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Geheimnisvoll und "schröcklich". Die früher so geheimnisvollen und schröcklichen Berge und die Geschichte ihrer Erforschung reichen bei tiefer Betrachtung bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Gründung der ersten Alpenvereine, 1857 in England, 1862 in Österreich und 1863 in der Schweiz, können als spätere und bedeutungsvolle Meilensteine in der Erforschung der Alpenwelt eingestuft werden, erfolgten aber relativ spät. Dies gilt auch für das Schweizer Bergführerwesen. 1856 wurde im Kanton Bern und 1857 im Kanton Wallis ein Führerreglement geschaffen, 1878 folgte in Interlaken der erste registrierte Bergführerkurs und im Kanton Uri war ab 1888 für die Ausübung des Führerberufes ein staatliches Führerpatent erforderlich. Furcht, Aberglaube und Unwissen bildeten Jahrhunderte lang die psychische Schwelle, bis man in späteren Zeitepochen die herbe Schönheit der Berge entdeckte und in diesem Zusammenhang die touristische Erschließung einleitete. Gotthard, der höchste Berg Europas Allerdings fehlten lange Zeit genauere Höhenangaben und man war der Ansicht, der Gotthard sei die höchste Erhebung der Alpen überhaupt. Dies zeigen die Chroniken des Kapitelherren von Einsiedeln, Albert von Bonstetten, der 1481 in der „Beschreibung des oberen Deutschland“ erzählt, der Gotthard sei das Herz Europas, der höchste Berg und Wohnsitz seliger Geister. Auf 5300 Meter berechnete ihn 1754 der Genfer Physiker du Crest und Sigismund Gruner erklärte 1760, der Gotthard sei ohne Widerspruch der höchste Berg der Schweiz. Zudem bestehe die Bergstrecke zwischen dem Maderaner- und dem Schechenthal aus furchtbaren Bergen, oben meistens mit tiefem Schnee umhüllt, mit Eisthälern und Eishalden, sei von Gletschern aller Art umschanzt welche die Berge wie mit Tapeten bekleiden und sei dergestalt so verwildert, dass es nur wenige gelüste in dieses schweizerische Grönland einzudringen. Noch 1768 hielt der Appenzeller Gabriel Walser auf seiner bekannten Urner Karte fest: „Der Gotthard ist der höchste Berg in Europa“, später erhielt der Titlis diesen Rang zugesprochen. Erst mit den barometrischen Höhenmessungen durch den Genfer Naturforscher Horac Bénédict de Saussure der durch seinen bekannten Onkel Albrecht von Haller unterstützt wurde, kam der Montblanc mit seiner Besteigung am 3. August 1787 zum rechten Platz in der Höhenrangliste der Alpen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann es für
die Berge zu
tagen Der
Wechsel von den
„schrecklichen“
zu den
„erhabenen“
Alpen begann
zaghaft und
festigte sich
erst in der
zweiten Hälfte
des 18.
Jahrhunderts.
Allmählich
verloren die
Berge ihren
Schrecken und
ihre Höhe
reduzierte sich
auf das Mass der
Wirklichkeit.
Auch das Land am
Gotthard war
nach einem, von
Naturkatastrophen,
Missernten und
Kriegswirren
gebeutelten
Jahrhundert
daran, sich neu
zu orientieren.
Nachdem bereits
der Zürcher
Gelehrte J. J.
Scheuchzer -
unter anderen
auch aus
dem Schächental
- berichtete,
erschien 1793
ein
Reisehandbuch
von Johann
Gottfried Ebel, mit einer vielbeachteten Anleitung, die Schweizer Alpen zu
bereisen. Auch
der berggängige
Pater Placidus a
Spescha zog in
die Berge und
berichtet: „bey
der Erwählung
von Führern und
Gehilfen muss
man eine gute
Wahl zu treffen
wissen, denn
nicht jeder
taugt dazu.
Betagte Gemsjäger
zog ich allen
anderen vor,
junge Leute
taugen nicht so
gut, denn sie
wagen
gemeyniglich zu
viel und können
im Falle der Not
keinen ausführlichen
und guten Rat
geben“.
