Bergführer Martin Epp, Whitehorse, Yukon Territory, Kanada / Intschi Uri, Sohn des  Emil, geb. 1936
Die von Martin Epp gebaute 1972 erbaute  und erweiterte                     Sidelenhütte  im Furkagebiet  (2708 m).

Der Bergführer und Hüttenwart der Kröntenhütte Emil Epp (1899 - 1981) gab viele Naturkenntnisse an seine Kinder weiter. 

Der kleine Martin, so erzählte seine Mutter, habe auf der Hütte "vertrampte" Bergblümchen aufgestellt und mit einem Stück

 Holz die "Brüche" wieder zu richten versucht. Schon als 12- Jähriger war er mit seinem Vater und seinem älteren Bruder

 Emil in den Bergen unterwegs, begleitete ihn auf der Jagd in den Sonnigstöcken, im Schlossberg, in den Bährenzähnen, 

im Sewengebiet. Martin hatte in seinem Vater einen guten Lehrmeister. Dann erlernte der 1936 geborene Martin den

 Schreinerberuf, erwarb mit Leichtigkeit das Skilehrerpatent und konnte bereits 1958 als neu patentierter Schweizer 

Bergführer brevertiert werden. Die schwersten Kletterouten meisterte  er  im Wilden Kaiser und in den Engelhörnern,

erwarb 1960 in England das Privatpiloten- Brevet, dann  gelang ihm 1962 zusammen mit dem Ostschweizer Bergführer 

Paul Etter die 30. Begehung der Eiger- Nordwand (noch mit Hanfseilen) im Sturmlauf.  "Martin und ich fühlen uns sehr 

glücklich, weil wir diese berüchtigte Wand so gut und ohne den geringsten Zwischenfall durchsteigen konnten." 

Kurze Zeit war er einer der Hauptführer der Rosenlaui Bergsteigerschule in Meiringen, dann zog es Martin 1964

 nach Amerika. Bei seinen Touren war er auch stets auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet um eine neue 

Schule zu starten. 1968 und 1969 half er einem älteren Amerikaner die erste und zur jetzigen Zeit größte Survival Schule 

der Welt aufzubauen. Während dieser Zeit gelangen ihm in Amerika weit über 100 zum Teil sehr schwierige Erstbegehungen.

  Um selbstständig ein Geschäft aufzubauen kam in die Schweiz zurück, und gründete 1969 in Andermatt eine der ersten

 Schweizerischen Bergsteigerschulen, die "Alpine Sportschule Gotthard Andermatt". 1972 erbaute er auf dem Plateau der

 Sidelen im Furkagebiet (2708m), in einem der schönsten Touren- und Klettergebiete der Schweiz, eine Ausbildungshütte.

Sie wird heute durch eine Genossenschaft geleitet, der die meisten Urner Bergführer angehören. Pionierarbeit leistete 

Martin auch in der Survivalszene. Seine organisierten Überlebenskurse, zuerst in Amerika und dann in Schwedisch Lappland

 waren Novität. Auf seine Initiative hin ist die technische Kommission des Schweizerischen Bergführerverbandes gegründet

 worden.  Die "Tour Soleil", die Hautes Route von Andermatt nach Saas Fee, die Popularität der wunderschönen und 

rassigen Hochtraversierung ist das Verdienst von Bergführer Martin Epp. Dabei spielten die Engländer als Gäste eine

wichtige Rolle, sie bildeten damals die Hauptkundschaft an Skitouristen im Urserental. Noch heute ist Martin, selbst Mitglied

 des "Alpine Clubs", manchmal mit Gästen aus dem altehrwürdigen Club unterwegs. Dann folgten vor allem die Urner

 Bergführer den Spuren von Martin und durchquerten jahre- wenn nicht jahrzehntelang die Tour Soleil mit Gästen. 

Auf das Konto von Martin Epp gehen auch einige Neurouten, so in Kanadischen Rocky- Mountains, in den Engelhörnern 

und über den Nordostpfeiler am Wetterhorn. 

 

Von ihm stammt auch die Epp - Verschneidung am Sewenhorn im Meiental.  Auf der Tour Soleil trifft man Martin nicht mehr an,

 er und seine Frau Pia besitzen neben der Schweizerischen auch die Kanadische Staatsbürgerschaft und leben heute wenige

 Monate im urnerischen Intschi, den Rest des Jahres verbringen sie in Kanada. Martin Epp: "In die kanadische Wildnis führte

 ich 1979 das erste Mal eine Expedition. Dann war ich jedes Jahr für mindestens drei Monate im Herbst in Kanada und führte

 Expeditionen in unerforschte Gebiete, vorwiegend mit Gästen, die bei mir einen Survivalkurs absolviert hatten. 

Während dieser Zeit lernte ich das wunderbare Gebiet vom Yukon, Kanada kennen. Im Jahre 1995 haben meine Frau Pia 

und ich dann nach Whitehorse, Yukon Territory imigriert.  Nun haben wir hier ein schönes Heim aufgebaut und ich möchte die

 Wildnis nicht mehr missen". (Sepp Huber)