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Der Bergführer
und Hüttenwart der Kröntenhütte Emil Epp (1899 - 1981) gab
viele Naturkenntnisse an seine Kinder weiter.
Der kleine Martin,
so erzählte seine Mutter, habe auf der Hütte
"vertrampte" Bergblümchen aufgestellt und mit einem
Stück
Holz die "Brüche" wieder zu richten versucht.
Schon als 12- Jähriger war er mit seinem Vater und seinem
älteren Bruder
Emil in den Bergen unterwegs, begleitete ihn auf
der Jagd in den Sonnigstöcken, im Schlossberg, in den
Bährenzähnen,
im Sewengebiet. Martin hatte in seinem Vater
einen guten Lehrmeister. Dann erlernte der 1936 geborene Martin
den
Schreinerberuf, erwarb mit Leichtigkeit das Skilehrerpatent
und konnte bereits 1958 als neu patentierter Schweizer
Bergführer brevertiert werden. Die schwersten Kletterouten
meisterte er im Wilden Kaiser und in den Engelhörnern,
erwarb 1960 in England das Privatpiloten- Brevet, dann
gelang ihm 1962 zusammen mit dem Ostschweizer Bergführer
Paul Etter
die 30. Begehung der Eiger- Nordwand (noch mit Hanfseilen) im
Sturmlauf. "Martin und ich fühlen uns sehr
glücklich,
weil wir diese berüchtigte Wand so gut und ohne den geringsten
Zwischenfall durchsteigen konnten."
Kurze Zeit war er einer der
Hauptführer der Rosenlaui Bergsteigerschule in Meiringen, dann
zog es Martin 1964
nach Amerika. Bei seinen Touren war er auch
stets auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet um eine neue
Schule zu starten. 1968 und 1969 half er einem älteren
Amerikaner die erste und zur jetzigen Zeit größte Survival
Schule
der Welt aufzubauen. Während dieser Zeit gelangen ihm in
Amerika weit über 100 zum Teil sehr schwierige
Erstbegehungen.
Um selbstständig ein Geschäft aufzubauen
kam in die Schweiz zurück, und gründete 1969 in Andermatt eine
der ersten
Schweizerischen Bergsteigerschulen, die "Alpine
Sportschule Gotthard Andermatt". 1972 erbaute er auf dem
Plateau der
Sidelen im Furkagebiet (2708m), in einem der
schönsten Touren- und Klettergebiete der Schweiz, eine
Ausbildungshütte.
Sie wird heute durch eine Genossenschaft
geleitet, der die meisten Urner Bergführer angehören.
Pionierarbeit leistete
Martin auch in der Survivalszene. Seine
organisierten Überlebenskurse, zuerst in Amerika und dann in
Schwedisch Lappland
waren Novität. Auf seine Initiative hin ist
die technische Kommission des Schweizerischen
Bergführerverbandes gegründet
worden. Die "Tour
Soleil", die Hautes Route von Andermatt nach Saas Fee, die
Popularität der wunderschönen und
rassigen Hochtraversierung
ist das Verdienst von Bergführer Martin Epp. Dabei spielten die
Engländer als Gäste eine
wichtige Rolle, sie bildeten damals
die Hauptkundschaft an Skitouristen im Urserental. Noch heute
ist Martin, selbst Mitglied
des "Alpine Clubs",
manchmal mit Gästen aus dem altehrwürdigen Club unterwegs.
Dann folgten vor allem die Urner
Bergführer den Spuren von
Martin und durchquerten jahre- wenn nicht jahrzehntelang die
Tour Soleil mit Gästen.
Auf das Konto von Martin Epp gehen auch
einige Neurouten, so in Kanadischen Rocky- Mountains, in den
Engelhörnern
und über den Nordostpfeiler am Wetterhorn.
Von
ihm stammt auch die Epp - Verschneidung am Sewenhorn im Meiental.
Auf der Tour Soleil trifft man Martin nicht mehr an,
er und
seine Frau Pia besitzen neben der Schweizerischen auch die Kanadische Staatsbürgerschaft und leben heute wenige
Monate im
urnerischen Intschi, den Rest des Jahres verbringen sie in
Kanada. Martin Epp: "In die kanadische Wildnis führte
ich
1979 das erste Mal eine Expedition. Dann war ich jedes Jahr für
mindestens drei Monate im Herbst in Kanada und führte
Expeditionen in unerforschte Gebiete, vorwiegend mit Gästen,
die bei mir einen Survivalkurs absolviert hatten.
Während
dieser Zeit lernte ich das wunderbare Gebiet vom Yukon, Kanada
kennen. Im Jahre 1995 haben meine Frau Pia
und ich dann nach
Whitehorse, Yukon Territory imigriert. Nun haben wir hier ein
schönes Heim aufgebaut und ich möchte die
Wildnis nicht mehr
missen". (Sepp Huber) |