Einen starken Mann soll man anstellen 1763 schreibt der Zürcher Pfarrer Rudolf über die Urschner Säumer: „sie begeben sich, wenn das Wetter auf dem Berg stürmisch ist, oft mit kaltem Blut in die augenscheinliche Lebensgefahr und halten fast unerträgliche Strapazen mit einer seltenen Gleichmütigkeit aus“. 20 Jahre später erzählt er, dass in Urseren die Gemsjäger und die Alpenleute, welche bis auf die höchsten Gipfel kommen, dort auch Kristalle finden. 1796 zeigte eine Statistik der Gotthard Kapuziner, dass damals jährlich 15- 16000 Menschen über den Pass zogen. Dabei schienen die Bergler als Träger vertrauenswürdig. "Hat ein Reisender, besonders mit Frauenzimmern, nicht zu sehr auf Ersparung von einigen Thalern zu sehen“, so wurde ihm geraten, da wo es über Berge geht „einen starken Mann anzustellen, der dann Hand bieten könnte, wenn Müdigkeit oder Furcht jemanden befallen möchte. Da ist noch Treue und Schweizer-Redlichkeit, so dass sich eine furchtsame Dame wohl dem starken Arm oder dem Rücken eines solchen Mannes zuversichtlich anvertrauen dürfte". Am Anfang des 18. Jahrhunderts begann sich die Beziehung zu den Alpen und Bergen natürlicher zu gestalten. Was bisher mit Angst und Schrecken behaftet war, erlebte man nun ästhetisch- bewusst und entdeckte zugleich die Merkwürdigkeiten des alpinen Lebensraumes und seiner Bewohner. Die Aufbruchstimmung erhielt durch die Gedichte und Schriften von A. Haller zusätzlichen Auftrieb. 1806 erschien das erste alpine Jahrbuch „Alpina“, eine Schrift, der genaueren Kenntnis der Alpen gewidmet". Mit landeskundlichem Interesse erschienen Hochalpenmaler in der Bergwelt und malten Felsen, Gletscher und tosende Wasserfälle. Auch das Urnerland erhielt Besuch. Ab 1842 kutschierte die Reisepost täglich mit fünfspännigen Wagen und insgesamt 10 Personenplätzen über den Gotthard, für Bildungsreisende ein Muss. 1837 steuerte der erste Raddampfer, die „Stadt Luzern” mit einem Brennstoffverbrauch von eindreiviertel Klafter Tannen- und Buchenholz, die 41 km lange Strecke, Richtung Flüeler Becken an. Eine zunehmende Rolle spielte neu die Gotthardbahn, dazu kam 1865 die Eröffnung der Axenstrasse und nun war es möglich, weite Strecken in verhältnismäßig kurzer Zeit zu überwinden. Zudem konnte es sich die bürgerliche Oberschicht dank der Industrialisierung leisten, die neu entdeckte Form der Körperertüchtigung in zu erproben. Das Freiheitsparadies alpiner Gegenden hatte das Interesse der Städter geweckt. Gleichzeitig änderte sich das Freizeitverhalten, es wurde Mode aus reinem Vergnügen und zu Erholung in unbekannte Gegenden zu verreisen, sportliches Verhalten wurde gesellschaftsfähig. Man blickte mit interessierten Augen um sich, erfreute sich der Wasserfälle und beschäftigte sich mit unbekannten Pflanzen. Die andersartige Lebensart der Einheimischen wurde aufmerksam wahrgenommen- kurz, man war dabei, das Geheimnis Alpen, den Alpinismus zu entdecken. Gepäckträger
und Fremdenführer Während sich die Pioniere der Alpen auf noch unerstiegene Gipfel ausrichteten, kann in den tiefer gelegenen Regionen von Stadtleuten das Gebirgswandern, in Mode. Passüberschreitungen oder die Besteigung von gefahrlosen Berggipfeln wurde für das gehobene Bürgertum Thema. Wirtschaftliche Anreize führten zum Bau verschiedener Alpengasthöfe, in denen die reinen Naturgeniesser bei hotelähnlicher Unterkunft ihre Ferien verbrachten. Da die Oberschicht über genügend Geld und Freizeit verfügte, um sich beim salonfähig gewordenen Gebirgswandern in Form zu halten, bediente man sich eines einheimischen Begleiters, eines Trägers. Stellvertretend sei Josef Maria Tresch, ein Uronkel des ehemaligen Hoteliers Peter Andreas Tresch von Amsteg erwähnt. Handschriftliche Erinnerungen geben Aufschluss