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Willkommen im Göschenertal

Im 'Mattli' Dörfli. 
'Mattli', so heissen die Nachkommen ehemaliger Walser Schmuggler in der Göscheneralp, die als fester Dauerwohnsitz seit 1653 nachgewiesen ist. Die auf 1715 Meter über Meer liegende Siedlung am Fusse der vergletscherten Winterberge, sie umfasste um 1740 etwa zwölf Familien, hiess auch 'Hinteralp', bevor sie, im schweren Lawinenwinter  1951 bis ins Mark erschüttert, 1963  unter den Fluten des Staudamms versank. Die Siedlung wurde talabwärts ins bereits bestehende 'Gwüest' zusammengelegt. 

Wo früher unter der steilen 'Bratschiflue' die Jahrhunderte scheinbar stillstanden, wurde 1893 von 'Altdorfer Herren'  im Hintergrund des Älplerbodens das ansehnliche 'Hotel  Dammagletscher' erbaut. Im Jahr 1908 wird angezeigt: 'Französische Küche, IA Keller, Eigene Landwirtschaft, Saumpferde und Maultiere, Schattenanlagen, Spielhalle, Bäder und Douschen, elektrisches Licht und Sonnerie in jedem Zimmer'. 1963 versank auch das Berghotel in den Fluten des Göscheneralpstausees. 1891 wurde die Voralphütte, 1903 die Kehlenalphütte und 1915 die Dammahütte gebaut. 1931 folgte die Salbithütte und 1966 die Bergseehütte

Heute ist das  Göscheneralptal mit seiner Granitlandschaft eines der bekanntesten Klettergebiete überhaupt. Dazu ist die Gebirgslandschaft geologisch von hohem Interesse, hat dank seiner exklusiven Mineralienfunde weltweiten Bekanntheitsgrad, besitzt reichhaltige Fauna und  Flora und gilt mit einer grandiosen Gletscher- und Bergkulisse als eines der meistbesuchtesten Täler der Schweiz. Neu ist auch ein Erlebnispfad zum Thema 'Wasser' geschaffen worden. 

 

Wanderrouten

Göschenen- Wiggen- Voralphütte

 

 

 

 

 

 

 Bild: copyright  www.edlibaer.ch

Das Voralptal, umrahmt von den höchsten Urner Bergen und dem breiten, vergletscherten Massiv der Sustenhornkette sowie von den unglaublich steilen Granittürmen des Sablitschijens, hat einiges zu bieten. Uralte Kristallhöhlen, wilde Bergbäche, bizarre Felstürme, zerrissene Gletscher, drohende Hängegletscher, glänzende Firne, nachhaltige Bergwildnis, sanfte Alpweiden und nebst den höchsten Urner Gipfeln auch eine gastliche Hütte.

 

 

Variante 1: Hinfahrt mit dem Postauto bis zur Abzweigung "Voralp" oder über den Wanderweg Göscheneralp bis "Bonen" und über "Wiggen" zur Abzweigung Voralp.

 

 

 

 

 

 

 

 Bild: copyright  www.edlibaer.ch

Variante 2Auf dem Wanderweg zur Göscheneralp bis Kapstein dann über Brücke der Göscheneralpreuss. Dort ist der "alte Voralpweg" markiert: Horwen, Spycher, Hirden, Wiggen, dann zur Abzweigung Voralp, immer auf der linken Talseite bleibend steigen wir auf gutem Weg durch lichte Waldpartien zum Bildstöcklein St.Wendelin. Dann folgt der Alpstafel Mittwald, eine markante Geröllhalde, der Alpboden Horefelli. Nach einem kurzen Anstieg wandern wir durch die flachen Alpweiden von Bodmen und Flachensteinen zur gastlichen Voralphütte der Sektion UTO SAC. 
Hinweg Marschzeit ab Voralpabzweigung 2.30 Std. ab Göschenen 4 Std.
Rückweg bis Voralpabzweigung 2 Std. bis Göschenen 3.30 Std.


