und nachzusehen.  Kaum war der Knabe zurück um zu melden, dass eine Lawine den Heugaden eingedrückt habe, als im selben Augenblick das Hausdach eingedrückt wurde.  Die Oberdiele und der Fußboden der Stube mit samt dem Ofen, Stühle, Bänke, Bett, auf welchem ein Säugling lag als auch der Tisch nebst dem Hausvater, seiner Frau und drei Kindern wurden  in den Keller hinuntergeschlagen. Nur die drei Kinder hinter dem Tisch blieben unversehrt. Einige Nachbarn eilten zur Hilfe herbei. Nach kurzer Zeit konnten die den Vater, seine Frau und die drei eingestürzten Kinder unverletzt ausgraben, nur der kleine Säugling fehlte. Man fand wohl sein Bett in Stücken. Als der Vater schließlich einen hohlliegenden Laden umdrehte,  fand man das Kind auf dem Gesichte liegend und nur mit einem kleinen Hemdlein bekleidet, noch lebend. 
In Seedorf riss eine Lawine einem Mann ins Tobel hinunter.

Urnersee

1640
Im Januar war es so kalt, dass der Vierwaldstädtersee fast ganz zufror. Von Gersau nach Beckenried konnte man ungehindert  zu Fuß über das Eis gehen.

1687
Am 23. September 1687 entstand nachts von 10 bis 12 Uhr ein schweres Wasserbeben im Urnersee. Durch ein unterirdisches Ereignis wühlte sich plötzlich das Wasser auf und wälzte sich wie eine Sturmflut über den See. In Flüelen drang die Flut weit ins Dorf hinein und beschädigte die Schiffswehren, ebenso an der Treib. Dort wurden in dem neu erbauten Gasthause die Fenster und Fällladen eingeschlagen. Ein Tisch in der Gaststube wurde umgekehrt, der Wirt im Hausgang zu Boden geworfen, der Hausgarten samt der Schiffswehre weggeschwemmt. Die Kellertüren und die Mauern wurden eingedrückt, so dass der Wein in den Fässern auf den See geriet, dergleichen der Anken und bei 80 Laib Käse, was alles zu Grunde ging. Vom ganzen Seeport bis zum weiten Stein wurde die Erde, Wasen, Stauden und das Holz samt den Wurzeln bis auf den Felsengrund weggeschwemmt.

 

Flüelen

1935
Am 20. Dezember 1935 löste sich am Westhang des Rophaien die gefürchtete Lauital- Franzenlawine. Das Schneebrett überraschte drei Holzer,  Meinrad Arnold, Balz Ziegler und Bernhard Ziegler, die dort im Lauital beim Rüsten von Trämel beschäftig waren.  Sie wurden samt den Baumstämmen erfasst und ca. 40 Meter weit getragen. Bernhard Ziegler gelang es dennoch zu alarmieren.  Die kurz darauf eintreffende Hilfe fand die beiden anderen Holzer, Meinrad Arnold und Balz Ziegler schwer verletzt und tot. Die beiden Leichen lagen 1.80 m  unter Schnee und zwischen Holz.

Eine Stunde später, ging von der Nordseite des gleichen Berges, um 10. 30 Uhr, vom Buggigrat,  die Fallzuglawine ob Sisikon gegen das Riemenstaldental nieder. Das Schicksal wollte es, auch hier waren drei Holzer an der Arbeit: Josef Maria Planzer- Zwyer, und dessen Sohn sowie  Bannwart Franz Zurfluh.  Zurfluh konnte aus dem Lawinental springen. J. M.Planzer - Zwyer und sein Sohn wurden in die Tiefe gerissen und konnten- durch das Aufschlagen auf den Felsabsätzen-  stark verletzt,  nur noch tot geborgen werden.