über seine Führen. Alljährlich war er rund ein Dutzend Mal zwischen Amsteg und Grindelwald als eigentlicher Gepäckträger mit den Alpenreisenden unterwegs. Durch regierungsrätliche Vollmacht wurde 1854 eine Trägergesellschaft gutgeheissen. Sie genehmigte für Seelisberg ein Reglement zur „schnelleren und zweckmässigen Bedienung der Reisenden“. Nebst charakterlichen Eigenschaften mussten die Träger einen unbescholtenen Ruf besitzen und hatten zudem die erforderlichen Kräfte vorzuweisen. Nebst „zuvorkommend und nüchtern“ sind im Alt Landbuch Uri für diese Träger 22 verpflichtende Artikel aufgeführt. Auch die Preise wurden festgelegt. Für einen Tragsessel von der Treib nach dem Sonnenberg für jeden Träger Fr. 3.--, talwärts war es 50 Rappen günstiger. Für die Effekten wurde bis 20 Pfund 1 Franken berechnet, 40 Pfund kosteten das Doppelte. Sie suchten des Weges kundige, und zuverlässige Begleiter, jene Männer, die nun in den Tälern auftauchten und sich Alpinisten nannten. Davon berichten die ersten Führerbücher, wie das von Ambros Zgraggen aus dem Jahr 1845. Und der Schweizer Alpenclub empfahl 1865 als Führer Josef Maria Trösch im Efibach, ferner den Ambrosius Zgraggen in Silenen, Josef Furger in Bristen, Franz Zurfluh und Johann Gnos in Amsteg. Die drei Vorgenannten seien Führer ersten Ranges und genaue Kenner sämtlicher Berge und Eisgebiete des Kantons Uri. Im Hintergrund des Tales, im Balmenwald hielten sich noch die Söhne des alten Gedeon Trösch auf, die gut über das Tal und die umliegenden Höhen Bescheid wüssten. In der alpinistisch spät entdeckten Göscheneralp standen die Mattli und die Gamma als Führer zu Diensten. Einer davon, Johann Josef Gamma„ Jakoblis Hans“ genannt, war einer der verwegensten Jäger und Berggänger des Kantons Uri und es hiess von ihm, er vermöge Gämsen auszulaufen. Im Urserental galt der Realper Felix Simmen als Passführer, lokal führten Ambros und Johann Renner, in Hospental wohnhaft war Zacharias Camenzind "der Uhrmacher". Er wurde am 8. Febr. 1892 zusammen mit seinen jungen Schwestersöhnen Fidel und Josef Renner zwischen Schmidigen und Zumdorf von einer Lawine getötet. Im Isenthal standen die Söhne des letzten Bärentöters, Josef Anton Infanger als Bergführer zur Auswahl. Einer davon, Hans, begleitete 1834 den Zürcher Gebirgszeichner und Alpinisten Zeller- Horner auf den Uri- Rotstock. Später war er viele Jahre Ratsherr der Gemeinde Isenthal. Als aussergewöhnlich guter Führer wird sein 1793 geb. Bruder, Karl Josef Infanger geschildert. Von mittlerer, eher kleiner Statur war der "Karli - Sepp", breitschultrig, untersetzt und offenherzig und hauptberuflich als Schreiner und Besitzer der neuen Sägemühle tätig. Zusammen mit den Führern Andreas Abplanalp und Johann Jaun war am 16. August 1842 bei der Besteigung des Finsteraarhorns auch der Urner Führer Heinrich Lorenz von Wassen mit von der Partie. Noch
ohne Patent auf
allen Gipfeln Die Tätigkeit der Urner Bergführer reicht in ihrem Ursprung zurück in eine Zeitepoche, längst bevor der SAC gegründet wurde. Namen wie Gamma, Tresch, Infanger, Zgraggen, um nur einige zu nennen, sind untrennbar mit den Bergen ihrer Talschaften verbunden und haben die stolze Geschichte der Urner Berge massgeblich geprägt. Eine Regelung oder gar eine staatliche Aufsicht gab es im Kanton Uri bis zur neuen Kantonsverfassung von 1888 nicht. Allerdings musste bereits 1878 die Urner Polizeikommission tätig werden. Sie verfügte, die „herumtreibenden, auswärtigen“ Bergführer zu überprüfen und sie wegen ihrer zudringlichen Anwerbung zur Ablegung der Ausweisschriften anzuhalten und ohne Aufenthalts - oder Niederlassungs-Bewilligung wegzuweisen. Dies weil sie berufsmässig in grosser Anzahl agierten, ihre Moral zu Zweifel Anlass gab, und