Göschenen-Regliberg - Salbithütte

Ab Göschenen auf dem Wanderweg Göscheneralp bis "Ulmi" oder mit dem Postauto zu dieser Haltestelle. Ab Ulmi in direktem Aufstieg durch Jungwald auf die Sonnenterrasse "Regliberg" (kleine Gaststätte). Der folgende Aufstieg ist geprägt von Urkräften: Plattenfluchten mit schrägstehenden Granittafeln, die auf den Gräten wie Schwerter in den Himmel zeigen, grüne Alpweiden im Osten, glänzende Firne in der Dammakette. Auf gutem Bergweg über Trögen, vorbei an Alpweiden und blauen Bergseen ereichen wir die gut eingerichtete Salbithütte. 
Bandlückli- Wassen  

Wanderzeit: 7 Std.; gut markiert.

 


Göscheneralp - Bergseehütte

Ab Berggasthaus Dammagletscher liegt der einsichtbare Weg gut markiert  zur Anhöhe "Berg" vor uns. Hier zweigt der Weg zur Bergseehütte rechts ab und windet sich in vielen kleinen Kehren in direktem Aufstieg zur Bergseehütte am Fusse des Bergseeschijens hinauf. In der Nähe liegt der in einer absolut kargen, aber fantastisch gelegenen und völlig südlich ausgerichteten Mulde der glasklare Bergsee. Die Höhenkote zeigt 2339 m, die Fläche 2,1 ha,  und die Tiefe 10 m.
Marschzeit ab Berggasthaus 2 Std.  Rückweg bis Berggasthaus 1.30 Std.


Göscheneralp - Chelenalphütte

Ab Berggasthaus Dammagletscher dem markierten Bergweg hoch Richtung Bergsee folgen bis zur Anhöhe "Berg". Während sich der Weg zur Bergseehütte SAC rechts hochzieht wandern wir auf langsam abfallendem Weg hinunter zur vorderen Röti am Ende des Stausees Göscheneralp, wo der Weg zur Dammahütte links abzweigt. Wir folgen der Chelenreuss reussaufwärts  über die Ruinen der Hinter Röti und durchqueren im herben Bergtal die letzten Alpweiden. Bei der Stirnmoräne des Chelengletschers überwinden wir wir die letzte Steigung und erreichen über das Steinmannli in rötlich angewitterten Gestein die Chelenalphütte.
Hinweg Marschzeit ab Berggasthaus 3 Std.
Rückweg bis Berggasthaus 2.30 Std.


Göscheneralp - Dammahütte

Ab Berggasthaus Dammagletscher bis zur vorderen Röti am Ende des Stausees, dann links im leichten Anstieg zum Dammaboden, oder auf der anderen Seeseite entlang, über den Staudamm auf der rechten Seeseite in leichtem Anstieg bis zum Dammaboden. Ab Dammaboden dem markierten Hüttenweg folgend in direktem Aufstieg zur Hütte am Fusse des Moosstocks. Aussichtsreicher Tiefblick auf das eingerissene Göscheneralptal hinüber ins Riental und den zerissenen Gletscher und Berggipfel von den Glarner - über die Bündner – zu den Urnerbergen.
Hinweg Marschzeit ab Berggasthaus linke Seeseite 3 Std.
ab Berggasthaus rechte Seeseite 2.30 Std.
Rückweg auf beiden Seiten 30 Min. kürzer

Steckbrief Dammahütte

2445 m ü.M., am Fusse des Moosstockes gelegen, 2 1/2 Stunden von der Göscheneralp. 23 Schlafplätze.

Die Dammahütte ist nicht irgendeine Hütte, nein, es ist die Hütte, die an der Berner Landesausstellung 1914 vom SAC ausgestellt, (Bild )1915 zerlegt und mit der Bahn nach Göschenen verfrachtet und teils mit Saumtieren zum heutigen Standort hoch über dem Göscheneralptal transportiert und wieder aufgestellt wurde. Die Einweihung durch die Sektion Pilatus erfolgte dann 1916. Die Hütte ist in ihrem Charakter erhalten geblieben und macht den Aufenthalt und das Übernachten zu einem wunderschönen Erlebnis. Kommen Sie und staunen Sie, wie romantisch und einfach es in unserer Dammahütte ist. Und selbstverständlich begrüssen wir auch gerne Tagesbesucher, die den Rundgang um den Göscheneralpsee mit einem Besuch der Dammahütte verbinden. Sie können der Hüttenwartin beim Kochen zuschauen und  werden staunen, dass es in der Hütte keinen Wasseranschluss gibt. Das Wasser wird heute - wie damals - mit Kesseln hereingetragen und vor dem Gebrauch abgekocht. Jedes Mal, wenn Sie die Dammahütte besuchen, sei es mit Familie, Freunden oder Kollegen, die wildromantische Gegend mit See, Gletscher und Dammakette als Kulisse, wird Sie immer von neuem faszinieren. 


4 h, aufwärts 830 m, abwärts 200 m


Route: Göschenen 1106 m - Wandflueseeli 1600 m - Börtlistafel 1646 m - Jäntelboden 1580 m - Göscheneralp 1783 m

Beim Bahnhofplatz Göschenen weist links ein gelber Wegweiser durch die Häuser Richtung Göscheneralp. Nach einer Viertelstunde, bei den letzten Häusern vom Dorf, nicht dem Wegweiser nach Göschenen hinunter folgen, sondern mehr oder weniger der Höhenkurve entlang (die weiss-rot-weisse Markierungen sind übermalt worden) auf einem schönen Waldweg entlang taleinwärts weiterwandern. Bald sind wir auf gleicher Höhe wie die Göschener Reuss beim Rastplatz Lauenen.
( Punkt 1180; Wegweiser "Göschener Alp, 3 1/2 Std.  Wandflueseeli".

Der Weg steigt zuerst gemütlich, dann immer steiler aufwärts; zum Glück  auf der feuchten Schattenseite, was jene, die den Weg umgekehrt wandern, wohl weniger schätzen.  Immer wieder sind auch Bergbäche auf teils schlipfrigen Steinen zu überqueren. Nach eineinhalb Stunden ist die grösste Anstrengung hinter uns. Ein Aussichtsbänklein  inmitten von Alpenrosen, Heidelbeerstauden und Lärchen, wie geschaffen für ein Picknick! Wer beim "Wandflueseeli" ausruhen will, findet es (gemäss Karte) ca. 100 m links vom Bänklein.
Die nächste halbe Stunde ist Wandervergnügen pur: Hoch über dem Tal, den gleissenden Dammagletscher und die steilen Kletterberge im Blick, durch Arven- und Erlenwald, gehts gemächlich auf und ab, am Börtlistafel vorbei und zum höchsten Punkt der Wanderung (1710 m).

Der halbstündige Abstieg zum Jäntelboden (Zeltplatz, Bushaltestelle) ist problemlos. Wir bleiben auf der linken Bachseite und folgen nun den Tafeln "Staudamm" und "Berglauf", obwohl auch andere Wege zum Staudamm hinaufführen. Die Berglaufroute ist abwechslungsreicher; sie wechselt auf die rechte Seite zu den Felsen und trifft sich mit dem "langweiligen" Weg auf halber Höhe des grasbewachsenen Staudamms. Bald führt ein horizontaler Staudammweg nach rechts, dann ein kurzes Stück auf einem Teersträsschen oder auf Abkürzungen zur Postautohaltestelle und zum Berggasthaus Dammagletscher/Göscheneralp.

 

4 h,  auf- und abwärts je 470m

Dieser einmalige und rot-weiss markierte Rundweg im abgelegenen Hochtal über Göschenen (höchster Punkt 1986 m) ist zwar kein Spaziergang; hohe Stufen und steile Abhänge erfordern teilweise Aufmerksamkeit. Dafür ist er unschlagbar für seine landschaftliche Schönheit: die nahen Gletscher, im Bergriesen und der blaue See! Die Tour beginnt und endet beim Berggasthaus Dammagletscher / Göscheneralp auf 1783 m.  Bilder rund um den Stausee.