weil sie ankommende Reisende auf Strassen, öffentlichen Plätzen und in Gasthöfen zudringlich belästigten. Das "Bergführen" wird patenpflichtig 16. Juni 1888 UW. Der Regierung liegt gegenwärtig ein Entwurf über die Bergführerpatentierung vor, wie es von der Sektion Gotthard beraten und von einer grossen Zahl der urnerischen Bergführer gutgeheissen wurde. Es ist dies der Ausdruck eines schon seit mehreren Jahren gefühlten Bedürnisses nach gesetzlicher Regelung des Bergführerwesens. Man hofft einerseits den Touristenverkehr durch den Nachweis tüchtiger Führer zu fördern, anderseits einer lästig werdenden Konkurrenz untauglicher und zum Teil von auswärts zugeströmter Elemente entgegen zu treten. Dazu bedarf es der kräftigen Hand des Staates, indem er die Berufsbergführer vor ungebührlicher Konkurrenz schützt und die Verpflichtungen zwischen Führer und Tourist in befriedigender Weise regelt und damit der gesamten Fremdenindustrie einen nicht unerheblichen Dienst leisten würde. Schon vor zwei Jahren hat die Regierung an die Hand genommen, doch verzog sich die endgültige Regelung, weil sich die beteiligte Führerschaft und die Sektion Gotthard SAC sich über die Tarifbestimmungen nicht einigen konnten. In Sinne der Förderung der Führerschaft konnten die unbedeutenden Hindernisse beseitigt werden, sodass einer Führerpatentierung nichts mehr im Wege steht. Am 30. Juni 1888 wurde durch Urner Regierungsratsbeschluss ein Reglement erlassen. Zur Ausübung des Bergführerberufes ist ein nun staatliches Führerpatent notwendig. Es wird ein Bergführerabzeichen geschaffen. Protokoll des Regierungsrates: „Da das bestellte Metallschild in Silber bei Anschaffung von 50 Stück den Staat auf Fr. 6.80 zu stehen kommt, indem der Stempel allein Fr. 115.-- und zudem jedes Exemplar Fr. 4.50 kostet, so wird der Preis für Patent und Metallschild mit Ausschluss des Führerbuches auf Fr. 10.-- festgesetzt. 100 Jahre später wurde an der GV des Bergführervereins Uri 1988 beschlossen, dieses längst vergriffene Abzeichen wieder herstellen zu lassen. UW: Die Prüfung der Urner Bergführer durch einen Ausschuss hat bereits stattgefunden. Mit Einschluss jener, welche durch 5-jährige Tätigkeit den Ausweis der Tüchtigkeit bereits geleistet haben, werden wohl 30 Führer das staatliche Patent erhalten. Nun aber fort zum Lande hinaus mit den Führern aus Wallis und Bern, welche zu Hause kein Patent bekommen und dann in Uri als Strauchritter auftreten. (Reglement) Von den 27 Angemeldeten erhielten 21 das Urner Patent und zwar: 14 als Hochgebirgsführer, 7 als Führer für gewisse, besonders bezeichnete Gebirgspartien. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass für die Begleitung auf gebahnten Wegen, sowie auf niedrige, gefahrlose Bergspitzen kein Patent erforderlich sei. Dies wurde nur ein Monat, später - am 2. Aug. 1888 - korrigiert: "der erlassene Zusatz, das für die Begleitung auf gebahnten Wegen sowie auf niedrige, gefahrlose Bergspitzen kein Patent erforderlich sei, wird beschlossen, dass einzig die Begleitung der Gebirgspässe und auf gewöhnlichen Alpwegen an kein Patent gebunden sei". Die Ausübung des Führergewerbes ohne Patent wurde mit Fr. 10 bis Fr. 100.-- evtl. mit Gefängnis bestraft, vorübergehendes Abtreten des Führerpatents mit Metallschild an Dritte oder Unbefugte unterlag der gleichen Strafandrohung.1897 wurden die Bergführer verpflichtet, sich gegen Unfall bei einer soliden Versicherungsgesellschaft versichern zu lassen. "Alle Urner Bergführer sind amtlich geprüft und patentiert. Ein jeder von Ihnen besitzt ein Führerbuch mit gedrucktem Reglement und Tarif, welches er auf Verlangen vorzuweisen hat. Ein guter Führer im Hochgebirge erhöht den Genuss einer Reise außerordentlich. Er ist nicht nur ein sicherer Auskunftsgeber über Weg und Steg, Handhelfer an beschwerlichen Stellen, Träger der Reiseeffekten bis zu 8 kg. so dass man sich frei bewegen kann, sondern auch Diener im besten Sine des Wortes. Nie gehe man ohne Führer ins Revier der Firne und Gletscher, da es sonst leicht vorkommen könnte, von der finsteren Macht des Nebels überfallen zu werden und zu Grunde zu gehen". Neugründung