3Von der Albert- Heim Hütte über den Lochberg zur Dammahütte

5 h 30  auf- und abwärts

Die alpine Verbindungsroute zwischen den beiden SAC- Hütten ist weiss-blau- weiss markiert. Dabei bildet die Lochberglücke ( 2815 m) die man über Saas ( 2439 m) über gut gestuftes Felsgelände ohne grosse alpine Hindernisse erreicht,  den höchsten Punkt.  Neben der dominanten Winterberggruppe bilden schrägstehende Plattenfluchten und kühne Pfeiler eine Felslandschaft von aussergewöhnlicher Wildheit.  Bilder: Lochberg- Dammahütte

4Von der Dammahütte über das Chelenalptal zur Chelenalphütte

3 h,15  auf- und abwärts

Nach dem Abstieg von der Dammahütte quert man hinter dem Stausee bei Vorder Röti die junge Chelenalpreuss. Nomen ist omen, Rostrot ist in den Felsstukturen des Chelenalptales vorherrschend. Einige gesicherte Felsstufen, ein gut sichtbarer Steinmann, nochmals eine Steilstufe und ein wiederum rötlich angewitterter Rundhöcker, hochalpine Landschaft: Chelenalphütte ( 2350m). 

3 h,35  auf- und abwärts

Blau-weisse Markierungen und rote Steinmännchen führen durch steinerne, wilde und einsame Gebirgslandschaft.  Bergbäche die den Namen verdienen und Altschneereste erfordern unsere ganze Präsenz. Die erste  kleine Schwierigkeit gibt es gleich nach dem steilen Zickzack- Aufstieg Richtung Sustenlimi: Bachüberquerung, anschliessend gesicherte Felspassagen bis zur grossen Verzweigung Richtung Bergsee. Im Zeichen der Südgräte

 

 

Das wilde Göscheneralptal rückt ins alpine Interesse

Die Göscheneralp, seit 1653 als winterfeste Siedlung nachgewiesen, war bei der Eröffnung des SAC Hotels 1864 im Maderanertal noch alpinistisches Neuland. Neugier erweckte es allerdings schon im 17. Jahrhundert mit der Entdeckung der Kristallhöhle Sandbalm am Eingang zum Voralptal, von der Gabriel Walser 1768 in seiner Karte des Landes Uri vermerkt: "Sandbalm, allhier gräbt man schöne Chrystalle." Insgesamt sollen dort rund fünfzig Tonnen Kristalle gefördert worden sein, von denen das Pfund rund zwei Gulden galt. Die ersten Schilderer des eigentlichen Hochtales begnügten mit dem Ergründen des Älperbodens und der gleißenden Winterberge derweil der Urner Arzt Dr. Karl Franz Lusser 1834 in seinem "Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende" das Göscheneralptal als eines der "schönsten und merkwürdigsten Alpenthälern der Schweiz" vorstellt. Dennoch besuchten beispielsweise 1867 bis Mitte August lediglich drei Touristen die Göscheneralp und es dauerte weitere 20 Jahre, bis der Zürcher Kletterer Carl Seelig 1887 das Tal alpinistisch entdeckte. Er logierte und berichtete bei den Urgrossvätern der heutigen Mattli's, den jungverheirateten Brüdern Josef und Seppetoni Mattli. Noch waren die die einheimischen Bergbauern Strahler, Wildheuer und Jäger und nicht im "Bergtourismus" tätig.

Einer der ersten war der 1815 geborene Johann Josef Gamma, auf der Geissplatte, "Jakoblis Hans" genannt. Von kurzer, gedrungener Gestalt hatte er ein stark zerfurchtes Gesicht, pechschwarzes, struppiges Haar und galt einer der verwegensten Jäger und Berggänger des Landes Uri. Es hiess von ihm, er könne nicht müde werden und vermöge Gämsen auszulaufen. Allein und in Gesellschaft hatte er sich teils durch Jagd, und als bekannter Strahler teils durch Kristallfunde ein hübsches Vermögen erworben. Gamma war es, der die auswärtigen Berner Strahler aus Guttannen überraschte, welche 1867 auf Urner Gebiet am Gletschhorn einen der grössten Strahlenfunde der Alpen ausbeuteten. Die Meldung an die Korporation Urseren kam zu spät. Die Kristallhöhle war bereits ausgeräumt. Praktisch alle tauglichen Leute aus dem kleinen Dorf am Grimselpass hatten die Beute aus Uri so  schnell wie nur möglich an die Furkastrasse geschleppt, wo sie 15'000 kg tiefschwarze Rauchquarze, darunter Stücke von 50- 100 kg auf Fuhrwerke verluden und Richtung Oberwald abtransportierten. Gamma betätigte sich auch als Bergführer und als sich der nachmalige Kaiser Friedrich der II. in Andermatt aufhielt, war er sein steter Begleiter auf den Gängen ins Hochgebirge. Gamma starb 1895 im Alter von 80 Jahren. Sein ältester Sohn wurde beim Strahlnen in der Göscheneralp an seiner Seite vom Steinschlag getötet. Zwei seiner Söhne wurden ebenfalls geachtete Bergführer, Josef Maria und Bartholomäus Gamma. Ihnen kam der Aufbruch des Alpinismus um die Jahrhundertwende im Göscheneralptal gelegen, denn und nach entwickelte sich dort eine regelrechte Alpinismusindustrie, mit Bergführern, Lokalführern, Trägern und Wirten . Dies rief nach weitern Unterkünften. Ganz hinten in der Göscheneralp, auf dem Gelände des Gutes Missli begann 1892 der Bau des Hotel Dammagletscher. Es wurde ein beliebter Treffpunkt für Berggänger und Leute, die Ruhe und Erholung suchten. In einem Inserat wird 1908 angezeigt: "Französische Küche, IA Keller. Eigene Landwirtschaft, Saumpferde und Maultiere. Schattenanlagen, Spielhalle, Bäder und Douchen, elektrisches Licht und Sonnerie in jedem Zimmer". 1891 wurde die Voralphütte, 1903 die Kehlenalphütte und 1915 die Dammahütte gebaut. 1931 folgte die Salbithütte und 1966 die Bergseehütte.
Bekannt war der 1847 geborene Bergführer Josef Maria Gamma der mit dem Alpinisten und Maschineningenieur Dr. Emil Huber- Stockar (Die Büste von  Emil Huber- Stockar steht auf dem Bahnhofplatz von Flüelen) eine Reihe von ersten Begehungen vom Göscheneralptal und mehrere Besteigungen im Bündnerland, fast immer auf neuen Routen, ausführte. Am 18. August 1904 erwartet der 60-jährige Urner Bergführer Josef Maria Gamma das Basler Arzt- Ehepaar Staehelin- Burckhard am Bahnhof in Göschenen. Mit einem Einspänner setzte die Gruppe die Reise nach dem Urserental fort. Ein Halt in der Schöllenschlucht offenbarte der Städterin die Elementargewalten: "Reden konnte man hier nicht, niemand hätte eine menschliche Stimme vernommen, und verzweifelt sah manch einer seine Kopfbedeckung oder Sonstiges vom Sturm erfasst, hinunterfliegen. Diese Brücke verdiente wirklich ihren Namen, den da unten war die Hölle." Emil Huber, der zu den grossen schweizerischen Alpinisten zählt, war seinem Führer übers Grab hinaus verbunden. Als dieser 1915 starb, liess er im Friedhof von Göschenen eine Bronzetafel mit der Büste von Gamma anbringen mit der Inschrift: " Zum Andenken an Josef Maria Gamma, in diesem Gottesacker zur ewigen Ruhe bestattet, gesetzt von einem der vielen, denen er bewährter Bergführer, treuer Gefährte und Freund war". Inzwischen war das Urnerland mit der Bahn leicht erreichbar, und so war es der Zürcher Färbereibesitzer Carl Seelig jun. der mit verschiedenen Kletterpartnern sowie mit einheimischen Begleitern alpinistische Pionierarbeit in der Göschener Bergwelt leistete.
Carl Seelig, der bereits seit 1888 selber das Urner Bergführerpatent besass, verunglückte am 27. Sept. 1917 unter dem Chli Spannort. Begleitet von Walter Hurter aus Zürich und der Berlinerin Rose Cabanis fand die Partie wohl nach einem folgenschweren Ausrutscher in einer quer verlaufenden Randspalte den Bergtod. Unter dem Grosseinsatz der Engelberger Rettungsleute konnten die drei Leichen erst vier Tage später geborgen werden. Aus: Vom Holzschuh zum Kletterfinken, Sepp Huber 1991

Die Bergführer aus Göschenen