des B Bereits kurz nach ihrer Gründung wollte der Vorstand der Sektion Gotthard SAC die Organisation der urnerischen Bergführer an die Hand nehmen und wurde bei Regierungsrat vorstellig. Dieser wies 1882 ihr Begehren ab. „In das von der Alpenclubsektion Gotthard gestellte Verlangen um die Organisation des Bergführerwesens durch Einführung einer Prüfung und Patentierung wird nicht eingetreten“. 1885 wurde eine besondere Kommission eingesetzt, die einen Bergführer Tarif für das Gotthard Gebiet aufstellen sollte. Ihre Aufstellung fand keine Akzeptanz. Auch 1886 konnte sich die Urner Regierung, die beteiligte Führerschaft und die Sektion Gotthard wegen der Tarife nicht einigen. 1888 fällt mit der dritten Kantonsverfassung die Ausübung der Bergführertätigkeit unter die Patenpflicht des Kantons Uri. Darauf fand 1892 im Hotel Kreuz in Amsteg unter dem Vorsitz des Sektionspräsidenten Albert Müller eine "Führerversammlung der Sektion Gotthard" statt. Sie befasste sich mit einer Führerversicherung gegen Unfall und der Reorganisation des Urner Führerwesens. Dabei wurden die Statuten bereinigt und im Sommer 1904 wurde der Bergführerverein Uri neu gegründet.
Im
Schnittpunkt der
Urn liegt zweifelsfrei das Bergdorf Bristen am Fusse des gleichnamigen Berges. "Auf dessen obersten Spitzen ein Holz ligen soll, welches Einige von der Sündflut her zu seyn achten und von dem 1693 festgehalten wird „ unweit von Steg war uns linger hands gegen Disssidis gezeiget der berg Brüsten genant, welcher, wie die Inwohner wollen, höcher als der Pilatus zu Lucern ist, beynebens auch fruchtbahr an gemsch und murmelthierlein" . Zudem würde er häufig porträtiert und „er blickt gerade aus dem Hintergrunde des Reussthales zum Vierwaldstätter See hinab und man sieht ihn von diesem See und von Flüelen und Altdorf aus überall als Ziel- und Schlusspunkt der Aussicht“. Von seiner ersten touristischen Besteigung berichtet 1823 der Altdorfer Arzt Dr. F. Lusser. Als Führer amtete der "Stutz Hans" Hans Indergand aus dem Ried in Amsteg. Bei näherer Erkundung entdeckten die Naturgeniesser auch noch das Maderanertal, das wegen seiner traumhaften und wilden Abgeschiedenheit exzellent in die alpinistische Aufbruchzeit passte. Man nächtigte in Amsteg, von wo aus in einem Tagesmarsch das Maderanertal erreicht wurde. Dass man dort gerne einen Gasthof angetroffen hätte, zeigt der Blick in einen Rucksack, der 1860 im Hotel Kreuz in Amsteg für einen Touristen und seine zwei Führer gepackt wurde: 8 Flaschen Italiener, l Flasche Kirsch, 1 Kilo Zucker, Kaffeepulver, 3 bis 4 kg. Brot, Butter, Salz und Pfeffer, 15 harte Eier, eine gehörige Portion Schafbraten, Schinken und Fleischwaren, Zigarren und Wolldecken. Von der Aussicht der kleinen Windgälle tauchen Beschreibungen auf: „Der Seeweli- See ist jedoch nicht in seinem ganzem Umfange sichtbar, weil er sich zur Hälfte hinter einen, vom kleinen Windgellen nach dem grossen Windgellen (Kalkstock) hinziehenden Felsgrat verbirgt, der seiner rothen Steinart und seiner gezackten Spitzen wegen die rohten Hörnlein genannt wird. Es gab aber auch Mahner. Eduard Osenbrüggen, der das Maderanertal Tal 1867 bereiste, sorgte sich in bei soviel Fremden um die Eigenthümlichkeit des kernigen Bergvolkes“ und hoffte, dass sie nicht zu europäischen Gattungsmenschen würden. | ||
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